US-Sanktionen: Google setzt Teile seiner Geschäftsbeziehung zu Huawei aus

Dazu gehört die Lieferung von Android-Updates an Huawei. Künftige Produkte des chinesischen Unternehmens erhalten auch Dienste wie Google Play, Gmail und Youtube nicht. Bei vorhandenen Geräten ist jedoch die Versorgung mit App-Updates gesichert.

Google hat angeblich bestimmte Geschäfte mit Huawei eingestellt. Das berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Auslöser ist das Dekret von US-Präsident Donald Trump zum nationalen Notstand in der Telekommunikation. Als Folge soll Google nun die Lieferung bestimmter Hardware- und Softwareprodukte eingestellt haben – außer sie stehen unter einer Open-Source-Lizenz.

Huawei (Bild: Peter Marwan/ZDNet.de)Ein Google-Sprecher bestätigte inzwischen den Bericht: „Wir halten uns an die Anordnung und prüfen die Folgen“, wird er von Reuters zitiert. Nutzer aktueller Huawei-Smartphones mit Google-Apps würden jedoch weiterhin von Google bereitgestellte App-Updates erhalten. „Google Play und die Sicherheitsfunktionen von Google Play Protect werden für Nutzer unserer Dienste weiterhin auf vorhandenen Huawei-Geräten funktionieren.

Dem Bericht zufolge soll Huawei jedoch ab sofort den Zugriff auf Updates zu Googles Mobilbetriebssystem Android verlieren. Zudem sollen künftige Smartphones ohne Google-Dienste und –Apps wie Play Store, Gmail und Youtube in den Handel kommen. Huawei hätte also nur noch Zugang zur Open-Source-Version von Android, aber nicht mehr zu Googles proprietärer Version sowie den eigenen Apps und Diensten.

Am vergangenen Donnerstag hatte die US-Regierung Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt, wonach sehr strenge Auflagen für US-Unternehmen gelten, die mit Huawei Geschäfte machen wollen. Am Freitag teilte das Handelsministerium laut Reuters jedoch mit, die Rücknahme bestimmte Einschränkungen zu prüfen, um einen regulären Betrieb bestimmter vorhandener Netzwerktechniken und –Geräte zu ermöglichen. Ob sich diese Ausnahmen auch auf mobile Software beziehen, ist derzeit noch unklar.

Huawei erklärte am Freitag, man prüfe noch die Auswirkungen der schwarzen Liste. Die Quelle von Reuters ergänzte, dass auch bei Google noch geprüft werde, welche Dienste aufgrund des Embargos gegen Huawei ausgesetzt werden müssten.

Bloomberg berichtet in dem Zusammenhang, dass US-Chiphersteller, darunter Intel, Qualcomm, Xilinx und Broadcom, ihren Mitarbeitern mitgeteilt haben, dass sie bis auf weiteres keine kritische Software und Komponenten an Huawei liefern werden.

Huawei hat sich nach eigenen Angaben bereits seit Jahren auf den jetzt eingetreten Fall vorbereitet und eigene Technologien entwickelt, falls es den Zugang zu Android verliert. Einige dieser Technologien setzt Huawei bereits in Produkten ein, die in China verkauft werden, berichtet Reuters.

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2 Kommentare zu US-Sanktionen: Google setzt Teile seiner Geschäftsbeziehung zu Huawei aus

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  • Am 20. Mai 2019 um 9:07 von Dreister gehts nicht

    Und nun stelle man sich vor, wie das mir einer TTIP-geknebelten EU ablaufen würde?

    Es geht nicht mehr um wirtschaftliche Dinge, sondern um die pure Interessen- und Großmachtpolitik der USA. Die wurde schon immer so gelebt, auch unter demokratischen Präsidenten, nur wird sie bei einem derart intellektuellen Präsidenten wie Trump leichter wahrnehmbar.

    Man kann nur hoffen, dass die EU etwas daraus lernt.

    Zu Huawei: m.D. gibt es Null Beweise, dass solche Hintertüren existieren. Demzufolge müsste Trump auch Microsoft verbieten, denn da steht die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten ja fest (PRISM) – mit US Geheimdiensten.

    Verlogenheit hoch Vier.

  • Am 20. Mai 2019 um 13:08 von Aerni68

    Wenn ich den Artikel so lese, dann stelle ich mir die Frage, ob man nicht schleunigst ein Europäisches Konstrukt des Android-Betriebssystems und seines Ökosystems aufbaut, das originär von Google stammt und quasi ein Marktmonopol inne hat. Heute wird China / Huawei aus Googles Ökosystem verbannt, morgen könnte Trump auch die EU aussperren lassen. Besser, wenn man dann direkt auf etwas Eigenes (auf-)bauen kann.

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