Europas Telekomriesen schielen auf Wachstumsmärkte

Potenzial in Türkei und Nahem Osten geortet

Angesichts zunehmender Sättigung auf den Heimmärkten setzen europäische Telekomanbieter verstärkt auf eine Expansion in Wachstumsmärkte wie die Türkei oder den Nahen Osten. Dabei stoßen sie aber auf harte Konkurrenz lokaler Wettbewerber. Telekomprovider wie Emirates Telecommunications oder die Ägyptische Orascom haben ebenso ihre Fühler nach möglichen Übernahmezielen in der Region ausgestreckt wie große Industriekonsortien, etwa die Saudi-Arabische Saudi Oger, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ).

Wachstumsmärkte wie der Nahe Osten bieten den europäischen Telekomriesen wie Vodafone oder der spanischen Telefonica neues Wachstumspotenzial. Während etwa die Zahl der Mobilfunkkunden in Westeuropa im abgelaufenen Schlussquartal 2005 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent gestiegen ist, verzeichneten die Mobilfunkmärkte Naher Osten und Afrika Zuwachsraten von 34 bzw. 55 Prozent. „Die Türkei und der Nahe Osten sind sehr interessante Investmentregionen“, schätzt auch Erste-Bank-Analyst Andras Szalkai. „Die Penetration sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich war hier sehr niedrig.“ Die stark gestiegenen Ölpreise wirkten sich in der Region nun positiv auf das Konsumverhalten aus, natürlich auch auf die privaten Ausgaben im Telekombereich, erklärt Szalkai.

Die Konkurrenz, etwa aus dem Nahen Osten oder Russland, hat das Potenzial dieser Märkte aber ebenfalls erkannt. Die begrenzte Zahl der Übernahmeziele sorgt laut WSJ für einen besonders intensiven Wettkampf der Investoren, was sich auch in den Preisen niederschlägt. So lieferten sich etwa die russische Alfa Group und der schwedische Telekomkonzern Telia Sonera eine Auseinandersetzung um Anteile am türkischen Mobilfunkprimus Turkcell, die Alfa für sich entscheiden konnte. Das russische Industriekonsortium legte für einen Anteil von rund 13 Prozent 3,3 Milliarden Dollar auf den Tisch.

Auch China hat bereits sein Interesse an neuen Wachstumsmärkten bekundet. Im Vorjahr hatte der chinesische Mobilfunkriese China Mobile bei der Privatisierung des pakistanischen Telekomkonzern Pakistan Telecom mitgeboten. Der 26-prozentige Anteil an dem Staatskonzern war den Chinesen 1,4 Milliarden Dollar wert. Den Zuschlag hatte allerdings der als Etisalat bekannte arabische Telekomkonzern Emirates Telecommunications erhalten. Der Konzern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten legte für den Anteil an Pakistan Telecom 2,6 Milliarden Dollar auf den Tisch.

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