Neuer CD-Kopierschutz mit weiteren Einschränkungen

Der Ehrliche soll künftig noch mehr der Dumme sein

Die großen Musik-Labels testen derzeit einen neuen Kopierschutz für Audio-CDs, der die Nutzungsmöglichkeiten von legalem Content deutlich einschränken könnte. Im Vergleich zu bereits bestehenden Kopierschutz-Mechanismen, die das Abspielen von CDs auf Computern verhinden sollen, geht es bei der neuen Variante darum, die Zahl der Kopien von Datenträgern zu begrenzen und das erneute Vervielfältigen bereits kopierter CDs zu verhindern.

Sunncomm, Hersteller von „Secure Burn“, teilte mit, dass BMG die Technik bereits teste. In den nächsten Monaten soll diese dann einsatzbereit sein. Sollte es zu einem großflächigen Einsatz kommen, hätte dies deutliche Auswirkungen auf den Umgang mit legal erworbenen CDs. Die Einführung der Technik birgt für die Labels aber einige noch nicht kalkulierbare Risiken.

„Wenn jemand 25 Kopien für Gott und die Welt machen will und merkt, dass dies nicht mehr möglich ist, wird er sich wohl kaum beschweren. Findet allerdings jemand heraus, dass er keine CD für seine Kinder zum Abspielen im Auto brennen kann, wird er die CD wohl zurückbringen“, so Mike McGuire von Gartner.

Derzeit können Audio-CDs beliebig oft kopiert werden. Dies habe nach Ansicht der Musikindustrie negative Auswirkungen auf die Verkäufe und soll daher eingeschränkt werden.

Audio-CDs sind bislang das fehlende Glied in der DRM-Kette. Denn auch die Restriktionen von Diensten wie Napster 2.0 werden in dem Moment zur Makulatur, wenn die Songs auf CD gebrannt werden. Sunncomm hat bereits angekündigt, dass „Secure Burn“ auch auf Musik aus kommerziellen Angeboten anwendbar sei.

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15 Kommentare zu Neuer CD-Kopierschutz mit weiteren Einschränkungen

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  • Am 3. Juni 2004 um 13:40 von icarus

    Selten genutzt – trotzdem verduzt
    Ich habe einige hundert käuflich erworbene Audio-CDs. Selten habe ich mal was kopiert. Um zB mal einige CDs im Auto zu haben, die rutschen da rum, werden zerkrazt, etc. Das möchte ich nicht einer (teuer bezahlten) Original-CD zumuten.
    Ich habe mir auch schon eine Art Wunschkonzert mit meinen Lieblings-Stücken zusammen gestellt.
    Auch schiebe ich regelmässig eine Audio-CD in ein CD-Laufwerk am Computer, um während dem Arbeiten, schöne Hintergrundmusik geniessen zu können.
    Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich in all den Jahren eine einzige CD "schwarz" gebrannt. Es war eine von einem Kollegen ausgelehnte CD, die mir sehr gefallen hat. Und auch die nur, weil sie im Laden nicht mehr erhältlich ist.
    Falls solche Dinge in der Zukunft eingeschränkt werden. Werde ich vermutlich meine Audio-CD-Einkäufe auch einschränken. Nicht weil ich extrem davon betroffen bin, sondern weil ich mich als langjährig brav zahlender Konsument verarscht fühle.

    icarus

    • Am 4. Juni 2004 um 8:27 von Rudolf

      AW: Selten genutzt – trotzdem verduzt
      Mir geht es ähnlich. Ich kopiere mir für unterwegs öfters CD’s digital auf MD. Als ich feststellte, daß dies mit kopiergeschützte CD’s auch nicht mehr möglich ist, hab ich diese sofort zurückgebracht und seitdem keine solche CD’S mehr gekauft. Da ich annehme, daß ich nicht der Einzige bin, der mit Kaufenthaltung reagiert, sollte die Musikindustrie mal überlegen, was den Umsatz mehr bremst, das Kopieren oder deren Kopierschutz, bei dem man den Käufern für noch mehr Geld mangelhafte Ware andrehen will.

  • Am 3. Juni 2004 um 14:13 von MaxH.

    Kopierschutz bringt kein Geld !
    Während jedes andere Produkt um eine Funktion mehr hinzubekommt, glauben die Plattenfirmen, den Kunden würde es gefallen, wenn eine plastikscheibe immer weniger leisten kann. FALSCHE RICHTUNG.

    Günstigere CD-Preise würden das Geschäft besser ankurbeln als weitere Restriktionen !

    grüße!

  • Am 3. Juni 2004 um 14:46 von Robert Meyer

    es geht weiter
    meiner meinung nach hilft der beste kopierschutz nicht, denn bisher haben wir ja alles umgehen können. es ist schade das die musikindustie nicht aus den hufen kommt. kurz gesag, selber schuld

  • Am 3. Juni 2004 um 15:46 von e7

    Und in 2 Jahren…
    Was ist in zwei Jahren? Da haben wir dann wieder Nachrichten wie: "Unser Umsatz bricht ein!". Kein Wunder, neuer Kopierschutz -> Lizenzkosen, Entwicklungskosten -> Preiserhöhung der CD’s, die sowieso schon teurer sind als der Wert der Musik drauf, und dann werden wohl auch endgültig die ehrlichen Käufer umsteigen auf’s Internet… Und die Musikindustrie kann sich nicht dagegen wehren… So gut wie jeder CD-Player hat einen Line-Ausgang, der wunderbar in den Line-In der Soundkarte passt -> da lohnt sich dann auch das Geld für den Kopierschutz…

  • Am 3. Juni 2004 um 18:22 von Peter S

    Wie wär’s mit einem Zeitfaktor als
    Meines Erachtens ist das ganze Kopierproblem nicht deshalb so groß, weil es 1 : 1 Digitalkopien sind, die man sich herstellen kann, sondern weil es so rasend schnell geht.
    Zur Zeit des seeligen Kassettenrecorders ging das Kopieren nur im Tempo des Abspielens einer Platte oder CD, dass heißt man benötigte für eine CD mit Pausen und anderem Handling mehr als die Originalzeit der CD/Platte /der Songs. Heute geht dies, wie allgemein bekannt in einem 10-tel der Originalzeit und das dann noch von der Festplattenkopie direkt mehrfach hintereinander.
    Wäre dies durch technische Bremsen heute beim CD-Brennen für Audio auch noch so langsam wie mit dem Kassettenrekorder, würde jeder seine Privat-CD fürs Autoradio oder Walkman auch noch brennen, weil er es für sich selber macht. Wenn man aber für eine 70- Minuten CD rund 80 Minuten Herstellzeit hätte, käm keiner auf die Idee, das für 5 oder 10 Euro "Freundschafts" -äh‘ Schwarzmarktpreis – zu machen. Da verdient man ja nichts.
    Ich sehe darin die wirksamtes "Raubkopierbremse" ohne den Privatkopierer mit dem Kopieren seiner eigenen Sampler für das Autoradio ungebührlich zu belasten.

    • Am 14. Juni 2004 um 17:28 von jogi54

      AW: Wie wär’s mit einem Zeitfaktor als
      hört sich fast so an, als ob es nicht möglich wäre, auf einmal 100 Kasettenrecorder an eine Quelle zu hängen – durchaus heute noch in östlicheren Regionen üblich…
      und Schwarzpressungen von Schallplatten gabs auch früher – was weitaus aufwendiger ist und auch nicht verhindert werden konnte

  • Am 4. Juni 2004 um 15:35 von MrGolgi

    Alternativvorschlag
    wie wäre es mit folgendem Vorgehen:
    Die Musikindustrie bietet Ihre Inhalte zu günstigen Preisen übers Internet an.
    Es gibt keinen Kopierschutz.
    Um sich etwas down zu loaden, muss man sich registrieren. Wenn man sich etwas downloadet, wird die Musik (oder auch Filme) mit einem Wasserzeichen versehen, in dem diese Registrierung abgelegt ist. Im Gegensatz zu einem geknackten Kopierschutz würde so ein Wasserzeichen auch eine analoge Kopie überstehen.

    Damit hätte man endlich eine Handhabe gegen professionelle Schwarzkopierer ohne die Privatkopie zu verhindern.

    Leider alles nur ein Traum.

  • Am 7. Juni 2004 um 10:59 von NoHero

    Das Geld für den Kopierschutz sollte man sich sparen
    Tatsache: Jeder noch so erdenkliche Kopierschutz ist zu knacken. Die Frage ist nur mit wieviel Aufwand. Na und ? So wie es jetzt Tauschbörsen gibt, kann man sich auch Netzwerke vorstellen, deren Mitglieder es sich zur Aufgabe machen, den Kopierschutz zu knacken. Das ist verboten ? Na Und ? Es ist auch verboten, Steuern zu hinterziehen. Und trotzdem ist es Volkssport, vor allen bei denen, den die Steuern nicht einmal weh tun. Ob man ein Jahresgehalt von 1 Mio oder 2 Mio netto habe, arm macht es diese Leute nicht. Eine vernünftige Preispolitik ist das einzige, was dem illegalen Treiben ein Ende bereiten kann. Und solange das die Chefideologen und Betonköpfe vom Typ der ehemaligen DDR-Machthaber in den Führungsetagen nicht in ihren Köpfen verinnerlichen, wird weiter raukopiert und schwarzgebrannt. Spart das Geld für die Entwicklung von Kopierschutz und senkt die Preise! Wir brauchen ALDI & LIDL in der Musik !!!

  • Am 7. Juni 2004 um 12:03 von Tom

    legale Musik über die TV-Karte
    Ich kaufe auch schon seit Jahren keine kopiergeschützten CD’s mehr. Wer die aktuellen Charts haben will, benötigt dazu auch keine illegalen Tauschbörsen mehr. Unter http://www.air2mp3.net gibt es ein super Programm, womit man per TV-Karte das Programm von MTV, VIVA etc. ganz legal in super Qualität als MP3 oder OGG aufnehmen kann, und man muß dazu noch nicht einmal online sein. Da kann die verbohrte Musikindustrie dann schön in die Röhre gucken, und der Kopierschutz interessiert mich dann auch nicht ;-)

    • Am 14. Juni 2004 um 16:51 von jogi54

      AW: legale Musik über die TV-Karte
      abgesehen von den vielen radiosendern, die übers net zu empfangen sind – unterschied zu früher ist doch nur, dass wir früher das tonbandgerät benutzten und heute halt die jugend ne CD
      – tonbandgeräte gibts ja so gut wie nicht mehr und kassettenrecorder war damals und bis heute zwar ne preiswerte allerdings qualitativ lausige alternative.
      als ich im teen/twen alter war, habe ich kaum geld gehabt, platten zu kaufen – die habe ich mir dann später gekauft, nachdem mir musik durch die bandaufnahmen wichtig geworden war.

      bei dem heutigen überangebot an sendern (demnächst auch noch digital und noch mehr) komme ich kaum auf die idee, mal den im auto serienmäßig eingebauten cd-wechsler zu nutzen.. wozu sollte ich mir da die mühe machen, cds zu kopieren ??
      gruß jogi54

    • Am 18. Juni 2004 um 14:21 von chris

      AW: AW: legale Musik über die TV-Karte
      weil in manchen gegenden nur schrott im radio kommt und man froh ist eine cd mit guter mucke dabei zu haben. würde ich im raum hamburg wohnen, würde ich das posting nicht schreiben… die haben wenigsten eine gute auswahl an verschiedenen musikrichtungen und nicht nur den "küblböck und kollegen" 08/15 schrott.

  • Am 12. Juni 2004 um 10:58 von kepawo

    Worum geht’s eigentlich?
    Die CD landet im CD-Player. Von dort aus wird sie-wie schon die letzten 30 Jahre-auf ein Bandlaufwerk kopiert und im Auto verwendet.Das scheint niemanden zu plagen.Kopier ich das auf eine CD ist es plötzlich illegal. Also:Worum geht es eigentlich?

  • Am 14. Juni 2004 um 21:14 von H. Werner

    Neuer Kopierschutz ist Verschwendung
    Die doch "arg gebeutelte" Industrie soll doch aufhören einen Kopierschutz nach dem anderen zu erfinden.
    Wenn sie sich an die eigenen Ankündigen halten würde, die uns Käufern versprochen hat, "wenn der Kopierschutz kommt, werden die Preise für Musik-CD deutlich sinken" wäre das ganze Problem gar nicht da.
    Aber seit dem Teuro ist nicht nur unser aller Portemonaie schmaler geworden, auch die CD-Preise sind gestiegen.
    Was dann passiert ist doch klar.
    Ich kann es auch keinem verübeln, wenn er sich die Songs, die gefallen aus dem Netz besorgt. Denn auf jedem Sampler ist mindestens 30 % Sch… mit drauf.
    Und das muß ich mir für viel Geld nicht antun.

  • Am 20. Juli 2004 um 10:39 von DerAngewiederte

    Herzlichen Dank auch
    Ich hab in den letzten Jahren meine Unterhaltungselktronik wie Fernseher Cd player und ähnlichen Mist ganz abgeschafft und nutz nur noch meinen Pc (bin eh fast nie zu Hause wozu brauch ich da 10 Geräte) wenn diese Geier jetzt auch noch verhindern das man Musik auf dem Pc hören kann muss ich mir jetzt den ganzen Krempel wieder neu kaufen oder was?Am besten ihr lasst euch von jedem Bundesbürger monatlich so sagen wir mal 100 € überweiswen die dann zwischen den Plattenfirmen aufgeteilt wird und dafür schickt ihr uns dann monatlich 10 Cd`s (mit Titeln die eh keiner hören will) die ich dann nur noch auf einem extra Gerät welches ich aber noch kaufen muss nur Samstags von 10.30 – 11.15 bei Westwind und 25,6 C° nur auf freiem Feld und nur über Kopfhörer gehört werden kann
    Besten Dank und weiter so
    REGLEMENTIERT mich bitte ich brauch das

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