Wird das Kompressionsverfahren Zip bald untergehen?

Neue Versionen der Komprimierungssoftware werden wegen Inkompatibilität für User zum Problem

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Zip das gängigste Format zur Komprimierung von Dateien, um diese Platz sparend zu speichern oder über das Internet zu übertragen. Dutzende Programme und sogar Windows XP können Zip-Dateien lesen und dekomprimieren.

Anfang dieses Jahres hat Pkware eine neue Version von Pkzip veröffentlicht und seitdem hat sich die Universalität des Formates geändert. Die neue Version und ein nachträgliches Update enthalten, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, exklusiv nur von Pkware eingesetzte, erweiterte Sicherheitsfunktionen.

Konkurrent Winzip antwortete letzten Monat ebenfalls mit einer neuen Version seiner Software – und auch diese enthält ähnliche Sicherheitsfunktionen, die aber auf einem anderen Chiffrierungs-Schlüssel basieren und inkompatibel mit dem Format von Pkware sind.

Beide Programme nutzen die .zip-Endung um sowohl Standard-Dateien als auch Sichere-Dateien zu kennzeichnen. Das Fazit — erhält man nun eine Datei mit einer Zip-Endung weiß man nicht ob sie wirklich geöffnet werden kann. Es könnte ja eine Sichere-Datei sein, die nur mit der Software von Pkware geöffnet werden kann, eine die nur auf Winzip reagiert oder ein Standard-Zip-File.

Pkware und Winzip geben sich gegenseitig die Schuld für dieses Dilemma. Beide sehen aber auch die Notwendigkeit, erweiterte Sicherheitsfunktionen in ihre Software einzubauen. Denn in den letzten Jahren hat die Einführung von Breitband-Internet und die große Kapazität aktueller Festplatten dazu beigetragen, dass die Software an Attraktivität verlor. Dieser Entwicklung wollen die Unternehmen mit den Sicherheits-Features entgegenwirken.

Doch beide Firmen sollten sich bald auf einen Standard einigen, sonst könnte der Schuss nach hinten losgehen.

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Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Wird das Kompressionsverfahren Zip bald untergehen?

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  • Am 13. August 2003 um 14:33 von Omst

    Es gibt ja noch das offene gzip-Format
    Dann wird sich wohl auch im Windowsbereich über kurz oder lang das offene gzip-Format durchsetzen.

    • Am 13. August 2003 um 20:01 von P.

      AW: Es gibt ja noch das offene gzip-Format
      Das Format ist doch wurscht. Man benutzt einfach die alten Programme weiter und kümmmert sich nicht um Updates, die nur der sinnlosen Featuritis dienen. Und diese alten Programme müssen noch nicht mal von den beiden Streithähnen kommen, es gibt genügend Clone, z.B. der TotalCommander.

  • Am 13. August 2003 um 23:29 von Uwe

    Ist doch sowieso schon für tot erklärt
    Wenn man sich die Kompressionfaktoren von WinZIP, WinRAR und WinACE anschaut dann ist WinZIP schon lange tot. Zum einen war es bis zur letzen Version nicht annähernd komfortabel wie RAR/ACE und zum anderen war der Preis auch nicht mehr gerechtfertigt, für das was geboten wird.
    Wenn man dann auch noch die Masse an gepackten Archiven vergleicht, dann zieht der Anteil von RAR/ACE-Archiven langsam an den ZIPs vorbei, was neuere Archive betrifft.
    Die Masse hat also schon lange bestimmt, daran wird auch das aufbäumen und aufbohren der Features (die eh unnötig sind) nichts mehr ändern.
    Ich bin jedenfalls ziemlich zufrieden mit WinRAR…

  • Am 14. August 2003 um 7:39 von Ulf Schikore

    SQX ist DAS offene Format mit Verschlüsselung
    Offener Quelltext, Delphi und C-Source, Kompressor und Dekompressor frei verfügbar und nicht wie bei RAR und ACE nur die Dekompressoren. Mit RAR und ACE vergleichbare Kompressionsraten, meist sogar besser!
    Seht mal auf http://www.speedproject.de unter ‚SQX-Spezifikation‘ nach.

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