Online-Marktplatz für Filmraritäten gestartet

New Yorker Filminstitut kooperiert mit Amazon

Das als Non-Profit-Organisation konzipierte New Yorker Filminstitut Tribeca Film Institute hat heute in Kooperation mit dem Online-Händler Amazon einen Internet-Marktplatz für Film- und Videoraritäten aller Art gestartet. Wie die New York Times berichtet, sollen mit dem Reframe genannten Dienst vor allem solche filmischen Werke einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die ansonsten im herkömmlichen Handel nur sehr schwer bis gar nicht zu finden sind.

Für Besitzer älteren Filmmaterials bietet die Seite zudem die Möglichkeit, Inhalte in die heute gängige digitale Form zu konvertieren. Ist ein Werk einmal umgewandelt, erhält der Rechteinhaber von Reframe nicht nur seine digitale Kopie, sondern auch die Möglichkeit, die betreffenden Inhalte über das Amazon-Netzwerk zu vertreiben. Die so erzielten Einnahmen werden unter dem Eigentümer und der Film-Plattform zu gleichen Teilen aufgeteilt.

„Mit dem Start des neuen Dienstes wollen wir selteneres Filmmaterial aus den Regalen der Archive in die Hände der Menschen bringen“, erklärt Brian Newman, Geschäftsführer des Filminstituts, gegenüber der New York Times. Einerseits beabsichtige man mit dem Dienst, eine gemeinnützig orientierte Dokumentationsstelle für Kurz- und Spielfilme sowie verschiedene Videoarbeiten zu etablieren. Andererseits sollen dadurch aber auch Rechteinhaber einen Mechanismus zur Verfügung gestellt bekommen, der ihnen den Verkauf oder Verleih von Downloads und DVDs über den Amazon-Marktplatz erlaubt. Inhaltlich wolle man dabei ein sehr breites Publikum ansprechen. „Wir wollen Qualitäts-Content anbieten. Typisches User-generiertes YouTube-Material oder pornografische Inhalte werden aussortiert“, so Newman.

Dass so viele Filme, Videos und medienkünstlerische Beiträge in den Regalen der Archive verstauben, hat Newman zufolge vor allem zwei Gründe: „Vielfach passiert das aufgrund unklarer Rechtssituationen. Weitaus öfter spielen in diesem Zusammenhang aber die hohen Konvertierungskosten in das digitale Format eine Rolle.“ Reframe biete in dieser Hinsicht eine kostengünstige Lösung. So könnten 90-minütige Filmstreifen zu einem Preis von 672 Dollar digital aufbereitet werden. Eine herkömmliche Konvertierung kommt laut Newman nicht selten auf mehrere Tausend Dollar.

Newman zufolge können bereits zum Start von Reframe 500 Filmtitel auf dem Portal gekauft oder gemietet werden. Ziel sei es aber, das Angebot innerhalb eines Jahres sukzessive auf 10.000 Titel zu erweitern. Einige davon, bei denen die Rechte bei kommerziellen Vertriebsgesellschaften lägen, würden ausschließlich als DVD angeboten.

Für physische Kopien nutzt der Online-Dienst den DVD-On-Demand- und für digitale Downloads den Unbox-Service von Amazon. Die Verkaufs- und Verleihpreise hängen dabei vom jeweiligen Titel sowie von der Leihdauer ab und werden vom Inhaltseigentümer selbst bestimmt.

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