Telekom-Aufsichtsrat entscheidet über Schicksal Sommers

Um erfolgreich zu sein, muss das Gremium mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für eine Abwahl stimmen

Das Schicksal von Telekom-Chef (Börse Frankfurt: DTE) Ron Sommer liegt nun in der Hand des Aufsichtsrats: Am kommenden Dienstag entscheidet das 20-köpfige Gremium darüber, ob der glücklose Unternehmenschef abgelöst wird oder eine zweite Chance bekommt.

Derzeit scheint völlig offen zu sein, welches Lager sich letztlich durchsetzt. Abhängig dürfte der Ausgang vor allem davon sein, ob die Sommer-Gegner bis zur entscheidenden Sitzung einen mehrheitsfähigen Nachfolge-Kandidaten präsentieren können. Die Hürde für eine Abwahl ist allerdings sehr hoch: In einem ersten Wahlgang müssten zwei Drittel der Mitglieder einem entsprechenden Antrag folgen. Das heißt, mindestens 14 Aufsichtsräte müssten sich gegen Sommer stellen.

Falls dies nicht gelingt, würde in einem zweiten Anlauf eine einfache Mehrheit genügen. Die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Dietrich Winkhaus, der als Befürworter eine Ablösung Sommers gilt, würde dann doppelt gezählt. Allerdings ist fraglich, ob es überhaupt zu einem zweiten Wahlgang kommen würde. Schließlich müsste ein Nachfolger bei einem Erfolg mit dem Makel ins Amt gehen, dass es zumindest keine eindeutige Mehrheit gegen Sommer gab.

Die Bundesregierung kann trotz ihres Anteils von 43 Prozent an der Deutschen Telekom eine Ablösung Sommers im Aufsichtsrat nicht alleine durchsetzen: Der Bund verfügt nämlich in dem Gremium mit dem Chef der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Hans Reich, und dem Finanz-Staatssekretär Heribert Zitzelsberger nur über zwei Vertreter. Die Regierung ist also darauf angewiesen, andere Mitglieder auf ihre Seite zu ziehen.

Die Arbeitnehmervertreter sind dabei offenbar nur gewillt, einer internen Lösung für die Nachfolge von Sommer zuzustimmen. Auf der anderen Seite steht die Arbeitgeberseite, der unter anderem Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, der frühere ZDF-Intendant Dieter Stolte und der ehemalige Dresdner-Bank-Chef Bernhard Walter angehören.

Da sich derzeit eine klare Mehrheit in dem Gremium nicht abzeichnet, dürfte in den verbleibenden Tagen hinter den Kulissen noch eifrig um die Gunst der Aufsichtsräte gebuhlt werden.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0800/3301000

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