Wurm protokolliert Netzwerkverkehr

SDBot.UJ gefährdet auch finanzielle Daten

Sicherheitsexperten haben den ersten Wurm entdeckt, der nach dem Infizieren eines Computers den Netzwerkverkehr abhören kann. Wie der „New Scientist“ berichtet, scannt SDBot.UJ vorbeigehender Verkehr auf eine netzwerk-verbundene Maschine, um Passwörter und finanzielle Daten zu entdecken. Der Wurm versucht, Fehler im Windows-Betriebssystem auszunutzen, um sich auf Computer einzunisten. Damit versucht er, andere Computer desselben Lokalnetzes zu verseuchen, indem er ein Verzeichnis offensichtlicher Passwörter eingibt, wie „Administrator“ oder „1234“.

Sobald er installiert ist, aktiviert der Wurm auch ein kundenspezifisches „Schnüffelprogramm“, was das Entwenden lebenswichtiger Daten ermöglicht. Der Wurm verbindet dann mit einem IRC-Netzwerk, was Außenseiter befähigt, die Kontrolle des verseuchten Computers zu übernehmen oder davon Daten zu erfassen. Da der Wurm sich auf alte Software-Fehler verlässt, glauben Antiviren-Experten, dass er sich nicht weit ausbreiten wird. „User sind sicher, solange sie aktuelle Software-Korrekturen installiert haben, aktuelle Antiviren-Software besitzen und gesicherte Passwörter benutzen“, teilte Raimund Genes, der europäische Direktor des Antiviren-Konzerns Trend Micro, mit.

Das „Netzwerkschnüffeln“ besteht darin, Netzdaten-Pakete zu überwachen, während sie durch das Computernetz gehen. Dieser Trick wird oftmals von Computerhackern benutzt, sobald ein Computernetz durchgebrochen wurde, um neue Benutzernamen und Passwörter herauszufinden. Aber der SDBot.UJ filtert automatisch den Verkehr für Datenstrukturen, die normalerweise bei der Übertragung der Benutzernamen und Passwörter vorangehen. Wenn er eine solche Struktur erkennt, erfasst der Wurm unverzüglich die gesendeten Daten. Darüber hinaus sucht er nach Paketen, die das Wort „PayPal“ beinhalten – einen Onlinedienst, der bei der Überweisung von Geld durch das Internet benutzt wird.

Obwohl erwartet wird, dass sich der Wurm nicht weit ausbreiten wird, warnen Experten, dass in nächster Zeit ein höchst ansteckender Wurm diese Schnüffelnfunktionalität beinhalten könnte. „Heutzutage übernehmen andere Leute ein Konzept bald, sobald ein Konzept geprobt worden ist“, erklärte Rich Miller, ein Analyst des britischen Konzerns Netcraft.

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