Wer den Monitor nicht übers Netzwerk verwalten will und auf Design-Highlights wie schmalen Rahmen, verstellbaren Fuß und edles Design oder auch einen extremen Blickwinkel einzugunsten eines günstigeren Preises verzichten kann und will, liegt beim Belinea richtig.

Auch wenn man bei so manchem TFT-Monitor, wie beispielsweise beim Eizo L685 aufgrund einer rundum gelungenen Vorstellung vielleicht ins Schwärmen kommen mag, reichen für viele Einsatzgebiete günstigere Modelle mit weniger Features durchaus aus. Ein interessanter Kandidat ist hier sicherlich der Belinea 101730, der für weniger als die Hälfte des Preises ein interessantes Qualitäts- und Ausstattungsspektrum bietet.

Das 17-Zoll-Display entspricht vom sichtbaren Bildbereich nahezu einem 19-Zoll-Monitor und ist vorwiegend für eine Auflösung von 1280 x 1024 bei 75 Hz ausgelegt. Die Diagonale und Auflösung bietet sich beispielsweise an, wenn mit mehreren Applikationsfenstern gearbeitet werden soll – wie im Grafik- oder Webdesign-Einsatz, bei Versicherungen oder in der Finanzwelt. Einige geringere Auflösungen können im Vollbild-Modus dargestellt werden. Anwender, die über Grafikkarten mit zusätzlichem Digitalausgang verfügen, können das Display nicht nur analog sondern durch die integrierte DVI-D-Schnittstelle auch digital ansteuern. Der Vorteil liegt in einer höchstmöglichen Bildperformance ohne Umwandlungsverluste und ohne Justierungsbedarf – abhängig natürlich von der grundsätzlichen Qualität des Displays. Auf einen USB-Hub wurde beim Belinea 101730 verzichtet.

Mit einer maximalen Helligkeit von 250 cd/qm, einem Kontrastverhältnis von 400:1 und einem Betrachtungswinkel von 150 Grad horizontal und 140 Grad vertikal zählt der Belinea-Monitor in jedemfall zur gehobenen Mittelklasse. Der Blickwinkel ist für den Standardeinsatz am Arbeitsplatz völlig ausreichend. Kontrast und Helligkeit sind gut, verändern sich aber je nach Blickwinkel leicht.

Im Test zeichnet er sich durch gute Schärfe und grundsätzliche gute Farbwiedergabe in allen Auflösungen aus. Allerdings ist ein leichter Rotstich erkennbar, der beim frontalen Anblick minimal ausfällt, sich aber bei höherem seitlichem Einblickwinkel sichtbar verstärkt. Die Wiedergabe geringerer Auflösungen findet immer im Vollbild-Modus statt. Per Knopfdruck läßt sich das Bild bei Bedarf automatisch optimieren.

Lautsprecher sind beim 101730 zwar bereits serienmäßig integriert, die Klangqualität beeindruckt allerdings nicht sonderlich. Wer gesteigerten Wert auf guten Sound legt, kommt um externe Boxen nicht herum. Mit einem optional erhältlichen Schwenkarm oder einer Wandhalterung ist der Belinea dafür flexibel einsetzbar.

Auch aus ergonomischer Sicht ist der Belinea mit Zertifizierungen nach TCO 99, TÜV/Ergo, ISO 13406-2 und ISO 9241-3, -7, -8 gut gerüstet. Belinea gewährt zwei Jahre Garantie mit Anspruch auf Geräteaustausch. Eine Erweiterung ist auf drei Jahre optional möglich.

Der Gehäuserand des Belineas entspricht eher Standardmaßen, über einen schmalen eleganten Rahmen, der das Display in den Vordergrund rückt, verfügt er nicht. Das Netzteil ist hier nicht, wie beispielsweise beim Eizo L685, elegant im Gehäuse integriert, Kabel und Stecker lassen sich aber hinter zwei Kunstoff-Blenden auf der Geräterückseite verbergen. Die Kabelführung bedarf allerdings etwas Fingerspitzengefühl, da sich hinter den beiden Abdeckungen auch der Schwenk-Mechanismus befindet. Das Display selbst läßt sich nach um 30 Grad nach oben und 5 Grad nach unten schwenken, und ermöglicht somit teilweise auch ein Arbeiten im Stehen. Nach links und rechts kann nur das komplette Display mit Fuß gedreht werden. Beim Display-Fuß wurde auch auf einen Höhenverstellbarkeit verzichtet, auch bietet das Display keine Möglichkeit der Quer- und Hochformatanzeige.

Alle wesentlichen Einstellungen lassen sich nur über das Onscreen-Menü vornehmen. Das Onscreen-Menü zeigt sich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, mit etwas Übung manövriert man sich aber schließlich doch durch die Ebenen. Am Display selbst läßt sich der Lautsprecher ein- und ausschalten, das Bild automatisch optimieren und das Onscreen-Menü ansteuern.

Features, wie eine automatische Helligkeitsanpassung je nach Raumausleuchtung, findet man in dieser Geräte-Klasse nicht, was sich natürlich auch wieder im deutlich höheren Preis wiederspiegeln würde. Auch eine Ansteuerung oder Verwaltung über das Netzwerk ist hier nicht möglich.

Fazit

Für 913 Euro präsentiert sich der weitgehend einfach zu bedienende Belinea 101730 mit einer sehr guten Bildqualität, für den Standard-Einsatz in jedem Fall ausreichenden Features und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Gerade für die Auflösung von 1280 x 1024 Punkten ist er prädestiniert, er liefert aber auch gute Resultate bei 1024 x 768 Punkten. Ungewöhnlich für seine Preisklasse ist die Möglichkeit der digitalen und analogen Ansteuerung. Er ist nach den derzeit relevanten Normen und ergonomischen Richtlinien zertifiziert und liegt auch hier gut im Rennen. In puncto Service bietet Maxdata zwei Jahre Garantie mit Geräteaustausch bei Defekt, eine Verlängerung auf drei Jahre gibt es seit nur noch optional gegen Aufpreis.

Wer auf guten Sound Wert legt, sollte sich allerdings nicht auf die integrierten Lautsprecher verlassen. Hier droht verwöhnten Ohren unter Umständen eine herbe Enttäuschung.

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