Broadcom will Qualcomm-Übernahme offiziell beenden [Update]

Nach dem Dektret des US-Präsidenten Donald Trump, der jegliche Beteiligung Broadcoms an dem US-Chip-Hersteller Qualcomm untersagte, will Broadcom einen neuen Weg einschlagen.

Broadcom Ltd. werde formell die Pläne begraben, den Konkurrenten Qualcomm zu übernehmen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Per Dekret hatte US-Präsident Donald Trump jegliche Beteiligung an dem US-Unternehmen Qalcomm untersagt. Aufgrund einer Gefährdung der nationalen Sicherheit  wurde die geplante Übernahme verhindert.

[Update 15:39] Inzwischen sich Broadcom den Rückzug von den Übernahmeplänen offiziell bestätigt: „Obwohl wir von diesem Verlauf enttäuscht sind, werden uns an die Anweisung halten. Broadcom wird weiterhin die Rückkehr in die USA vorantreiben und wie geplant ein Sondertreffen für Aktionäre am 23. März abhalten.“

Broadcom (Bild: Broadcom)

Zunächst hatte der Chip-Designer geantwortet, man werde das Dekret überprüfen und deutlich gemacht, dass die Übernahme in keinerlei Hinsicht eine Gefahr für die Sicherheit der Vereinigten Staaten dar stelle.

Das Wirtschaftsblatt Business Insider meldet, dass Broadcom nun von den Übernahmeplänen absehen werde. Auch sollen nun keine Versuche mehr unternommen werden, den Qualcomm-Aufsichtsrat mit eigenen Kandidaten zu besetzen. Weiterhin plane der Hersteller jedoch, den Unternehmenshauptsitz wieder in die USA zu verlegen. Dieser Umzug würde dem fabriklosen Chip-Hersteller jährlich Mehrkosten in Höhe von 500 Millionen Dollar bescheren, weil in den USA höhere Steuern fällig sind.

Vorteil eines Unternehmenssitzes in den USA jedoch wäre, dass dadurch Übernahmen in den USA nicht mehr durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) gestört werden könnten. Diese Behörde prüft, ob durch eine Übernahme durch eine ausländische Organisation möglicherweise nationale Interessen verletzt werden.

Hock Tan, CEO von Broadcom, der durch verschiedene Übernahmen in den zurückliegenden Jahren, versucht hat Broadcom zu einem der wichtigsten Player in der Chip-Branche zu machen, ist damit zunächst gescheitert. Seit November versucht Broadcom den kleineren Konkurrenten zu übernehmen. Jedoch hat sich Qualcomm immer wieder gegen die Angebote entschieden und die Versuche zurückgewiesen.

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Zuletzt gab es auch Gerüchte, dass möglicherweise Intel, im Falle einer erfolgreichen Übernahme von Qualcomm, Broadcom übernehmen könnte. Intel hat gute Gründe einen neuen großen Konkurrenten im Mobil-Markt zu verhindern.

Anfang März hatte CFIUS Qualcomm verpflichtet, die Hauptversammlung, bei der auch ein neues Board hätte gewählt werden sollen, zu verschieben. Broadcom hatte versucht, mit eigenen Kandidaten in dem Gremium, die Kontrolle über das Board zu übernehmen, um damit den Merger zu ermöglichen.

Laut Finanzministerium soll Broadcom aber Auflagen für die Umsiedlung des Unternehmens missachtet haben, wie die Agentur Reuters berichtet. Bis dato ist jedoch unklar, welche Folgen das für den geplante Umzug und die Umwandlung in ein US-Unternehmen hat.

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Themenseiten: Chipsätze, Mobilfunk, USA, Übernahmen

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