Schutz für Fußgänger aus dem Rechner

Ein an der TU Berlin entwickeltes Testverfahren auf Basis der rechnerischen Simulation verdeutlicht den Einfluss der Fahrzeugfrontform auf die Kinematik eines angefahrenen Passanten.

Jährlich sterben in der Europäischen Union 39.200 Menschen bei Verkehrsunfällen, darunter sind etwa 6000 Fußgänger und 2100 Fahrradfahrer. Hauptunfallursache ist die Kollision mit einem Pkw. Um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen, wird im nächsten Jahr europaweit ein zulassungsrelevantes Prüfverfahren für Pkw eingeführt, ein so genannter Komponententest. Dieser soll bewerten, wie fußgängerfreundlich eine Fahrzeugfront im Falle eines Zusammenpralls ist.

Der Test aber ist nicht unumstritten. Die Hauptkritik besteht darin, dass das Verfahren das reale Unfallgeschehen in seiner Vielzahl an Variationen nicht ausreichend abbilde. So bleibt zum Beispiel der Einfluss von Frontscheibe und A-Säule (das sind die vertikal verlaufenden Streben rechts und links der Frontscheibe) auf Kopfverletzungen unberücksichtigt, obwohl die Auswertung von Unfällen belegt, dass nicht nur die Fronthaube, sondern eben auch Frontscheibe und A-Säule die schwersten Kopfverletzungen verursachen. Zudem gewinnen diese Fahrzeugzonen angesichts des Trends hin zu kleinen, kompakten Stadtfahrzeugen zunehmend an Bedeutung.

Ausgehend von dieser Erkenntnis wurde nun an der TU Berlin im Rahmen einer Dissertation am Institut für Land- und Seeverkehr unter Leitung von Prof.
Dr. Volker Schindler (Fachgebiet Kraftfahrzeuge) ein alternatives, realitätsnahes Testverfahren zum Fußgängerschutz entwickelt.

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