Mobilcom-Chef trotzt der France Télécom

Schmid: Telekomriese versucht von eigenen Problemen abzulenken

Mobilcom-Chef Gerhard Schmid will in dem Streit mit dem französischen Partner France Télécom nicht nachgeben. Er sei auch nicht dazu bereit, sich von seinem Unternehmen zu trennen, sagte Schmid der Pariser Tageszeitung „Le Monde“.

In einer Erklärung, die am Freitag am Firmensitz in Büdelsdorf verbreitet wurde, bezeichnete Mobilcom (Börse Frankfurt: MOB) die Vorwürfe von France Télécom über Manipulationen bei der Übernahme von Gesellschaftsanteilen durch Schmids Ehefrau Sibylle Schmid-Sindram als „haltlos“. Diese Einschätzung werde vom Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel gestützt, erklärte Mobilcom.

Die Aktiennotierungen von France Télécom und ihrer Mobiltochter Orange brachen in Paris weiter ein, während der Mobilcom-Kurs in Frankfurt am Main am Freitag wieder anzog. Der Pariser Telekomriese versuche von seinen eigenen Problemen abzulenken, sagte Schmid „Le Monde“ unter Anspielung auf den Schuldenstand der France Télécom in Höhe von rund 65 Milliarden Euro (127 Milliarden Mark). Der Plan zur Bildung einer Aktienreserve für Aktienoptionen für Mobilcom-Händler sei mit France Télécom abgesprochen gewesen. Das Pariser Unternehmen hätte nur nachfragen müssen, um auch zu erfahren, dass das Aktienpaket von seiner Frau erworben wurde.

Laut Mobilcom besitzt Schmid-Sindram 6,1 Prozent des Aktienkapitals. Ihr Mann sagte, sie habe diese Anteile mit eigenen Mitteln erworben. Seine Frau sei vermögend, besitze ein Aktien-Portefeuille und „einige hundert Wohnungen“. Gelder von Mobilcom seien nicht geflossen.

In dem Streit zwischen France Télécom, die an Mobilcom einen Anteil von 28,5 Prozent hält, und dem Büdelsdorfer Unternehmen geht es um die vereinbarten Investitionen in die UMTS-Lizenzen. Die Auseinandersetzung zwischen den Partnern war in den vergangenen Tagen eskaliert, nachdem angebliche Übernahmepläne der Franzosen publik wurden. Nach einer Vereinbarung zwischen beiden Firmen kann France Télécom verlangen, dass Schmid sein 43-prozentiges Aktienpaket 2003 an den Partner abgibt. Mit diesem hätte France Télécom die Kontrolle über rund 70 Prozent der Mobilcom-Anteile. Presseberichten zufolge will France Télécom einen Abgang Schmids schon in diesem Jahr erreichen.

Kontakt: Mobilcom, Tel.: 04331/6900 (günstigsten Tarif anzeigen)

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