Cisco: Soziale Netzwerke bestimmen zukünftig den Medienkonsum

Vizepräsident sieht im Web 2.0 den Beginn einer neuen Medienära

Laut Ciscos Vizepräsident Dan Scheinman können Unternehmen anhand von sozialen Netzwerken am besten verstehen, wie in Zukunft Content verbreitet und konsumiert werden wird. Das sei einer Gründe, weshalb Cisco Linksys und Scientific Atlanta akquiriert habe.

In seiner Keynote auf der Digital Living Connections Konferenz erläuterte Scheinman, wie die digitalen Medien die IT- und Unterhaltungsindustrie durcheinandergewirbelt haben. „Es wird Zeit, dass weniger über Networking-Standards und Mediaserver gesprochen wird, und dafür mehr über Pop-Kultur“, lautet seine Empfehlung an die Technik-Freaks. Des Weiteren meint er, dass die Mitarbeiter mehr Zeit bei Facebook und Myspace verbringen sollten, um zu verstehen, warum diese sozialen Netzwerke so bedeutend sind. Er sieht darin bereits die Lösung für viele Content-Probleme, denen sich Hollywood und andere klassische Content-Provider gegenübersehen.

Die vielen neuen privaten Angebote im Medienbereich hätten bereits dazu geführt, dass Hollywood noch mehr auf Filme für die breite Masse angewiesen sei. Und der beste Weg, die Wünsche der Konsumenten zu verstehen, seien soziale Netzwerke. „Das ist die Lösung für ihre Probleme. Wenn man möchte, dass jemand die Sachen sehen will, die man produziert und dafür auch noch bezahlt, muss man zunächst verstehen, wie man seine Produkte am besten vertreibt.“ Deshalb war seiner Ansicht nach die Akquisition von Myspace durch News Corp „einer der brilliantesten Schachzüge innerhalb der Industrie“.

„Myspace ist deshalb von so großer Bedeutung, weil die Gemeinschaft so riesig ist. Die User verbringen im Durchschnitt drei Stunden täglich auf der Community-Seite. Und Murdoch weiß genau, dass diese Netzwerke den Ausschlag darüber geben werden, was in der Medienszene passiert.“

„1500 unserer Mitarbeiter sind bei Facebook registriert, weil wir nicht die internen Ressourcen haben, ein eigenes Netzwerk anzubieten, doch viele Unternehmen liegen in Sachen Adaption der neuen Tools noch viel weiter zurück“, sagt Scheinman. „Das sieht alles nur nach Hobby-Aktivitäten von Schülern und Studenten aus, doch es zeigt ganz klar, wie in Zukunft der Handel und die Medien den Konsumenten erreichen können.“ Hierzu verweist er auf den Erfolg eines Youtube-Videos über Cola-Light, das tausendfach betrachtet wurde, während andererseits die Coca-Cola-Werbung im Fernsehen immer häufiger übersprungen wird.

„Wir erleben den Beginn einer neuen Medienära, in der die Konsumenten die Werte und die Kreativität bestimmen“, lautet sein Statement. Als Beweis für seine These verweist er auf den Erfolg von Google, Youtube und Yahoo, deren Arbeitsweise sich komplett von den früher üblichen, stark technologieorientierten Methoden im Silicon Valley unterscheide.

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