Apple will bei MacBooks auf anfällige Butterfly-Tastaturen verzichten

Die 2015 eingeführte Butterfly-Technik war teuer in der Herstellung und verärgerte die Nutzer mit häufigen Ausfällen. Das MacBook Air soll noch in diesem Jahr wieder eine Scherentechnik-Tastatur erhalten - das MacBook Pro jedoch nicht vor 2020.

Apple hat sich offenbar entschieden, bei künftigen MacBooks auf die anfällige Butterfly-Technik zu verzichten. Bislang bewarb der Hersteller die seit 2015 verbauten Butterfly-Tastaturen mit einer „viermal besseren Tastenstabilität als bei der herkömmlichen Scheren­mechanik und einem angenehmeren Gefühl beim Bedienen“. Sie erwiesen sich jedoch als ausgesprochene Problem-Tastaturen, die Apple zu einem umfangreichen Reparaturprogramm zwangen. So wurden Zeichen unerwartet wiederholt und gar nicht angezeigt, nachdem eine Taste gedrückt wurde. Zudem sollen Tasten unter Umständen nach dem Anschlagen klemmen oder nicht mehr einheitlich reagieren.

MacBook-Pro-Taste (Bild: iFixit)

Den Abschied von der Butterfly-Technik erwartet der Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities, der für seine überwiegend zutreffenden Vorhersagen künftiger Apple-Produkte bekannt ist. In einer Investorenmitteilung schreibt er, dass Apple zu einem neuen Tastaturdesign wechseln wird, das erneut auf Scherentechnik basiert und eine bessere Haltbarkeit sowie längeren Tastenhub verspricht.

Als erstes Modell soll demnach das MacBook Air 2019 mit der neuen Scherentechnik-Tastatur ausgestattet werden. Auch das MacBook Pro soll das verlässlichere Keyboard erhalten, allerdings nicht vor 2020. Die Angaben des Analysten sind nicht zuletzt deshalb verlässlich, weil er schon lange über gute Verbindungen zu Apples Lieferkette in Asien verfügt.

Laut Kuo war die Herstellung der Butterfly-Tastaturen außerdem kostspielig in der Herstellung aufgrund einer geringen Produktionsausbeute. Auch die neue Tastatur soll mehr als eine durchschnittliche Notebook-Tastatur kosten, aber doch billiger als mit Butterfly-Komponenten sein. Die Tasten sollen zudem durch Glasfasern verstärkt werden.

Die Butterfly-Schaltertechnik für Tastaturen hatte Apple 2015 mit dem 12-Zoll-MacBook eingeführt. Das Butterfly-Keyboard sollte die Entwicklung dünnerer Geräte ermöglichen. Seitdem wurde die Tastatur-Technik wiederholt überarbeitet. So sollte etwa eine neue Silikon-Membran die offenbar empfindlichen Schalter vor dem Eindringen von Staub und anderen Verschmutzungen schützen. Aber auch das brachte offenbar nicht die erhoffte Verbesserung, wie zahlreiche Nutzerbeschwerden nahelegen.

Im März dieses Jahres musste Apple anhaltende Probleme mit MacBook-Tastaturen einräumen. Es bestätigte damit, dass die Keyboards mit Apples Butterfly-Switches auch mehrere Jahre nach ihrer Einführung noch immer anfällig für Staub und Verschmutzungen sind, die wiederum zu Ausfällen einzelner Tasten führen können. „Uns ist bekannt, dass eine geringe Zahl von Nutzern Probleme mit der dritten Generation unsere Butterfly-Keyboards hat, und das tut uns leid“, sagte ein Apple-Sprecher. „Der größte Teil der Mac-Notebook-Kunden hat einen positiven Eindruck von der neuen Tastatur.“

Die Reparaturspezialisten von iFixit merkten dazu aber auch an, dass sich betroffene Tastaturen nur schlecht oder gar nicht reparieren lassen. Im letzten Monat kündigte Apple eine Erweiterung des Reparaturprogramms für betroffene MacBooks an. Die Liste der für das Serviceprogramm qualifizierten Geräte beginnt weiterhin mit dem MacBook 12 Zoll mit Retina-Display, das Anfang 2015 eingeführt wurde. Sie endet nun mit den 13- und 15-Zoll-Modellen des MacBook Pro aus den Jahren 2018 und 2019. Als betroffen aufgeführt ist auch das 2018 eingeführte MacBook Air, dessen Nachfolger in diesem Jahr wieder eine Tastatur mit der verlässlicheren Scherentechnik erhalten soll.

Themenseiten: Apple, MacBook, Notebook, Tastatur

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