Springdale und Canterwood: die neue Intel-Plattform im Test

Das endgültige Aus für Rambus

Mit den jetzt vorgestellten Chipsätzen vollzieht Intel den endgültigen Abschied von der einstmals als Zukunftstechnologie beschworenen Rambus-Plattform. Auch Intel ist – inzwischen – froh, dass man nun endlich die strategische Leiche zu Grabe tragen kann. Die konsequente Entwicklung der DDR-Plattform, die mit dem 875P und den 865PE/G-Chipsätzen ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat, macht es Intel leicht, sich von altem Ballast zu trennen.

875P: Auch mit DDR333 vor Rambus

Die Leistungsdaten der neuen Chipsets sind beeindruckend. Nicht nur, dass man mit einem Dual-Speicherinterface die Datendurchsatzrate nahezu verdoppelt hat. Auch beim Speicherzugriff – der anderen Seite der Speicher-Performance – haben die Intel-Ingenieure ganze Arbeit geleistet. Kein anderes Speicherinterface liefert derzeit mehr Power als das des 875P-Chipsets. Auch die Mainstream-Lösungen auf Basis des 865PE und 865G können hinsichtlich Performance überzeugen. Zwar verfügen diese nicht über die PAT-Technik, im Praxis-Betrieb wird der Anwender davon allerdings nicht viel spüren.

Die zusätzliche Integration von Serial-ATA mit Raid-Option, sowie die intelligente Anbindung von Gigabit-Ethernet an die Northbridge, zeigen, dass Intels Hauptaugenmerk nicht nur auf eine verbesserte Infrastruktur in Sachen CPU und Speicher liegt. Dies ist auch zwingend nötig: Die neuen Prozessoren mit einem FSB von 800 MHz und 3 GHz Kern-Takt werden zunehmend von den langsameren Komponenten des PC-Systems ausgebremst.

Plattform-Stabilität bis 2004

Nach der Vorstellung des 875P im April 2003 komplettiert Intel jetzt die neue Chipsatz-Familie für FSB800-Prozessoren mit den Springdale-Chipsets. Denen fehlt zwar die Performance Acceleration Technology (PAT) und ECC-Support, ansonsten bieten diese Produkte allerdings den gleichen Leistungsumfang wie der Canterwood-Chipsatz 875P. Zusammen mit den neuen FSB800-Prozessoren ab 2,4 GHz hat Intel seine P4-Plattform erneuert und beschleunigt. Damit sieht der weltgrößte Halbleiterhersteller dem Launch des Athlon64 gelassen entgegen. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Chipsätzen ist den jetzt vorgestellten Lösungen auch ein längeres Leben beschieden. Nach derzeitigem Planungsstand soll der Pentium 5 (Codename Prescott) ebenfalls in Boards mit den neuen Chipsätzen laufen. Allerdings müssen sich die Boardhersteller bei der Entwicklung der Platinen an die aktuellen Intel-Guidelines gehalten haben.

Als Business-Plattform dürfte der 865GE mit integrierter Grafik (Intel Extreme Graphics 2) den bisherigen Chipsatz 845G ablösen. Bessere 2D und 3D-Performance sowie eine von Intel bis 2004 garantierte Plattformstabilität, die den Support-Aufwwand in Granzen hält, dürfte vor allem für Administratoren großer Firmen interessant sein. Für die meisten anderen Einsatzgebiete empfielt sich der 865PE, der nahezu die gleiche Performance wie der 875P erzielt. Für Powergamer und Workstation-Anwender dürfte hingegen der 875P mit Raid-0-Option erste Wahl sein. Entsprechende Boards sind allerdings etwa 40 Euro teurer als die fast gleichschnellen 865PE-Platinen.

Neue Chipsatz-Features im Überblick

Chipsatz-Highlights Vorteil gegenüber bisherigen Chipsätzen
Peformance-Acceleration-Technology (PAT*) Reduzierung der Speicherzugriffszeit
FSB800 Erhöhung der Bandbreite auf
6,4 GByte/s
Dual-DDR400/333-Interface Erhöhung der Bandbreite
auf 6,4 GByte/s
AGP 8x Erhöhung der Bandbreite
auf 2,1 GByte/s
Gigabit-Ethernet direkt an Northbridge PCI-Transfer wird nicht belastet
Serial-ATA-Schnittstellen (optional Raid-0) Unterstützung der neuen Festplatten-Modelle (Erhöhung des Festplatten-Transferrate)

* Nur 875P

Chipsatzpreise bei Abnahme von 1000 Stück

Chipsatz Preis
875P mit Raid 53 Dollar
875P 50 Dollar
865G mit Raid 44 Dollar
865G 41 Dollar
865PE mit Raid 39 Dollar
865PE 36 Dollar
865P mit Raid 36 Dollar
865P 33 Dollar

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