Yahoo will für Suchmaschineneinträge kassieren

Bis zu 49 Dollar pro Seite plus 15 Cent bis einen Dollar pro Klick

Das Internetsuchportal Yahoo hat angekündigt, in Zukunft Geld dafür zu nehmen, dass es den Webseiteneintrag in seine Suchmaschinendatenbank garantiert. Das berichtet die New York Times heute. Der Service soll von zehn Dollar bis zu 49 Dollar kosten. Dafür werden die Sucheinträge bei Yahoo von Hand indiziert. Für jeden Klick auf den Link einer eingetragenen Seite wird noch einmal ein Betrag von 15 Cent bis zu einem Dollar fällig. Nach Meinung eines Analysten könnte das so genannte „Paid Inclusion“-Programm Yahoo einen zusätzlichen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Dollar bescheren.

„Was unsere User interessiert ist die Relevanz der Suchergebnisse, nicht ob eine Webseite dafür zahlt, in der Ergebnisliste zu erscheinen“, erklärte Tim Cadogan, Vizepräsident bei Yahoo. Obwohl man bezahlte Seiten in das Angebot aufnehme, werde das System noch immer die relevantesten Seiten listen, ohne auf die Bezahlung zu achten. Der Index der bezahlten Seiten wird allerdings alle zwei Tage aufgefrischt, der Index aller anderen nur einmal im Monat. Außerdem können bei den bezahlten Seiten zusätzliche Informationen hinzugefügt werden, die es dem Suchsystem erleichtern, sie einem bestimmten Themengebiet zuzuordnen.

Während Suchmaschinen wie MSN Search und Ask Jeeves schon seit längerer Zeit bezahlte Sucheinträge zulassen, lehnt die führende Suchmaschine Google derlei Praktiken als irreführend ab. „Zu jedem Zeitpunkt, an dem du Geld dafür nimmst, die Suchergebnisse zu beeinflussen, auch wenn es nur für den Eintrag in die Datenbank ist, ist das eine schlechte Sache“, sagte Google-Mitbegründer Larry Page. Yahoo hatte erst Mitte Februar die Zusammenarbeit mit Google aufgekündigt und die Sucheinstellungen auf eigene Ergebnisse umgestellt.

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1 Kommentar zu Yahoo will für Suchmaschineneinträge kassieren

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  • Am 4. März 2004 um 14:45 von HugoM

    bald uninteressant
    Hoffe, der Konsument durchschaut das bald und verwendet solche Suchmaschinen nicht mehr, da er ja hier immer nur überteuerte Produkte finden kann. Die Kosten für´s Anklicken müssen ja auf den Produktpreis aufgeschlagen werden!
    Dass Google kein Geld nimmt, glaube ich aber auch nicht. Habe zb nach einem neuen Telefon gesucht, Suchbegriff: ‚topcom fidelity preis‘ und es kamen fast nur Seiten bei denen man im Endeffekt bei Amazon oder Ebay landet, wodurch man extrem viel Zeit verschwendet, wenn man sich hier durchklicken muß, und immer wieder auf das gleiche Ergebnis stößt.
    Eine gute Alternative ist zb alltheweb.com wo der Kommerz noch nicht an oberster Stelle steht.
    In dem Zusammenhang wäre meiner Meinung nach auch der Staat gefordert, der eine neutrale, unabhängige Suchmaschine anbieten könnte, wo jede Seite ohne Kosten eingetragen werden kann.

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