IT-Infrastruktur- und Datacenter-Management mit Open Source

In welchen Bereichen ist Open Source eine echte Alternative zu proprietären Lösungen? Welche Investitionen sind notwendig? Und wie sieht das Zusammenspiel einzelner Tools aus? Was ist beim Einsatz zu beachten? Dieser Gastbeitrag für ZDNet klärt diese Fragen.

Steffen Rieger ist Technischer Direktor bei der it-novum GmbH und Autor dieses Gastbeitrags für ZDNet (Bild: it novum)
Steffen Rieger ist Technischer Direktor bei der it-novum GmbH und Autor dieses Gastbeitrags für ZDNet (Bild: it novum)

IT-Infrastruktur- und Servicemanagement umfasst Werkzeuge und Mechanismen, die helfen, die Qualität von IT-Services durch proaktives Monitoring der System- und Anwendungslandschaft zu verbessern, Prozesse und Kosten zu optimieren sowie Transparenz zu schaffen. Zur Überwachung des Betriebs großer IT-Infrastrukturen und Datacenter wurde bislang auf die Lösungen traditioneller Softwareanbieter gesetzt.

Dabei ist dies längst auch mit Open Source möglich: Nagios, OTRS, i-doit und andere Projekte decken von der Planung über die Beschaffung, Installation von Komponenten, Helpdesk, Vertragsverwaltung bis hin zur Kosten-Leistungs-Rechnung alle Prozesse ITIL-konform ab.

Die Anforderungen an Betreiber komplexer Rechenzentren werden zunehmend umfangreicher, denn die Geschäftsprozesse müssen zur Sicherung des Unternehmenserfolges bestmöglich unterstützt werden. Dafür sind Stabilität, Wirtschaftlichkeit und Transparenz unabdingbar. Wie schlägt man die Brücke zwischen diesen Zielen unter Berücksichtigung von Technologien, Menschen und Prozessen?

Voraussetzung ist, den Wandel vom reaktiven IT-Lieferanten zum proaktiven IT-Versorger erfolgreich geschafft zu haben. IT-Versorger konzentrieren sich nicht nur auf einzelne Assets oder Probleminseln, sondern führen und optimieren IT-Prozesse. Die Definition von IT-Services zur Unterstützung von Geschäftsprozessen und die Sicherung ihrer Qualität durch überwachte Infrastrukturen, Bereitstellung zentraler Service-Stellen und die Zusicherung von Service Level Agreements, trägt dazu bei, dass eine IT-Organisation vom reaktiven Costcenter zum proaktiven, wertschöpfenden Produktionsfaktor wird.

Genau hier kann Open Source eine wertvolle Unterstützung sein. Durch eine deutlich höhere Flexibilität bei geringerer Abhängigkeit und niedrigeren Kosten im Vergleich zu Closed-Source-Produkten können Infrastrukturen besser überwacht, manuelle Tätigkeiten erfolgreicher automatisiert und Prozesse transparenter integriert werden.

Wie für jedes IT-Projekt und jede neu einzuführende Lösung sind auch für die Einführung einer Open-Source-Datacenter-Managementlösung Know-how, Methode und Werkzeuge drei wesentliche Faktoren. Nur wenn das Personal oder der Dienstleister versteht, den Beratungsspagat zwischen Business-Anforderungen und technischer Integrationsschicht zu meistern, eine strukturierte Vorgehensweise nach Best Practices anwenden kann und die geeigneten Open-Source-Werkzeuge mit businesstauglichem Reifegrad kennt und implementieren kann, wird sich die Einführung erfolgreich meistern lassen.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einführung

Ein typisches Rechenzentrum betreibt viele Services. Closed-Source- und Open Source-Werkzeuge erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. Vorstand, Geschäftsführer oder Endanwender interessieren weder Technologien noch Hersteller. Für sie ist nur wichtig, dass bestimmte Fachanforderungen erfüllt werden. Das Know-how der IT-Organisation sollte sich also nicht nur auf die Administration und den Betrieb von IT-Applikationen konzentrieren. Vielmehr geht es darum, einen Mehrwert für diesen Personenkreis zu schaffen und Prozesse zu entwickeln, die Arbeitsvorgänge automatisieren und die User entlasten.

Hier kann Open Source dank der Flexibilität im offenen Code punkten. Man muss nicht länger auf eine Schnittstelle des Herstellers warten, sondern schreibt sie im Fall des Falles selbst. Fakt ist, dass das Wissen um die eigenen Prozesse und Anforderungen der Grundstein ist, um ein umfassendes Datacenter-Management auf Open-Source-Basis erfolgreich einführen zu können.

Die geläufigste Vorgehensweise bei einer strukturierten Projektierung, sowie bei Service und Support ist die IT Infrastructure Library. ITIL ist mittlerweile in der dritten Version beschrieben und hat sich mit seinen Best Practices zum De-facto-Standard entwickelt. Doch wie kann man ITILv3 nutzen, um IT Servicemanagement (kurz ITSM) auf der Basis von Open Source einzuführen?

Themenseiten: Gastbeiträge, IT-Business, Networking, Netzwerk, Open Source, Technologien, it-novum

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