Klage in Brüssel wegen „letzter Meile“

Europaweit würden die ehemaligen Staatsunternehmen die Leitungen zu teuer vermarkten

Weil die nationalen Telekomgesellschaften der Internet-Wirtschaft Leitungen angeblich zu teuer vermieten, haben sich deutsche und europäische Branchenverbände bei der EU-Kommission in Brüssel beschwert. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti müsse für Abhilfe sorgen, forderten die Verbände am Donnerstag in Brüssel.

Konkret geht es um die Mietleitungen, die die letzten 50 Kilometer zwischen Firmenkunden und Fernnetzen überbrücken. Diese so genannte „Letzte Meile“ stellte Schlüsselelemente für die Liberalisierung im europäischen Breitbandmarkt dar. Die Mietbedingungen für diese Verbindungen seien ebenso wichtig wie der ungebündelte Zugang zum Teilnehmeranschluss.

Internet-Verbände und Unternehmen beklagen, dass die Kosten für Mietleitungen zwischen den europäischen Ländern um bis zu 300 Prozent differieren. In Deutschland daure die Bereitstellung völlig unabhängig von den Kosten zudem bis zu neun Monate. In Frankreich seien die Mietleitungskosten doppelt so hoch wie europaweit von der EU empfohlen. In Großbritannien würden den privaten Telekom-Gesellschaften unnötige technische Hürden in den Weg gelegt. Ähnliche Schwierigkeiten gebe es in Spanien, Italien, Irland und den Niederlanden.

Den „Behinderungen, Verzögerungen und sonstigen Tricks ehemaliger Staats-Carrier wie die Deutsche Telekom muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden,“ forderte Harald Summa vom eco Electronic Commerce Forum in Köln. Mitgetragen wird die Beschwerde vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) aus Deutschland, der European Competitive Telecommunications Association (ECTA), der European Internet Service Provider Association (EuroISPA) und der International Telecommunications User Group (INTUG). Carrier wie Worldcom und Ebone unterstützen den Angaben zufolge die Beschwerde.

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