Sun vor dem Beitritt zum Open Source-Komitee Eclipse?

Die Firma von Scott McNealy schwankt noch zwischen voreiligen Zusagen und Dementis, doch der Weg scheint vorgezeichnet

Anfang der Woche machte eine Meldung die Runde in der weltweiten IT-Szene, wonach Sun dem Eclipse-Komitee beitreten wolle. Diese Aussagen wurden dem Vice President of Sun Developer Tools and Java Software, Rich Green, zugeschrieben. Auf Anfrage ruderte Sun jedoch wieder zurück: „Zur Zeit gibt es keinen Plan beizutreten und Sun hält an seinem Netbeans Engagement fest. Sowohl Netbeans wie auch Eclipse verfolgen das gleiche Ziel, jedoch mit unterschiedlichen Produkten“, erklärten hiesige Firmensprecher mit Berufung auf Direktiven aus den USA. Was von Dementis in der Politik genauso wie ich der Softwarebranche zu halten ist wissen langjährige Beobachter nur zu gut.

Ende August nämlich berichtete „Computerwire“ mit Berufung auf „Insider“, Eclipse plane das Abrücken vom Initiator IBM und das Heranrücken an die Firma von Scott McNealy. Man arbeite an der Interoperabilität mit Suns „Swing“-Benutzeroberfläche für Java.

Es stellt sich also die Frage: Was will Sun, was plant Eclipse? Und welche Auswirkungen hat dies auf die Entwicklergemeinde? Dazu ist vielleicht ein Rückblick auf die kurze Historie von Eclipse und das Verhältnis mit Sun hilfreich:

Im November 2001 verkündete IBM, Software-Tools im Wert von 40 Millionen Dollar für die Kreation einer öffentlichen Plattform für Open Source-Programmierer bereitzustellen. Dies solle von der neu gegründeten Organisation Eclipse bewerkstelligt werden. Big Blue nannte über 150 Open Source-Unternehmen wie die Linux-Distributoren Red Hat und Suse als Mit-Mitglieder. Analysten zeigten sich damals vom Erfolg des Vorhabens überzeugt: „Dieser Schritt zeigt, dass IBM verstanden hat: Damit die Entwickler Open Source-Anwendungen erarbeiten, müssen sie ihnen Software-Tools zur Hand geben, die auch in Enterprise-Umgebungen erfolgreich sind“, erklärte der IDC-Analyst Dan Kusnetzky. „Das ist der Knackpunkt: Die Entwickler innerhalb großer Organisationen oder deren Vertragspartner davon zu überzeugen, dass sie Open Source-Tools benutzen sollen.“ Laut IBM beteiligen sich aktuell rund 1200 Programmierer aus 63 Staaten an der Eclipse-Community.

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