Uber stellt in Frankreich UberPop ein

Es will zuerst die Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit seines Angebots abwarten. Uber reagiert aber auch auf die anhaltenden Proteste französischer Taxifahrer.

Uber hat in Frankreich seinen Fahrdienst UberPop vorübergehend eingestellt. Das Unternehmen reagiert damit auf anhaltende Proteste französischer Taxifahrer. Vor einem Neustart will Uber nun die Entscheidung eines französischen Gerichts über die Verfassungsmäßigkeit von UberPop abwarten.

Uber-Logo (Bild: Uber)„Es ist ein unglaublich trauriger Tag für unsere 500.000 französischen UberPop-Passagiere sowie für die Fahrer, die die Plattform genutzt haben“, heißt es in einer Stellungnahme des in San Francisco (Kalifornien) ansässigen Unternehmens. „Die Sicherheit geht allerdings vor.“

UberPop ist das günstigste Angebot des Start-ups. Jeder kann sich registrieren und UberPop-Fahrten anbieten – Fahrer benötigen weder ein spezielles Training noch eine Taxilizenz. Das wiederum verärgerte die französischen Taxifahrer, die vor zwei Wochen damit begonnen hatten, Zufahrten zu Flughäfen zu sperren. Bei den Demonstrationen wurden 10 Personen verhaftet, sieben Polizisten verletzt und 70 Fahrzeuge beschädigt, wie AFP berichtet.

Nicht nur die Taxifahrer, auch die französische Regierung wirft Uber vor, einen illegalen Taxidienst zu betreiben. Es halte sich nicht an die für die Branche geltenden Regeln und Auflagen. Uber hingegen sieht sich weder als Taxi- noch als Transportunternehmen. Es betreibe eine Smartphone-Plattform und sei deswegen eine reine Technologiefirma. Das französische Verfassungsgericht will in den kommenden drei Monaten über die Zukunft von UberPop entscheiden.

Ende Juni hatte die französische Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen zwei Manager des Fahrdienstvermittlers in Gewahrsam genommen. Sie sollen sich im September vor Gericht zu den gegen Uber erhobenen Vorwürfen äußern.

Der Streit zwischen Uber und der französischen Regierung begann vor mehr als einem Jahr. Im September 2014 verabschiedete die Nationalversammlung zudem ein Gesetz, das die Nutzung der GPS-Systeme des Unternehmens, die Kunden über Fahrzeuge in der Nähe informieren, verbietet – was einem Verbot von Ubers Geschäftsmodell gleichkam. Im März durchsuchte die Polizei dann die Büros des Unternehmens in Paris.

Einen Monat später reichte Uber eine Beschwerde bei der Europäischen Union ein und behauptete, Frankreichs Vorgehen verstoße gegen EU-Recht. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte der Streit dann in der vorletzten Woche, als rund 3000 Taxifahrer die Zufahrten zu den wichtigsten Flughäfen der Hauptstadt blockierten.

Uber startet seine Dienste üblicherweise, ohne vorher bei Behörden eine Betriebserlaubnis anzufragen. Diese aggressive Strategie half dem 2009 in San Francisco gegründeten Start-up, seine Dienste in wenigen Jahren auf 57 Länder auszuweiten. Sie führte aber auch dazu, dass einige nun gegen Uber ermitteln, darunter Großbritannien, Belgien, Spanien, die Niederlande und Deutschland. Hierzulande beugte sich das Unternehmen zuletzt dem Druck der Behörden. Seine privaten UberPop-Fahrer dürfen nur noch 35 Cent pro Kilometer verlangen, was eher dem Preisniveau eines Mitfahrservice entspricht als einem Taxidienst.

[mit Material von Michelle Meyers, News.com]

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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4 Kommentare zu Uber stellt in Frankreich UberPop ein

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  • Am 6. Juli 2015 um 8:39 von Hans

    Hoffentlich gewinnt uber den Kampf .Es wird Zeit das der taxi markt freigegeben wird.

    • Am 6. Juli 2015 um 11:44 von dieter

      Uber gehört verboten! Uber ist Ausbeutung von Ahnungslosen, die glauben auf diese Weise Geld machen zu können. Einzig Uber macht Kohle.

    • Am 6. Juli 2015 um 12:26 von Hafenluemmel

      Wenn Sie dann vom Joggen nach Hause kommen (Fitnessarmbändchen), Zunge und Luft (Nest) trocken sind und der Körper klebt, schraubt der Wasserversorger über das Smartmeter kräftig den Literpreis hoch. Die Zukunft. Alles so frei.

      Taxis sind demnächst sowieso unbemannt. Uber will nur schon mal in den Markt. 20 Umsatzprozent – für den Betrieb einer Handyapp.

      Hauptsache das Gefühl gespart zu haben. In Wahrheit rationalisiert man sich nur selbst die Arbeitsplätze weg, während die Gewinne steueroptimiert ins Ausland abfließen. Woher dann das Geld zum Leben kommen soll? Tja…

  • Am 8. Juli 2015 um 20:27 von Milan Riemer

    Hallo Hans,
    genau, der Taximarkt sollte sofort frei gegeben werden. So kann nur ein Blinder von Licht reden. Ich wünsche dir das du niemals alt wirst und auf deinen Fahrdienst von Über angewiesen bist. Denn dann sollte es nicht regnen, eine Messe oder sonst eine grosse Veranstaltung am Laufen sein. Denn dann könntest du dein Uberfahrzeug nicht mehr bezahlen.
    Aber, was soll’s nimmste eben ein Taxi, die kosten immer das selbe.
    Upps…….

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