Peoplesoft fürchtet Microsoft

Oracle-Anwalt sieht Risse in der Argumentation des Justizministeriums

Die Anwälte von Oracle präsentierten am Dienstag vor Gericht Dokumente, die zeigen, dass Peoplesoft zunehmende Konkurrenz durch Microsoft und Lawson Software erwartet hat. Dies würde die Argumente des US-Justizministeriums schwächen, das behauptet, eine Übernahme von Peoplesoft würde den Markt für Business-Software in einigern Bereichen mit SAP und Oracle auf nur zwei Player beschränken.

Nachdem Microsoft die Übernahme von Great Plains im Jahr 2000 bekannt gegeben hat, schrieb Peoplesoft-Mitarbeiterin Renee Lorton eine E-Mail mit folgendem Inhalt: „Topnews. Microsoft kauft Great Planes. Huch!“. Zudem wertete sie Microsofts Schachzug als Waffe, die auf Peoplesoft und Oracle gerichtet ist. Auch der Ankündigung Microsofts, sich auf den Markt für Unternehmen mittlerer Größe zu beschränken, schenkte die Managerin keinen Glauben.

Im Kreuzverhör durch Oracle-Anwalt Dan Wall fand Peoplesoft-Vice President Phillip Wilmington dann auch gleich die passende Ausrede für den eigentlich ganz eindeutigen Sachverhalt. Er sagte aus, dass die Managerin die ganze Sache hochstilisiert habe, um ein höheres Budget für ihre Abteilung zu erwirken.

Geht es nach Oracle-Anwalt Dan Wall, zeigen sich in der Argumentation des Ministeriums deutliche Risse. Es gebe inzwischen einen ganzen Berg an Beweisen, die zeigen, dass der Markt doch vielfältiger ist, wie von der US-Justiz skizziert. Vertreter der Behörde bewerten die Sachlage erwartungsgemäß anders. „Sie haben ein wenig an den Ecken herumgeknabbert, aber ich glaube unser Fall ist sehr solide und voll intakt“, so eine Vertreterin.

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