US-State Department schaltet nach Hackerangriff sein E-Mail-System ab

Auslöser sind nicht näher beschriebene "besorgniserregende Aktivitäten". Davon betroffen war offenbar nur ein Teil des E-Mail-Systems, das für nicht als geheim eingestufte Nachrichten benutzt wird. Anfänglich hatte das Ministerium die Abschaltung mit geplanten Wartungsarbeiten begründet.

Das US-State Department, das Außenministerium der Vereinigten Staaten, hat einem Bericht der Washington Post zufolge am Freitag sein E-Mail-System vorübergehend abgeschaltet. Auslöser waren nach Angaben eines nicht näher genannten Vertreters der Behörde kürzlich entdeckte „besorgniserregende Aktivitäten“. Davon betroffen war angeblich nur der Teil des E-Mails-Systems, über den nicht als geheim eingestufte Nachrichten verteilt werden.

Seal des State Department (Bild: US Department of State)

Den unbekannten Tätern sei es nicht gelungen, in das geheime E-Mail-System einzudringen. „Das Ministerium hat vor Kurzem verdächtige Aktivitäten in Teilen seines nicht klassifizierten E-Mail-Systems entdeckt“, zitiert NextGov einen Behördenvertreter. „Es gab keinen Einbruch in ein als geheim eingestuftes System des Departments.“

Am Freitag hatte das Außenministerium die Abschaltung noch mit „routinemäßigen Wartungsarbeiten“ begründet, um Reparaturen und Sicherheits-Upgrades durchzuführen. Am Sonntag berichtete als erstes die Associated Press über den Hackerangriff, woraufhin Behördenvertreter die Spuren „verdächtiger Aktivitäten“ bestätigten. Darüber hinaus stand das State Department nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung. Laut Associated Press will es heute oder morgen weitere Details zu der Abschaltung bekannt geben.

Wie viele Beschäftige des Ministeriums von dem Angriff betroffen waren, teilte die Quelle der Washington Post nicht mit. Unklar ist auch, ob die Hacker Zugang zu persönlichen Daten der Mitarbeiter hatten. Der Vertreter des State Department sagte am Sonntag lediglich, das System werde in Kürze wieder voll funktionsfähig sein. Mitarbeiter des Ministeriums, die am Wochenende Dienst hatten, nutzten laut Washington Post ihre Gmail-Konten.

US-Behörden waren in den letzten Monaten mehrfach das Ziel von Hackerangriffen. Im Oktober traf es ein Netzwerk, das von Beratern des Weißen Hauses benutzt wird. Der erste Verdacht fiel auf Hacker, die mit der russischen Regierung zusammenarbeiten sollen.

In der vergangenen Woche bestätigte die zum Handelsministerium gehörende National Oceanic and Atmospheric Administration Angriffe auf vier ihrer Websites, hinter denen chinesische Hacker stecken sollen. Zudem erbeuteten Unbekannte persönliche Daten von mehr als 800.000 Mitarbeitern des US Postal Service.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

Themenseiten: E-Mail, Hacker, Secure-IT

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