EU-Kommissarin Reding fordert Privatisierung der ICANN

US-Präsident Barack Obama soll eine transparente und multilaterale Verwaltung des Internets schaffen. Die ICANN untersteht derzeit dem US-Handelsministerium. Die Vereinbarung mit der US-Regierung läuft Ende September aus.

Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, hat Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, die vollständige Privatisierung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) gefordert. Die 1998 gegründete gemeinnützige Organisation, die alle Top-Level-Domains verwaltet, untersteht laut einer am 30. September auslaufenden Vereinbarung derzeit noch dem US-Handelsministerium.

In ihrer wöchentlichen Videobotschaft forderte Reding US-Präsident Barack Obama auf, eine transparente, demokratische und multilaterale Verwaltung des Internets zu schaffen. Angesichts mehrerer hundert Millionen Internetnutzer weltweit sei es nicht mehr vertretbar, dass ein Ministerium eines einzelnen Landes die Aufsicht über das Internet habe.

ICANN-CEO Paul Twomey erklärte gegenüber The Guardian, seine Organisation arbeite schon unabhängig. Zudem gehöre die EU einem Beratungskomitee an, das aus 120 internationalen Regierungsvertretern bestehe. Die Struktur der ICANN verhindere, dass eine Gruppe in der Lage sei, ihre Bedürfnisse über die Interessen anderer Mitglieder zu stellen. Die Zusammenarbeit mit der Regierung in Washington habe in der Vergangenheit dabei geholfen, ein stabiles, unzensiertes Internet zu schaffen, so Twomey.

Themenseiten: ICANN, Internet

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