Informationsangebote der Behörden unzureichend

BITKOM: Bürger und Unternehmen müssen Behördengänge online erledigen können

Bund, Länder und Gemeinden müssen nach Einschätzung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) ihre Aktivitäten auf dem Weg zur elektronischen Verwaltung verstärken. „Viele Internetangebote der Verwaltungen bestehen schlicht darin, Informationen bereitzustellen“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder anlässlich einer Veranstaltung der Bundesregierung zum aktuellen Stand der Initiative „Bund Online 2005“.

Nach einer BITKOM-Auswertung sind rund zwei Drittel der 370 Online-Dienstleistungen des Bundes reine Informationsportale. „Das reicht aber nicht aus. Bürger und Wirtschaft müssen die wichtigsten Vorgänge direkt online erledigen können“, so Rohleder. Dazu zählten öffentliche Dienste wie die Online-Anmeldung nach einem Umzug, die Beantragung von Ausweis oder Pass, Baugenehmigungen oder Kfz-Zulassungen. Rohleder: „Bei der Umsetzung öffentlicher Serviceleistungen im Internet hinkt Deutschland im europäischen Vergleich den führenden Nationen hinterher.“

Zwar sind die Projekte der Bundesregierung „Bund Online 2005“ und „Deutschland online“ sowie die Masterpläne für E-Government in den Bundesländern wichtige Schritte auf dem Weg zur Modernisierung der Verwaltungen, es fehle aber ein durchgängig abgestimmtes Vorgehen. Rohleder: „Die Koordination der zahlreichen Aktivitäten im E-Government muss deutlich verbessert werden.“ So ignorieren einzelne Bundesländer die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Standards für E-Government-Anwendungen.

Um eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen, müssen nach Ansicht des BITKOM auf Bundes- und Landesebene wirksame Steuerungs- und Managementstrukturen eingeführt werden. Zudem stehen im Gegensatz zur großen E-Government-Initiative der Bundesregierung „Bund Online 2005“ für das Projekt „Deutschland Online“ bislang keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Verfügung.

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1 Kommentar zu Informationsangebote der Behörden unzureichend

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  • Am 3. Februar 2005 um 10:04 von Joachim Drobner

    Onlinedienstleistung:
    schön das dieses thematisiert wird.Ich möchte diesen Beitrag um einem weiteren Aspekt bereichern.
    Alle Welt redet von internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Die Entwicklung und konsequente, sichere Umsetzung virtueller Techniken kann ein Beitrag zur Beschleunigung und zu Senkung der volkswirtschaftlichen Distributionskosten darstellen. Ja sogar im Bereich der Mobilität zu einer Technikführerschaft beitragen.
    Nur schade das dieses noch nicht so wirklich in der Politik herumgesprochen hat.
    Denn wärend der Staat Inhalte ins Netz stellt, verdient der Staat gleichzeitig bei der Nutzung des Angebotes:a)über die Netzte mittels seiner (monopolistischen) Telekom b)über die Steuereinnahmen!
    Über diese Verteuerung werden diese inovativen Prozesse und deren Verbreitungsgeschwindigkeit und Verbreitung in unverantwortlicher Weise behindert!
    Ich plädiere aus volkswirtschaftlichen Erwägungen heraus für den Ausbau mobiler Technologien und Anwendungen bei gleichzeitiger Senkung der Telefon- und Internetkosten. Solange jedoch der Staat die User und Steuerbürger über Gebühr melkt, werden diese Inovationsprozesse nur schleppend vorankommen, wie an vielen Bsp. zusehen ist. Warum muß ich zu meinem DSL-Zugang noch einen Telefonzugang bezahlen oder warum soll ich überteuerten UMTS-Technik- und Zugangskosten entricheten, wenn vieles sich über wireless inzwischen unkopliziert und kostengünstig bewerkstelligen läst, oder warum benötig Toll-collekt (wenn das System wirklich funktioniert)25% des Steueraufkommens für die Verwaltung?…..
    c)Als dritten Kosten- oder auch bezeichnet als Abgabenfaktor, möchte ich an die Diskusionen über die Abgaben für Internetnutzer an die GEZ erinnern.(Über die Abgaben für Kopiervorrichtungen sprechen die PC-Anwender kaum noch.)
    Auch an diesem zusätzlichen Abgabenbereichen wir deutlich, dass den Usern zusätzliche unsinnige Kosten aufgebürdet werden, denen kein unmittelbarer tatsächlich in anspruch genommener Kundennutzen gegenüber steht oder kurz gesagt, hier auch eine staatlich verordnete Quersubventionierungen anwendungsfremder Bereiche stattfindet. Begründet werden inzwischen viele derartigen Zusatzkosten für die USER mit den aufgeblähten sogenannten Paketleistungen, die man meist auf Grund fehlender Wahlmöglichkeiten und Transparenz genötigt ist mit zu buchen und zu bezahlen.
    Aus diesen hier geschilderten Gründen halte ich den Internetauftritt der Bundesregierung für einen halbherzig Schritt in die richtige Richtung! Ich wünschte mir da eher die Schaffung einer eigenständigen Behörde, die mit der Einführung neuer Techniken federführend und ressourceübergreifend betraut wird und die Koordination und Öffentlichkeitsarbeit verbessert!

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