Neuer Exploit umgeht Sicherheitseinstellungen von Java 7

Das polnische Sicherheitsunternehmen Security Explorations hat erneut eine Sicherheitslücke in Java 7 gefunden. Laut einem Eintrag auf Full Disclosure ist es möglich, eine von Oracle mit dem jüngsten Update eingeführte Sicherheitseinstellung zu umgehen. Sie sollte eigentlich verhindern, dass unsignierter Java-Code im Hintergrund beziehungsweise ohne Zustimmung des Nutzers ausgeführt wird.

Java-Logo

Die neue Schwachstelle erlaube es jedoch, Schadcode einzuschleusen, indem unsignierte Java-Inhalte auf einer Website ausgeführt würden, schreibt Adam Gowdiak, Gründer von Security Explorations. “Wir haben herausgefunden, dass auf einem Windows-System unabhängig von den vier Einstellungsmöglichkeiten für die Sicherheitsebene unsignierter Java-Code erfolgreich ausgeführt werden kann.” Inzwischen habe seine Firma 53 Lücken in Java 7 entdeckt.

Die Sicherheitseinstellungen im Java Control Panel hatte Oracle im Oktober 2012 mit dem Update 10 für Java 7 eingeführt. Es können die Stufen “niedrig”, “mittel (empfohlen)”, “hoch” und “sehr hoch” ausgewählt werden. “Sehr hoch” bedeutet eigentlich, dass unsignierte Anwendungen die Sandbox der Laufzeitumgebung nicht verlassen können, was Nutzer theoretisch vor allen möglichen Bedrohungen schützen sollte.

“Die Lücke 53 wurde erfolgreich in einer Umgebung mit dem jüngsten Java SE 7 Update 11 (JRE Version 1.7.0_11-b21) unter Windows 7 und mit der Einstellung ‘sehr hoch’ im Control Panel getestet”, ergänzte Gowdiak. Die kürzlich eingeführten “Verbesserungen” für die Sicherheit von Java 7 schützten keineswegs vor stillen Exploits.

Gowdiak bezieht sich damit auf das Mitte Januar erschienene Update 11 für Java 7, mit dem Oracle die Voreinstellung der Sicherheitsstufe von “mittel” auf “hoch” erhöht hatte. “Durch die Einstellung ‘hoch’ wird der Nutzer jedes Mal gewarnt, bevor eine unsignierte Applikation ausgeführt wird, um eine Ausnutzung im Hintergrund zu verhindern”, heißt es in den Versionshinweisen des Update 11.

Java ist aufgrund der hohen Verbreitung ein beliebtes Ziel von Cyberkriminellen. Derzeit ist die Laufzeitumgebung auf mehr als 850 Millionen PCs und Macs weltweit im Einsatz.

[mit Material von Ben Woods, ZDNet.com]

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