Der richtig VDI-Client: zero, ultradünn oder dünn?

Eine neue Kategorie der Thin Clients, die so genannten Zero Clients, beleben den Markt für Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Allerdings wird das Konzept nicht von allen Herstellern unterstützt: Manche üben scharfe Kritik.

Dünn und schlank zu sein, ist angesagt und am besten ist Size Zero. Diese Begriffe aus der Modewelt werden nun auf die IT-Welt übertragen. Der Zero Client soll den lange wenig dynamischen Bereich der Thin Clients beleben. Die Marktforscher von IDC definieren Zero Clients als Geräte ohne Betriebssystem, die direkt Systeme zur Client-Virtualisierung wie VDI unterstützen. Sie sagen dieser Gerätegruppe eine große Zukunft voraus.

Diese Prognose ist allerdings nicht unumstritten. Insbesondere der deutsche Thin-Client-Hersteller Igel Technology kritisiert den Hype um die Zero Clients. Die Produktbezeichnung „Zero Client“ werde von den Anbietern für unterschiedliche Konzepte herangezogen und sei daher irreführend, findet Geschäftsführer Heiko Gloge. „Zero“ stehe fallweise für „kein lokales Betriebssystem“, „keine CPU, kein RAM“ oder für „kein Management“. Gloge bemängelt, dass viele der proklamierten Eigenschaften unter technologischen Gesichtspunkten nicht haltbar und nicht zukunftssicher sind.

„Dank kontinuierlicher Entwicklungsinvestition in Thin-Client-Software sind unsere Geräte teilweise schon zehn Jahre und länger im Einsatz, ohne dass Kunden auf die Einsparpotenziale dieser neuen Technologien verzichten müssen. Ein so hohes Maß an Zukunftssicherheit kann keines der aktuellen Zero-Client-Konzepte einlösen“, fasst Gloge zusammen. Ähnlich äußert sich Tom Flynn, Technologist der Personal Systems Group von Hewlett-Packard: „Die Anwender sollten dem Lockruf des Zero Client widerstehen.“

Dieser Einschätzung widerspricht Ralf Wiehmann, Channel Manager DACH des Zero-Client Pioniers Pano Logic: „An vorderster Front der Entwicklung sind die Begriffe noch nicht geschützt, die Claims noch nicht abgesteckt. So mögen drei verschiedene Hersteller auch drei verschiedene Vorstellungen darüber haben, wie ein ‚echter‘ Zero Client auszusehen habe. Für Pano Logic ist ein ‚echter‘ Zero Client ein Endgerät, das weder CPU, Betriebssystem, Speicher, Treiber oder Software noch austauschbare Komponenten hat.“

IDC wiederum schlägt statt Zero Client den Begriff Terminal Client vor. Im Streit vermitteln will Jochen Polster, Geschäftsführer von NComputing Deutschland: „Der Streit um die Begriffe interessiert die Kunden überhaupt nicht. Nur die OEMs wollen Begriffsklarheit und hier ist Fujitsu vorbildlich, das die Zero-Geräte als Ultra Thin bezeichnet. Denn letztlich ist es unerheblich, ob überhaupt kein Betriebssystem vorhanden ist oder -wie in unserem Fall – eines mit wenigen Kilobyte Größe.“ Aber egal, wie man den Bergriff nun definiert: Dem gesamten Bereich der Thin Clients einschließlich Zero Clients prophezeien die IDC-Analysten in den nächsten drei Jahren zweistellige Zuwachsraten.

Auch die Marktforscher von Gartner bescheinigen der Technologie eine markttaugliche Reife und prognostizieren bis 2014 weltweit einen Anstieg auf 74 Millionen virtuelle Desktops. Dies entspricht 15 Prozent aller geschäftlich genutzten Desktops.

Themenseiten: Fujitsu, IT-Business, Igel, NComputing, Pano Logic, Technologien, Thin Client, Virtualisation, Virtualisierung, Wyse

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