T-Systems: Internes Papier zum Sparprogramm im Web aufgetaucht

Mitarbeiter müssen auf Inlandsflüge, Geschäftswagen und Getränke bei Meetings verzichten

Bei T-Systems regiert der Rotstift: Wie die „Wirtschaftswoche“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, gilt für die Mittelstandssparte „Business Services“ seit wenigen Wochen ein radikaler Ausgabenstopp. Verantwortlich dafür ist T-Systems-Chef Lothar Pauly persönlich. Pikant: Eine interne Sparliste ist ins Internet gelangt und listet die neuen Einschränkungen akribisch auf.

So müssen die Mitarbeiter künftig bei Meetings auf Obst, Kekse und Brötchen verzichten. Getränke sind erst ab einer Konferenzdauer von 4 Stunden zugelassen. Auch die Weihnachtsfeiern sowie Teambildungsmaßnahmen sind dem Dokument zufolge ersatzlos gestrichen. Give aways soll es intern und extern ebensowenig geben wie Inlandsflüge oder neue Geschäftswagen.

Sogar bei der Fortbildung wird eisern gespart: Alle Maßnahmen wie Lehrgänge, Qualifizierungen und Managementprogramme sollen ersatzlos gestrichen werden. Interne und externe Leiharbeit soll bis Ende des Jahres beendet werden. Gestoppt werden ferner sämtliche Investitionen in neue Büroaustattung.

Mit dem drastischen Sparprogramm reagiert Pauly auf die schleppenden Umsätze bei T-Systems. Ungewöhnlich ist, dass das Management nun auch bei Forschung und Entwicklung sowie bei der Fortbildung der Mitarbeiter spart. Genau diese Bereiche sind für das künftige Wachstum eines Unternehmens lebensnotwendig.

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9 Kommentare zu T-Systems: Internes Papier zum Sparprogramm im Web aufgetaucht

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  • Am 9. Oktober 2006 um 18:23 von Rudi Mentär

    Spar’s Wasser, Helmut
    Zitat:

    "Genau diese Bereiche sind für das künftige Wachstum eines Unternehmens lebensnotwendig."

    Ja, aber halt nicht für eine Behörde.
    Die interne Kommunikation können sie ja wieder auf die guten, alten deutschen Postreiter umstellen. Da fallen dann auch wieder ein paar Äpfel ab, fehlen also nur noch die Kekse…

    Bei T-Com ist es ja ähnlich: ISDN wird da immer noch als die absolute Speerspitze moderner Telekommunikation angepriesen, da lachste Dich schlapp.

  • Am 10. Oktober 2006 um 8:30 von Eichkater

    Vierstündige Meetings?
    Das beste Einsparungspotential sehe ich in der Abschaffung endloser Meetings. Kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht sollten Besprechungen sein. Dann müssen auch keine Verordnungen über die Obstverteilung erlassen werden!

    • Am 10. Oktober 2006 um 10:07 von Schall und Rauch

      AW: Vierstündige Meetings?
      Wie laufen denn Meetings bei Euch ab?
      Ist das nur Befehlsausgabe, oder werden dort Dinge auch diskutert?
      Es kommt doch wohl immer auf dem Umfang der zu besprechenden Punkte an. Und Meeting = Besprechung. Man bespricht also etwas und erwartet, dass jeder seine Meinung und Ideen äußert. Ein Meeting ist meist keine Präsentation. Es sollen Ideen ausgearbeitet werden. Und das kann schon mal länger als vier Stunden dauern.
      Allerdings werden im Management zuviele überflüssige Meetings abgehalten, und in dennen alt Bekanntes immer wieder neu aufgewärmt, weil keiner richtig Protokoll führt, und die viele Teilnehmer eigentlich nicht in die Runde gehören.

      Ich finde es allerdings nicht richtig auch hier den Rotstift anzusetzen. Als wenn man durch den Verzicht auf Obst, Keksen oder Getränken Millionen einspart.
      Das ganze Paket sieht mir stark nach "ich will, aber kann nicht" den richtigen Weg aus dem Dilema finden.
      Man sollte vielmehr erst mal die ganzen Bereiche und Abteilungen auflösen, die im Grunde nur Selbstzweck sind, und somit nur Kosten verursachen.
      Geschäftswagen würde ich für das gesamte Unternehmen streichen. Kleine Angestellte müssen auch mit ihrem Privatwagen fahren, und das auch oft über zig Kilometer jeden Tag. Und die haben nicht so ein Gehalt wie die ganzen Manager.

    • Am 10. Oktober 2006 um 10:56 von Nachhilfelehrer

      AW: AW: Vierstündige Meetings?
      Sie fragten (rein rethorisch)
      …wie sehen denn die Meetings bei Euch aus…?

      Ich antworte:

      Wenn wir einmal "Meeting" als BESPRECHUNG definieren, und nicht als Kreativsitzung, wie sie zB in Agenturen gelegentlich ablaufen, DANN GILT…

      1. Vorbereitung: Ein Meeting ist kein netter "Labertreff", sondern ein vorbereitetes Treffen zu geschäftlichen Inhalten.
      DIESES Treffen wird vorbereitet!!!
      Und selbst in sog. Vertriebsmeetings lassen sich die wirklich wichtigen Themen in kurzer Zeit klären!!!

      2. Das Besprochene muss ankommen:
      Kaum jemand kann sich länger als 4 Stunden voll konzentrieren!!
      BSPL: Klausuren dauern maximal 4 Stunden, und das ist schon SEHR lange:), auch wenn man keine x Leute um sich herum sitzen hat, die einen mit Einzelschicksalen zu müllen.

      Da ist es doch viel schlauer wenn man:
      A -> Komplexxe Sachverhalte allen TN schriftlich vorab mitteilt.
      B -> Entscheidungen dann nur noch kurz diskutiert, um sie dann schneller zu realisieren.
      C -> Wichtige Punkte protokolliert.
      Übrigens, wenn man sich jetzt vorstellt dass jeder TN danach auch noch ein 4-8 Stunden Prot. lesen soll, dann wird der Unsinn von Marathon-Treffs noch deutlicher.

      ODER das Beispiel Lenkzeiten in Lkw:::
      Zitat a.d. VERORDNUNG (EG) Nr. 561/2006…
      "Nach einer Lenkdauer von viereinhalb Stunden hat ein Fahrer eine ununterbrochene Fahrtunterbrechung von wenigstens 45 Minuten einzulegen, sofern er keine Ruhezeit einlegt."… Zitat-Ende.
      Auch wenn das eine EU-Regelung ist ;), so ergibt sie doch Sinn :))

      EIN 4+ Stunden-Treffen nennt man nicht Meeting, sondern Tagung, oder Versammlung, oder Schulung, oder Party… Ein nettes Beisammensein halt, währenddessen die Arbeit ruht, oder von anderen erledigt wird ;)

      ODER besprichst Du Dich auch an anderen Orten ÜBER 4 Stunden én Block ??? (Frau, Freunde etc.)

      Wenn doch, dann hoffe ich dass Du Dir bewusst bist, dass keiner eine 4-Stunden Unterhaltung wiedergeben kann :o)

      Viele Grüsse

      PS: Wer Ironie findet der darf sie behalten.
      PPS: Alles nur meine persönliche Meinung !

    • Am 10. Oktober 2006 um 11:20 von Schall und Rauch

      AW: AW: AW: Vierstündige Meetings?
      Deine Punkte sind theoretisch vollkommen korrekt. Das Problem ist nur, dass es in der Praxis doch oft anders zugeht. Sicher arbeitet man vor, und tielt komplexe Sachverhalte zuvor den anderen TN mit. Jedoch werden doch genau diese Sachverhalte in den Meetings dann eingehend besprochen, und nicht immer bloß abgenickt, denn es tauchen immer wieder neue Aspekte auf, die bedacht werden wollen.
      Und bei längeren Meetings macht man zwischen den Themengebieten halt Pausen. :-)

      Übrigens sind Meetings auch Projektgespräche z.B. mit dem Kunden, der mal eben mit neuen Anforderungen um die Ecke kommt.
      Man kann das also nicht so verallgemeinern, und sagen "kurz und prägnant" passt immer.

      Aber ich gebe Dir Recht, viele Meetings sind überflüssig weil es reine Laberstunden sind. Du kennst doch den Spruch "Sind Sie einsam? Dann gehen Sie in eine Besprechung." :-)

  • Am 10. Oktober 2006 um 10:22 von Nachhilfelehrer

    NachHilfe – Kostenlos aber nicht umsonst
    Hallo,
    Sie lesen jetzt eine persönliche Meinung!

    1. dienen diese Massnahmen wohl nur einem Ziel:
    …Der Zusammenführung innerhalb der Unternehmensgruppe…

    2. lesen sich diese Massnahmen wie eine Anleitung aus der Reihe: "Wie demotiviere ich mein Team maximal"…

    3. Ich persönlich habe noch nie ein 4-stündiges Meeting veranlasst, da ich darin keinen Sinn sehe. In meinem Sprachgebrauch heisst so etwas dann nicht Meeting, sondern Party :)
    Umgekehrt habe ich nämlich auch noch einem 4+ stündigen Meeting teilgenommen, von dem ich dann sagen konnte: "Toll – DAS hat jetzt wirklich etwas gebracht."
    -> Man stelle sich einmal die Lohnkosten solcher Meetings vor.

    4. Wenn ich Vorbild sein will, dann gibt es bei solchen Massnahmen KEINE Ausnahmen. Sie gelten dann für ALLE GLEICH. "…Ausnahmen durch GL…"
    Ich bezweifle hier einmal dass dies auch so gehandhabt wird.

    5. Stops in der Entwicklung von Mitarbeitern und Produkten, speziell wenn sie zu pauschal und zu 100% erfolgen, helfen nur den Wettbewerb und nie dem Unternehmen selbst!!!
    ZEIT kann nicht nachgeholt werden!

    6. Die Tatsache das diese Liste erschienen ist, zeigt deutlich wie es derzeit um die interne Layalität bestellt ist :o)

    7. Und zu guter Letzt:
    Wenn ein Unternehmen dieser Grösse komplett auf externe Beratung "verzichtet", dann ist es schlecht beraten.

    Nach der Lektüre der Liste weiss ich jetzt sehr genau wo ICH mit der Kostensenkung beginnen würde…

    Alles in Allem habe ich durch diese Liste einmal wieder einen interessanten Einblick in ein Top-Management erhalten ;)

    MEIN DANK GEHT AN DEN "LISTEN-LIEFERANTEN"!

    Respektvolle Grüsse
    Ein Branchenkenner ;)

    PS: Wer Ironie findet darf sie behalten.

  • Am 10. Oktober 2006 um 10:52 von Der Skeptiker

    Das kennen wir doch aus USA
    Solche Extrem-Sparkurse kennt man aus den USA. Wenn ein Jahresendziel erreicht werde soll – warum auch immer – wird der Geldhahn zugedreht.

    Ich finde das richtig. Jetzt ist auch mal der Aktionär dran und nicht nur Betriebsrat, Öffentlichkeit und Trillerpfeifen.

    Die gezielte Indiskretion verschweigt, dass solche Sparprogramme immer zeitlich begrenzt sind. Wenn das Mgmt das vergessen haben sollte zu kommunizieren, dann war das ein großer Fehler.

    T-sys ist bei der Telekom das Komplementär zu SBS bei Siemens. Interner und externer Outsourcer gleichermaßen.

    Zu den Beratern: Wenn T-Sys seine Kunden in Sachen IT berät, dann kann es doch nicht sein, dass man sich gleichzeitig wieder von Außen beraten lässt. Das macht die Sache unendlich und vermeidbar teuer.

    Entweder der Laden hat seine Kompetenz und lernt von seinen Lieferanten oder man muss ihn zu machen. Dass KPMG & Co. auf Vorstandsebene weiter berät, ist selbstverständlich und wird nicht weiter kommuniziert.

    Wenn jetzt T-com seinen Ballast abwirft, dann könnte der Aktienkurs auch mal wieder steigen.

    (hoffentlich)

    • Am 10. Oktober 2006 um 11:06 von Qualität_ist_Trumpf

      AW: Das kennen wir doch aus USA
      Zum Thema KKPMG & Co kann man nur sagen das es immer wieder verblüfft was uns da gerade flügge gewordene Jungfedervieh über Abläufe und Verbesserungsmaßnahmen erzählt. Die haben noch nie in einer IT Firma gearbeitet und wollen aus Checklisten heraus uns erzählen was wir besser machen sollen. Hier werden Millionen für Einsparungen auf Kosten der Mitarbeiter aber nicht für das Fortkommen der Firma versenkt.

  • Am 10. Oktober 2006 um 13:40 von Whisk

    Ballast?
    Ist Forschung und Entwicklung in der Telekommunikation jetzt schon Ballast?
    In 2-3 Jahren läufts bei der Telekom (oder dann [mal wieder] ausgegliederten Bereichen) genau so, wie bei Siemens. Ein Manager tritt vor die Kameras und verkündet:"Sorry, die Vorgängerregie…äh…GL hat uns einen Trümmerhaufen hinterlassen. Wir verkaufen an einen seriösen Abnehmer in Fernost"

    Man kann sich echt nur an den Kopf fassen, was manche über den Wegfall des wichtigesten Standbeins eines Unternehmens von sich geben nur weil sie kurzzeitig nen kleinen Aktiensprung ihrer "Volksaktie" erwarten.

    Langfristig denken, dann freuen sich Manager und "Trillerpfeifen"

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