Zehn Jahre MP3-Player: ein Rückblick

1998 kam der erste für den Massenmarkt geeignete MP3-Player in den Handel. Heute gibt es in vier von zehn Haushalten MP3- oder MP4-Spieler. Oft wird aber vergessen, dass es sich um eine deutsche Erfolgsgeschichte handelt.

Im September 1998 kam mit dem „Rio Diamond PMP300“ der erste für den Massenmarkt taugliche MP3-Spieler auf den Markt. Heute sind die handlichen Abspielgeräte aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken: In 41 Prozent aller Haushalte in Deutschland befindet sich mindestens ein MP3- oder ein MP4-Spieler, stellte jüngst eine Studie des Branchenverbandes Bitkom in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Roland Berger fest. Und es werden rasant mehr: 2008 sollen knapp 7 Millionen weitere MP3- und MP4-Spieler verkauft werden.

Anlässlich des Jubiläums hat das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), das durch seine Mitarbeiter Karlheinz Brandenburg, Harald Popp und Bernhard Grill maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war, auf seiner Website einen Bereich eingerichtet, in dem die Entwicklung von den frühen Jahren der MP3-Entwicklung über die rasante Entwicklung bis heute festgehalten wird.

Neben der ausführlichen Darstellung der MP3-Geschichte finden sich dort auch ein Überblick über das Entwicklerteam sowie Videoclips, in denen die Entwickler von ihrer Arbeit berichten. Die verlief bei weitem nicht immer so geradlinig und reibungslos, wie man sich das im Nachhinein vorstellt: So erinnern sich etwa Popp und Grill an einen Auftritt bei einer amerikanischen Technologiemesse. Sie wollten dort den neuen Audiocodec präsentieren, wurden aber vom Publikum wegen der benachbarten Stände – mit einem Schachcomputer und einem Bierkühler – weitgehend ignoriert.

Andere erkannten das Potenzial schneller. So nutzten Radiosender Anfang der 90er Jahre Standleitungen der Deutschen Post, um Rundfunkprogramme zwischen räumlich getrennten Studios zu übertragen. Die Leitungen waren jedoch sehr teuer und fest geschaltet. Mit dem vom Fraunhofer IIS entwickelten MP3-Vorläufer ASPEC wurde die Codierung von Sprache und Musik in hoher Qualität bei 64 KBit/s möglich – der Übertragungskapazität eines ISDN-Kanals.

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