Stuttgart sagt Computerspiel-Wettbewerb ab

Grund für den Rückzieher ist der Amoklauf von Winnenden. Den Veranstalter Turtle Entertainment soll eine Mitschuld treffen: Er wollte angeblich nicht auf das Angebot von Ego-Shootern verzichten.

Die Stadt Stuttgart hat wegen des Amoklaufs von Winnenden die für den kommenden Freitag geplante Computerspiel-Veranstaltung (PDF) der ESL im Rahmen eines „Intel Friday Night Game“ abgesagt. Laut Wolfgang Schuster (CDU), Oberbürgermeister der baden-württembergischen Landeshauptstadt, könne man angesichts des Amoklaufs eine solche Veranstaltung derzeit nicht akzeptieren. „Wir sind das den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer schuldig.“

Mitverantwortlich am Spielverbot sei der ESL-Veranstalter Turtle Entertainment. Dieser habe die Turnierspiele Counter-Strike 1.6 und Counter-Strike: Source nicht durch unverfängliche Strategiespiele ersetzen wollen.

Die ESL distanzierte sich von den Vorwürfen der Stadt Stuttgart und des Hallenbetreibers. Der Dialog über eine Verschiebung der Veranstaltung oder die Verwendung anderer Spiele sei von der Stadt nicht gesucht worden, obwohl Turtle Entertainment jederzeit dialogbereit und lösungsorientiert gewesen sei. Man bedauere die Absage, denn der Event wäre eine ideale Möglichkeit gewesen, sich differenziert mit dem Thema Computerspiele als Teil der heutigen Jugendkultur auseinanderzusetzen.

Durch die Absage per Fax weniger als drei Tage vor Beginn des Aufbaus sei es nicht möglich, einen anderen Austragungsort zu finden. Man suche jedoch nach einem Ersatztermin für die laufende Saison. In welcher Form so ein Event stattfinden werde, sei noch nicht spruchreif.

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2 Kommentare zu Stuttgart sagt Computerspiel-Wettbewerb ab

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  • Am 25. März 2009 um 13:14 von AKO

    reiner Populismus
    Schade das der Artikel nicht darauf eingeht das auch die im Vorfeld des Intel Friday Night Games geplante Eltern-LAN findet ebenfalls nicht stattfinden konnte!!! Dort hätten sich Eltern einen Eindruck davon verschaffen können, was die Kids,Jufendlichen und auch erwachsenen Gamer am Computer so machen.Diese Veranstaltung wird auch von der Bundeszentrale für politische Bildung mitgetragen. Stuttgarts Bürgermeister Wolfgang Schuster hat sich mit diesen Äußerungen ins populistische Fahrwasser begeben. Erst wenn die Gamingindustrie mehr Umsatz macht als unsere Sportschützen wird sich etwas an der Diskussion ändern.

    • Am 25. März 2009 um 23:31 von Gnarzo

      kein reiner Populismus
      Das stimmt so nicht. Ich wohne in Stuttgart und eine ganze Menge Leute hier hätten überhaupt kein Verständnis, wenn in unmittelbarer zeitlicher und räumlicher Nachbarschaft zu dem Amoklauf dieses Event stattfinden würde. Ich fände es selbst auch unangemessen und den Opfern / Angehörigen gegenüber pietätlos.
      Ich spiele ansonsten auch gern Spiele (auch Shooter) und halte nichts von einfachen Schuldzusammenhängen, finde aber auch, dass gewisse Inhalte dringend hinterfragt werden sollten.
      Die Welt geht nicht unter, wenn ein Spieleevent nicht stattfindet. Der Amoklauf hingegen war eine Tragödie, angesichts derer man auch mal innehalten kann.

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