Samsung Exynos 9820 integriert NPU und bietet Support für UFS 3.0

Außerdem kann der Chip, den Samsung vermutlich für die europäischen Varianten des Galaxy S10 verwenden wird, bis zu fünf Bildsensoren ansteuern und nimmt Videos in 8K auf. Laut Spezifikation unterstützt er aber keine microSD-Cards mehr.

Der neue Samsung-Prozessor Exynos 9820 verfügt über insgesamt acht Kerne, die in drei Cluster aufgeteilt sind. Zwei davon sind selbstentwickelte Chips der 4. Generation, zwei basieren auf dem ARM A75 und vier auf dem A55 von ARM.

Samsung Exynos 9820 (Bild: Samsung)

Gegenüber dem in den Galaxy-S9-Varianten verwendeten Exynos 9810 soll der neue Prozessor, der vermutlich in den europäischen Varianten des Galaxy S10 Verwendung findet, eine 20 Prozent besser Leistung bei Single-Core-Anwendungen bieten. Die Multi-Core-Leistung steigt laut Samsung um 15 Prozent und die Grafikperformance gar um 40 Prozent.

Geekbench: Exynos 9820 Hochrechnung nach Angaben von Samsung (Grafik: ZDNet.de)

Da sich Samsungs Performanceangaben in der Vergangenheit auf den Geekbench bezogen, kann man die Daten des Exynos 9820 hochrechnen, um so eine ungefähre Ahnung der Leistung zu erhalten. Demnach erreicht der Chip in etwa die Performance eines Apple A11, der im iPhone X zum Einsatz kommt. Apples A12 im iPhone XS bleibt demnach der schnellste Smartphone-Prozessor – auch wenn der Abstand zum Exynos 9820 nicht sehr groß ist.

Zudem integriert Samsung erstmals eine Neural Processing Unit (NPU), die KI-Aufgaben rund siebenmal schneller als der Vorgänger ausführt. Die NPU ermöglicht eine Vielzahl neuer Möglichkeiten wie der automatischen Anpassung der Kameraeinstellungen für eine Aufnahme basierend auf der Umgebung oder das Erkennen von Objekten, um Informationen in Augmented- oder Virtual-Reality-Anwendungen bereitzustellen.

8K-Aufnahmen mit 30 fps und Ansteuerung von fünf Bildsensoren

Weitere Verbesserungen betreffen die Verarbeitung von Videos und Fotos. Der Exynos 9820 ermöglicht die Aufnahme von 8K-Videos mit 30 fps, 4K-Videos nimmt er mit mit bis zu 150 fps auf. Außerdem unterstützt der Exynos 9820 maximal fünf Bildsensoren, womit sich Spekulationen erhärten, wonach das Galaxy S10 als Hauptkamera ein Modell mit drei Linsen bieten könnte. Entsprechende Sensoren hat der südkoreanische Elektronikkonzern erst kürzlich vorgestellt.

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Exynos 9820: kein Support für 5G

Das LTE-Advanced-Pro-Modem im Exynos 9820 unterstützt kein 5G, bringt aber höhere Übertragungsraten mit 2 GBit/s im Downlink mit 8x Carrier Aggregation (CA) und 316 MBit/s im Uplink. In der Theorie könnte man damit einen FHD-Film mit 3,7 GByte in circa 15 Sekunden herunterladen. Da hierzulande allerdings die höchste Mobilfunk-Geschwindigkeit bei 500 MBit/s liegt – und das auch nur in Ausnahmefällen – ist die Leistungssteigerung von 1,2 (Exynos 9810, Galaxy S9) auf 2 MBit/s (Exynos 9820, Galaxy S10) ohne Belang. Wegen der fehlenden Infrastuktur stört es Anwender hierzulande auch nicht, dass der Exynos 9820 keinen Support für 5G bietet. Samsung ist damit nicht alleine, schließlich will Apple 5G mit dem iPhone erst 2020 unterstützen.

Samsung Exynos 9820: Spezifikationen (Tabelle: ZDNet.de)

Galaxy S10: kein microSD-Card-Support mehr?

Nach den von Samsung veröffentlichten Spezifikationen unterstützt der Exynos 9820 mit UFS 3.0 eine mit 2,9 GByte/s gegenüber dem Vorgänger zwar doppelt so schnelle Anbindung von Flashspeicher. Doch anders als beim Exynos 9810 fehlt der Hinweis für die Unterstützung von SD 3.0. Damit dürfte der Eynos 9820 keine microSD-Karten unterstützen.

Samsung UFS-Cards (Bild: Samsung)

Das muss aber nicht bedeuten, dass man den Speicher im Galaxy S10, in dem der Chip voraussichtlich zum Einsatz kommt, nicht mehr erweitern kann. Womöglich könnten dafür stattdessen UFS-Speicherkarten verwendet werden. Entsprechende Modelle hatte Samsung bereits 2016 vorgestellt. Gegenüber microSD-Karten erlauben sie wesentlich schnelleres Lesen und Schreiben. Die vor zwei Jahren vorgestellten Modelle bieten eine sequentielle Leserate von 530 MByte/s und damit in etwa die fünffache Performance im Vergleich zu einer üblichen microSD-Karte – und damit auch eine ähnliche Leistung wie bei SATA-SSDs. Von einer UFS-Karte könnte in nur rund 10 Sekunden ein Full-HD-Film gelesen werden, während eine typische MicroSD-Karte mit einer sequentiellen Leserate von 95 MByte/s dafür über 50 Sekunden benötigt.

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