Google Street View: neue Kritik und alte Gegner

Besonders in der Diskussion im Internet war Street View zunächst sehr positiv besetzt. Es wurde ganz allgemein als einer der Dienste gesehen, mit denen Google die Welt irgendwie ein bisschen besser macht und Innovation vorantreibt. Das änderte sich jedoch innerhalb weniger Wochen. Nachdem im Januar 2010 zunächst die Justizministerin Google kritisiert und danach auch Verbraucherministerin Aigner im Februar angekündigt hatte, dagegen vorzugehen, hatte Google in Deutschland reichlich Gegenwind. Dazu trug auch bei, das Aigner einen Musterwiderspruch veröffentlichte und ihre Kritik einen Monat später erneuerte. Seitdem ist jedoch nicht mehr viel geschehen. Wenigstens nicht auf höchster Ebene.

Für Google schien das Thema ebenfalls abgehakt, nachdem man ein Gutachten präsentiert hatte, auf der CeBIT die ursprünglich schwarzen Autos für die Kamerafahrten bunt lackiert hatte. Und letztendlich waren die Auswirkungen der Kampagnen der beiden Ministerinnen begrenzt: Trotz der überall angebotenen Musterwiderspruchsformulare haben bisher nicht einmal 10.000 Menschen Widerspruch eingelegt.

Diese Möglichkeit bestand seit dem Sommer vergangenen Jahres, nachdem sich Google mit deutschen Datenschützern darauf geeinigt hatte, die Daten derjenigen, die Widerspruch gegen Abbildungen von Person, Grundstück oder Kfz eingelegt haben, im Rahmen einer vom Zeitpunkt der Widerspruchseinlegung abhängigen Frist auch in den Rohdaten endgültig unkenntlich zu machen.

Das Institut für Rechtsinformatik der Universität Hannover bescheinigte Street View in einem Rechtsgutachten, datenschutzrechtlich unbedenklich zu sein. Ein von der bayerischen Regionalzeitung Donaukurier in Auftrag gegebenes Gutachten, dass inzwischen zum Download bereitsteht, kam dagegen zu einem ganz anderen Ergebnis: Ihrer Ansicht nach bricht Street View deutsches Recht.

Welches Gutachten hat Recht? „Dass eine solche Abwägung je nach Betrachter zu individuellen Ergebnissen führt ist normal – und kein Gutachten wird hier letztlich eine definitive Hilfe sein“, schreibt die Kanzlei Ferner aus Alsdorf bei Aachen in ihrem Blog. Entschieden werde der Streit letztlich nur durch eine höchstrichterliche Rechtsprechung und/oder das Handeln des Gesetzgebers. Auch das, so der Jurist weiter, sei völlig normal.

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5 Kommentare zu Google Street View: neue Kritik und alte Gegner

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  • Am 23. April 2010 um 15:46 von Invisibile00


    Unglaublich !!
    Hier möchte sich kleine politiker Profilieren!
    Die arrogranz mit den die Politik mit den Ängsten der Mensche umgeht ist einen großeren Verbreche als das Google häuser fotografiert und Wlan speichert Zur navigation ohne GPS!

    Wohl gemerkt google ist spät dran ganz deutschland ist schon nach private Wlan durchsucht worde.. von einer Deutsche firma.. komisch da spricht keine mehr druber….
    Seltsam…

  • Am 24. April 2010 um 8:49 von Brause

    Unterschied
    Es ist ein Unteschied, ob ich als Eigentümer auf einer von mir kontrollierten Website etwas bereitstelle, oder ob ein fremdes Unternehmen ohne mein konkretes Einverständnis/Kontrolle etwas darüber verbreitet und mit Werbung garniert.

  • Am 30. April 2010 um 11:11 von BenMan

    Ist es denn so schlimm?
    Was ist denn so schlimm daran, dass Google Daten sammelt?
    Wer nicht zu verstecken hat, der hat doch nichts zu befürchten. Das ist eine provokante Äußerung, welche die Menschen in ihren Meinungen sicherlich spaltet.

    Wir versuchen auf wordpress (gbuchskandal) in einem Projekt einer Hochschule pro und kontra zu erfahren.
    Ist es nicht so? Könnte die Datensammlung nicht auch Vorteile haben?

  • Am 25. Dezember 2010 um 17:49 von Detailed View

    Jagd auf die Gegner…..
    Ist zwar im Frühling/Sommer besser (Licht und trockene Füße), aber ich habe mal testweise an einer Straße durch die ich fuhr ein paar unscharfe Häuser fotografiert. In der Tasche MyTracks (auch von Google ;] ) mitlaufend (oder man hat eine Kamera mit internem GPS).
    Mit GeoSetter dann in die Fotos die Koordinaten (aus der Gpx-Datei aus MyTRacks) schreiben, und bei Panoramio hochladen. Ups, schon wieder ein Google-Dienst ;] .
    Etwas warten, und Google übernimmt die Fotos in Earth, Maps und Stret View.
    Zugleich habe ich natürlich noch die App „Wardriving“ für Android mitlaufen lassen. Und nicht zu vergessen die Namensschilder/Briefkästen von nahem zu fotografieren.

    In die Briefkästen einen Zettel (http://goo.gl/G9UzS z.B. 9x auf ein A4-Blatt gedruckt, kann gerne von jedem verwendet werden, die Nummer am besten so lassen) mit erfundenem Produktnamen und dem Glückwunsch dass die Wohnadresse nun fotografiert wurde, und mit Infos zu Bewohnern und WLAN-Netzwerken online abrufbar sein wird.
    Darunter noch eine reguläre Festnetznummer mit AB, real klingender Computersyntheseansage (Voice-Studio-Demo), und jetzt mal abwarten ob da irgendeiner seinem Unmut Luft macht.
    Evtl. noch mit Nennung des Namens, Adresse und Rufnummer. Zumindest die Rufnummer werden einige wohl übertragen.
    Ein Spaß für YouTube und Co..

    • Am 5. Januar 2011 um 22:01 von vishna

      AW: Jagd auf die Gegner…..
      Offensichtlich kapieren es einige nicht! Wenn ich dann Sätze höre „Wer nichts zu verbergen hat…“
      Keine Ahnung ob es sich bei solchen Schreiberlingen um jüngere Mitbürger handelt, ich nehme es aber an. Viele Jugendliche sind heutzutage dermaßen desensibilisiert bezüzlich ihrer Privatsphäre, es gehört ja offensichtlich zum guten Ton sich in den sozialen Netzen mit allem was man hat oder nicht hat zu offenbaren. Warum solche Kreaturen sich jetzt in den Dienst eines Konzerns stellen und andere, die von ihrem Recht gebraucht machen nicht jedem Hansel alles sofort vom Schreibtisch aus zugänglich zu machen, ist mir unbegreiflich. Ein wenig mehr Sozialkempetenz wäre schön, vielleicht gibt es die ja als Update.

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