MP3-Entwickler machen eigenen Standard wasserdicht

Auf der Internationalen Funkausstellung präsentieren zwei Fraunhofer Institute neue Wasserzeichen

Mit digitalen Wasserzeichen weisen sich Eigentümer von Bild- und Tondateien als Urheber aus. Bei Kompressionen oder Manipulationen gehen sie jedoch oft verloren. Zwei Fraunhofer-Institute zeigen ihre neusten Lösungen auf der Internationalen Funkausstellung. Die Fraunhofer-Forschungseinrichtung hatte bereits 1999 erklärt, man wolle helfen, den de facto-Musikstandard MP3 kopiersicher zu machen (ZDNet berichtete laufend).

Digitale Wasserzeichen in Bild-, Ton- und Videodateien werden unsichtbar eingearbeitet und sollen zahlenden Kunden garantieren, dass sie ein Original besitzen. Wird dennoch an Daten manipuliert, sollte das Wasserzeichen dies überstehen, damit der Urheber weiterhin identifiziert werden kann. Doch genau an dieser Robustheit mangelt es den vielen und unsicheren Verfahren. Ein Schutz beispielsweise von kombinierten Bild- und Tondateien wie in Videos ist so gut wie nicht erforscht.

Diesen Mängeln wollen zwei Projekte abhelfen, die auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vom 25. August bis 2. September präsentiert werden: „Wasserzeichen für Medien, H2O4M“ des neuen Fraunhofer-Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI und „Transaktionswasserzeichen für Data-On-Demand Systeme, Transmark“, das gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Bereich Angewandte Elektronik IIS-A bearbeitet wird. Am IIS-A ist bekanntlich auch der populäre MP3-Standard entwickelt worden.

„Werden Daten komprimiert oder kodiert, so sind sie streng genommen bereits manipuliert“, erklärte die Projektleiterin am IPSI Jana Dittmann. „Genau diese Datenreduktion ist in Formaten wie „.jpeg“, MP3, AAC und „.mpeg“-Video jedoch etabliert und unumgänglich, um die Ladezeiten zu verkürzen. Daher entwickeln wir Verfahren, die Transaktionswasserzeichen direkt in den komprimierten Datenstrom einbetten und Manipulationen aufdecken können.“ Alle möglichen Informationen wie Transaktionsnummern, Zugangsdaten der Kunden oder das Datum lassen sich so mit einem automatischen Editor-Programm in den Dateien dauerhaft unterbringen.

Doch gibt es weitergehende Probleme, wie der Elektrotechniker Christian Neubauer vom IIS erläutert: „Stellen Sie sich vor, mehrere Hacker verabreden sich, eine Datei gleichzeitig herunter zu laden und die Daten zu kombinieren. Nach einer solchen Koalitionsattacke lassen sich traditionelle Wasserzeichen nicht mehr korrekt wiedergewinnen. Eine Identifikation der einzelnen Empfänger ist dann nicht mehr möglich.“ Doch daran arbeiten die Fraunhofer-Forscher ebenso wie am Key Management. Hierbei werden aus einem Satz elektronischer Schlüssel immer wieder neue vergeben, um Hackern und Datenpiraten das Handwerk zu erschweren.

ZDNet wird in einem Spezial von der Internationalen Funkausstellung in Berlin berichten.

Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Tel.: 09131/7760 (günstigsten Tarif anzeigen)

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