Cisco stopft schwerwiegende Lücke in Webex Meetings für Windows

Die Schwachstelle kommt bei internen Tests ans Licht. Ein lokaler Angreifer kann Schadcode ausführen. Weitere Schwachstellen stecken im Web Network Recording Player und Webex Player.

Cisco warnt erneut vor einer Schwachstelle in einem seiner Software-Produkte. Diesmal ist die Windows-App Webex Meetings Virtual Desktop betroffen. Der Sicherheitswarnung zufolge kann ein lokaler Angreifer Schadcode auf einem ungepatchten System ausführen.

Bug (Bild: Shutterstock)Allerdings lässt sich die Anfälligkeit nur unter bestimmten Voraussetzungen ausnutzen. Die Webex Meetings Desktop App muss in einer virtuellen Desktopumgebung auf einem gehosteten Virtual Desktop (HVD) ausgeführt wird und so konfiguriert ist, dass das Cisco Webex Meetings Virtual Desktop Plug-in für Thin Clients zum Einsatz kommt. Das Plug-in soll HVD-Nutzer unterstützen, die sich von einem privat genutzten PC mit einem Unternehmensnetzwerk verbinden.

„Ein erfolgreicher Exploit könnte dem Angreifer erlauben, die zugrundeliegende Betriebssystemkonfiguration zu ändern, was es dem Angreifer erlauben könnte, beliebigen Code mit den Privilegien eines angemeldeten Benutzers auszuführen“, teilte Cisco mit. Ein lokaler Angreifer kann den Fehler nur nutzen, indem er eine speziell gestaltete Nachricht über das Virtualization Channel Interface an die anfällige Software schickt.

Trotz der Einschränkungen geht laut Cisco von der Sicherheitslücke ein hohes Risiko aus. Im zehnstufigen Common Vulnerability Scoring System ist sie mit 7,3 Punkten bewertet.

Betroffene Nutzer sollten nun zeitnah auf die fehlerbereinigten Versionen 40.6.9 und später oder 40.8.9 und später umsteigen. Cisco weist darauf hin, dass die Kunden betroffene App in der HVD in der virtuellen Desktop-Umgebung aktualisieren müssen. Ein Update für das Plug-in sei nicht erforderlich.

Entdeckt wurde die Schwachstelle bei eigenen internen Tests, so Cisco weiter. Bisher seien keine Angriffe auf die Anfälligkeit bekannt.

Außerdem drängt das Unternehmen seine Kunden, Webex Meetings und Webex Meetings Server zu aktualisieren, weil insgesamt drei Lücken in Webex Network Recording Player für Windows und Webex Player für Windows stecken. Die Wiedergabe-Apps verarbeiten offenbar Dateien im Advanced Recording Format (ARF) und Webex Recording Format (WRF) nicht korrekt.

Hier vergibt Cisco einen CVSS-Score von 7,8. Ein Angreifer muss lediglich ein Opfer dazu bringen, speziell gestaltete Dateien im ARF- oder WRF-Format zu öffnen, um eine Remotecodeausführung zu erreichen.

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1 Kommentar zu Cisco stopft schwerwiegende Lücke in Webex Meetings für Windows

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  • Am 7. November 2020 um 23:41 von Gast

    „Ein erfolgreicher Exploit könnte dem Angreifer erlauben, die zugrundeliegende Betriebssystemkonfiguration zu ändern, was es dem Angreifer erlauben könnte, beliebigen Code mit den Privilegien eines angemeldeten Benutzers auszuführen“

    ->Da doch viele Nutzer, auch z.T. auf Firmen IT, als lokale Admins angelegt sind, könnte das wirklich problematisch sein.

    ->Zweiter Gedanke, der mir spontan einfiel: Man vergißt immer wieder, dass man mit jeder Webseite, welche JavaScript enthält, im Prinzip beliebiegen (JavaScript-)Code auf seinem Gerät ausführen läßt, den keiner, in dem Moment, in welchem man ihn ausführt, auch nur irgendwie geprüft hat. Wenn man (bekannte) Software X in Version Y nutzt, dann wurde diese meist schon irgendwie durch unterschiedlichste Quellen getestet. Solange ich dann keine Updates einspiele, weiß ich wenigstens einigermaßen, was derzeit dieses Programm tun kann, wo man evtl. etwas drehen/einschränken muß. Bei Webseiten weiß ich das nie wirklich, weil sich deren Versionsstand ständig ändern kann.
    Das ist in meinen Augen auch ein großer Nachteil von Web-Applikationen, die sich ja von einem auf den anderen Tag ändern können.

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