Suse und Red Hat machen gemeinsame Sache

Zusammen mit HP wollen sie Versicherungen und Banken den Umstieg auf Open Source-Software schmackhaft machen. Eine weitere Initiative, die sich direkt gegen Sun richtet, dessen Solaris im Bankensektor auf vielen Applikationsservern liegt.

Zwar ist Linux aufgrund der vorteilhaften Lizenzkosten für viele Banken und Versicherungen interessant, doch befürchten sie häufig zusätzliche finanzielle Belastungen und unerwartete Probleme bei der Implementierung. Daher vertrauen die meisten von ihnen nach wie vor auf die bestehenden und zumeist unter Suns Solaris laufenden Applikationsserver.

HP, Novell und Red Hat haben nun jedoch die Initiative Linux Versiba ins Leben gerufen. Ziel ist es, Versicherungen und Banken den Umstieg auf das Open Source-Betriebssystem zu erleichtern. Zusammen mit Partnern und unabhängigen Software-Anbietern (Independent Software Vendors, ISV) bieten die Unternehmen Lösungen, die auf die spezifischen Anforderungen von Banken und Versicherungen zugeschnitten sind. Unter anderem soll BEA die Middleware liefern, da das Unternehmen bereits weit in den Finanzsektor hinein vorgedrungen ist.

Zu Linux Versiba gehören spezifische Anwendungen der Finanzwirtschaft. Dazu zählen elektronisches Formular-Management mit digitaler Signatur, der Börsenhandel sowie Lösungen für das Kundenmanagement über verschiedene Kommunikations- und Vertriebswege (Multichannel Banking). Die Angebote sollen das Open Source-Betriebssystem zur echten Alternative für Banken und Versicherungen machen. Zudem sollen die Anwender Service und Support erhalten, den sie von herkömmlichen Plattformen gewohnt sind. Auch die Verfügbarkeit der benötigten Treiber sei gewährleistet.

Zum Portfolio gehören unter anderem Server, Speichersysteme, Desktop-PCs, Notebooks und Peripherie-Geräte wie Drucker oder Scanner von HP sowie Suse Linux Enterprise Server 9, Novell Linux Desktop, Red Hat Enterprise Linux 4 und Red Hat Desktop. Das Angebot umfasst zudem Office- und Kommunikations-Applikationen sowie fachspezifische Anwendungen. Dazu zählen Openexchange Server, Groupwise for Linux oder Evolution. Auch Backup and Restore-Lösungen von SEP und HP sowie Ericom Power Term und NX-Server als Betriebssysteme für Terminal Server sind im Portfolio enthalten. Teil der Angebotspalette sind auch digitale Überwachungssysteme. Dies ermöglicht Banken, ihre Kameras in die bestehende IT zu integrieren. In Vorbereitung sind außerdem die Integration von Lösungen für den Börsenhandel (Reuters, JP Morgan und Algorithmics), von Kassensoftware zum Beispiel für Geldautomaten sowie von Enterprise Management- und Überwachungssoftware.

Beim Service und Support arbeiten die Begründer der Initiative mit Partnern wie Bechtle, Computacenter, Probusiness oder Netzwerk zusammen. Das Dienstleistungsangebot reicht dabei von der Migrationsberatung über Projektmanagement, Systemintegration und Roll-Out bis zum Training. Das Service-Portfolio umfasst First, Second und Third Level Support oder Support für Updates und Patches.

Auch Finanzierungs- und Leasing-Angebote sind Bestandteil der Initiative. Dazu zählen zum Beispiel Angebote für das Mieten von Testsystemen, das Leasing von Geräten oder für das Asset- und Portfolio-Management.

Informationen zu Linux Versiba sollen ab dem 13. April 2005 unter www.linux-versiba.de bereit stehen. Das Portal wird vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Mannheim betreut.

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