Akzeptanz von Handy-TV in Deutschland ungewiss

Zwei Studien - zwei Meinungen

In Bezug auf die geplante Einführung von Handy-TV 2007 lässt sich nicht sagen, ob seine Etablierung in Deutschland Schwierigkeiten bereiten wird oder ob die Deutschen schon jetzt nicht mehr abwarten können, endlich mobil fernzusehen. Pessimistische Prognosen kommen von der aktuellen Mobinet-Studie, die von Top-Managementberatung A.T. Kearney gemeinsam mit der Cambridge University durchgeführt wurde. Danach sind derzeit nur elf Prozent der Westeuropäer und sieben Prozent der Nordamerikaner bereit, für Handy-TV auch zu bezahlen. „Was eine große Rolle spielen wird, ist das Preisangebot, das die Anbieter für Hardware und Nutzung machen werden. Ist der Preis niedrig genug, kann man Mobile TV zweifelsohne pushen“, so Sören Grabowski.

„Definitiv wird sich mobiles Fernsehen durchsetzen“, sagte dagegen Andreas Klein, Analyst bei Goldmedia. Es gäbe mehrere Studien zu diesem Thema, die sich widersprächen. Die Studie von Goldmedia habe allerdings den Vorteil, Pilotprojekte miteinbezogen zu haben, was den Zugang der Befragten zu mobilem Fernsehen stark erleichtert habe. „Ich war am Anfang auch gegen mobiles Fernsehen, doch nur so lange, bis ich gesehen habe, wie es funktioniert. So geht es vielen“, erklärte Klein die unterschiedlichen Studien-Ergebnisse. Die unabhängige Goldmedia-Studie berechnet eine hohe und breite Akzeptanz für Handy-TV. Danach äußerten sich bis zu 80 Prozent der Befragten positiv zu Mobile TV-Angeboten. Die durchschnittliche Zahlungsbereitschaft wurde zwischen fünf und 12,50 Euro pro Monat angegeben.

Das sieht die Mobinet-Studie anders. Die Zahlungsbereitschaft in Deutschland und Westeuropa sei im weltweiten Vergleich sehr gering, was angesichts der vielfältigen Free TV-Landschaft in Deutschland auch nicht weiter verwundere. Auch die Golmedia-Studie sieht keine Konkurrenzsituation zwischen Fernsehen und Mobile-TV. „Das Nutzungsverhalten zwischen Handy-TV und Großbildfernsehen ist ja ein gänzlich anderes“, so Klein. Beide Experten der Studien sind sich dahingehend einig, dass die Fußball-WM 2006 der ideale Zeitpunkt wäre, der breiten Öffentlichkeit eine Begegnung mit dem für viele noch abstrakten Handy-TV zu ermöglichen.

Themenseiten: Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Akzeptanz von Handy-TV in Deutschland ungewiss

Kommentar hinzufügen
  • Am 17. November 2005 um 17:12 von KeinHandyFan

    Wer braucht diesen teuren Müll denn wirklich?
    Denn Geld hat doch eigentlich kein Mensch übrig.

    • Am 17. November 2005 um 22:17 von Ulrich

      AW: Wer braucht diesen teuren Müll denn wirklich?
      Der Meinung bin ich auch ! Ich brauche mein Handy eigentlich nur zum Telefonieren und zu mehr nicht ! Der Rest ist eigentlich entbehrlich…

  • Am 17. November 2005 um 23:38 von Heideldei

    Goldmedia hat auf jeden Fall schon die Kohle für die Studie …
    nicht nur manchmal stellt sich die Frage, woher die "Studienmacher" zu so einer Feststellung kommen: "… zwischen 5 und 12,50 Euro …" wären ein akzentabler Preis.
    Was soll ich mir da ansehen? Werbung von Henkel und die blöden Quiz-Fragen von RTL & Co.

    Natürlich könnte ich mir vorstellen, dass die unter Realitätsverlust lebenden Fussballdeppen, noch mehr für so einen Dreck bezahlen würden.
    Dagegen spricht allerdings, dass sich diese Gruppe dann nicht mehr besaufen könnten – und wer – schaut schon "nüchtern" Fussball.

    Also, leider hier auch kein Markt.

    Und ich mache mich jetzt an Suche nach einem Partner, mit dem Ziel – Pro- und Kontra-Studien zu entwerfen (fälschen) und die verscherbeln wir dann abwechselnd an die Medientrottel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *