SPD plant Dialer-Datenbank

User soll außerdem Anschrift des Betreibers herausfinden können

Nachdem es von Seiten der CDU heftige Kritik am angeblich zu laschen Vorgehen der Bundesregierung gegen kriminelle Dialer gehagelt hatte, kommt nun der Konter: Man erarbeite derzeit ein Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von Mehrwertdienstrufnummern, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel. Dieses soll weiter gehen als bisher bekannt.

So sei der Aufbau einer Anbieter-Datenbank geplant, die mit einer strafbewehrten Meldepflicht aufgepeppt werden soll. Außerdem soll es eine Haftung der erfassten Inhaber von Nummern für alle Folgen des Missbrauchs geben – eventuell sogar ohne die Möglichkeit, vertraglich diese Haftung weiterzugeben.

Eingeführt werden soll außerdem ein Auskunftsrecht aller Nutzer dieser Mehrwertdienste über den Inhaber der Nummer und seine ladungsfähige Anschrift. Im Klartext: Wer einen Dialer nutzt, muss Betreiber und dessen Anschrift leicht in Erfahrung bringen können.

Im Telefonbereich soll es eine zwingende Sprachauskunft über den Preis mit einer Bestätigung vor Beginn der Taktung geben, bei Faxabruf soll die Angabe des Gesamtpreises erfolgen. Der Griff zum Telefon oder das Nutzen des Internet dürfe nicht zum finanziellen Risiko werden.

Der Dialer-Missbrauch sei auch jetzt schon durch den erfüllten Straftatbestand des Betruges für den Nutzer ohne Kosten, da es am Zustandekommen eines Vertrages fehle, so der Politiker. Hier müsse auch durch mehr Aufklärung dafür Sorge getragen werden, dass jeder sein Recht kennt, solche Rechnungen nicht bezahlen zu müssen. Auch in diesem Bereich soll dann die Beweislastumkehr gelten.

Wer sich im Web vor teuren Rufnummern schützen will, findet im Downloadcenter von ZDNet ein Spezial zum Thema Dialer. Darüber hinaus warnt ZDNet vor den jeweils neusten Maschen der Anbieter und hat die wichtigsten Nachrichten zu dem Thema in einem News-Report gesammelt.

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2 Kommentare zu SPD plant Dialer-Datenbank

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  • Am 20. Dezember 2002 um 18:35 von Ingo Heinroth

    Bombastisch!
    Endlich wird diesen linken Brüdern das Handwerk gelegt. Ich habe gerade bei einem Freund so ein hinterhältiges Ding entfernt. Das kam mit einer Mail " Du hast eine E-Card" und als er nun mal nachsehen wolte, wer da eine E-Card geschickt hat, war er auf eine der "berühmten" Seiten. Schwup nach dem wegklicken, hatte er in Systrace ein kleines Zeichen, was sich dann einwählen wollte, als er in das Internet gehen wollt. Über regedit habe ich den Dailer gefunden und konnte somit den Pfad herausbekommen, wo ich ihn dann löschen konnte. Strafrechtlich nennt man so etwas Betrug!

  • Am 23. Dezember 2002 um 10:06 von Wolfgang D.

    Besser spät als nie…
    In einem Land in dem für "kleine" Haustür-betrügereien gleich eine SOKO gebildet wird, wird es langsam Zeit, das diesen Betrügereien ein Ende bereitet wird.. .schon die mangelnde Kostentransparenz bei zuküftigen Handytelefonaten stösst mir sauer auf, aber der Dialer-Wahnsinn hat echt System. Ich frage mich, warum hier nicht schon viel früher zu harten Strafen für die Verantwortlichen gegriffen wurde und wer sonst noch so finanzielles Interesse an der geziehlten Abzocke haben könnte. Vielleicht ist es wirklich etwas weit hergeholt, wenn ich die Verbindung: Betrügerische Dialer Briefkastenfirma –> Inkassounternehmen –> Telekom –> Hauptaktionär Bund ziehen würde. Aber wundern tue ich mich ueber nichts mehr.. (Verdienen schließlich alle in der Kette) <br />
    Wir werden sehen, ob der Vorstoss nicht ähnlich halbherzig umgesetzt wird wie ähnliche in der Vergangenheit!<br />
    <br />
    frohe Weihnachten

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