Handyherstellern droht Umsatzrückgang

Absatzplus kann Preisverfall nicht ausgleichen

Obwohl 2006 rund um den Globus so viele Handys über die Ladentische gehen werden wie nie zuvor – Experten rechnen mit 850 Millionen verkauften Geräten – drohen der Branche Umsatzeinbußen. Geht es nach den kalifornischen Marktforschern von Isuppli soll der Umsatz, der weltweit mit der Handyherstellung generiert wird, im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 109,7 Milliarden Dollar zurückgehen.

Grund ist den Isuppli-Analysten zufolge die zunehmende Sättigung der Mobilfunkmärkte in den Industrienationen, die die Handyhersteller zu einer Senkung der Preise zwänge. „Weil die Handy-Sättigung in den entwickelten Ländern bereits so hoch sei, fehle eine ausreichende Verbrauchernachfrage, um das Marktwachstum anzutreiben“, so der Isuppli-Analyst Scott Smyser. Um aber Konsumenten in den weniger entwickelten Ländern wie Indien und China anzuziehen, müssten die Handyhersteller extrem günstige Geräte anbieten, erklärte Smyser.

Ähnlich schätzen diesen Trend auch andere Branchenanalysten ein. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Handys (wholesale) soll bis 2008 auf unter 160 Dollar schrumpfen, sagte etwa Gartner-Analyst Martin Gutberlet. 2005 hatten die Handyhersteller noch 166 Dollar verlangt. „Neben dem Bedarf für sehr günstige Handys in Schwellenländern sowie der Marktsättigung in den Industrienationen macht Gutberlet aber in der zunehmenden Konsolidierung der Mobilfunkprovider einen zusätzlichen Grund für den Preisverfall aus: „Die Einkaufsmacht der Mobilfunker steigt mit deren Größe.“ Die Handyproduzenten werden aufgrund des Preisverfalls unter Margendruck geraten. „Zweistellige Gewinnmargen werden schwer zu halten sein“, so Gutberlet.

Die trüben Aussichten sollen den Experten zufolge in den kommenden Jahren anhalten. Erst 2009 geht es laut Isuppli mit den Umsätzen wieder aufwärts. Dann könnten immer mehr Verbraucher auf höher entwickelte und teurere 3G-Geräte setzen, mit denen sich Videos und Musik abspielen oder Fotos schießen lassen.

Smyser rechnet damit, dass die für die Handyhersteller lukrativeren 3G-Handys im Jahr 2009 einen Anteil von 40 Prozent am Gesamtmarkt ausmachen. Gartner schätzt übrigens, dass im Jahr 2009 rund eine Milliarden Handys verkauft werden, davon rund 350 Millionen UMTS-Handys. Der Trend zum UMTS-Handy soll sich in den kommenden Jahren von Japan und Europa aus auf dem gesamten Globus verbreiten. „Die Hersteller sind bereit für das UMTS-Massengeschäft“, prognostizierte Gutberlet abschließend.

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