Avast: Anteil veralteter und unsicherer PC-Software nimmt zu

Er steigt 2018 auf 55 Prozent. Im Jahr davor waren es noch 48 Prozent. Häufig sind Anwendungen wie Adobe Shockwave, VLC Media Player, Skype, 7-Zip, Java und Foxit Reader veraltet. Office 2007 Enterprise findet sich noch auf 15 Prozent aller PCs.

Avast hat den PC Trends Report 2019 vorgelegt, der auf anonymisierten Daten von 163 Millionen Geräten weltweit basiert. Demnach läuft derzeit auf 55 Prozent aller PCs eine veraltete Softwareversion, die eine Gefahr für den Nutzer darstellen kann. Im Vergleich zum vorherigen Bericht stieg der Anteil um sieben Prozentpunkte.

„Der PC Trend Report von Avast ergab, dass sich Anwender vor allem aus zwei Gründen für Hacker angreifbar machen: Zum einen ignorieren sie häufig Sicherheits-Patches, zum anderen halten sie an veralteten Versionen gängiger Anwendungen fest. Zu den Anwendungen, bei denen fällige Updates am häufigsten vernachlässigt werden, gehören Adobe Shockwave (96 Prozent), VLC Media Player (94 Prozent) und Skype (94 Prozent)“, teilte der Sicherheitsanbieter mit. Über 90 Prozent veraltete Installationen fand Avast aber auch von Java RE, 7-Zip und Foxit Reader.

Veraltete Software (Bild: Avast)Ein ähnliches Problem ergibt sich auch beim Betriebssystem Windows. Zwar stellte Avast fest, dass auf 83 Prozent aller PCs entweder Windows 10 (40 Prozent) oder Windows 7 (43 Prozent) läuft – einige Nutzer verwenden jedoch nicht mehr unterstützte Versionen dieser Betriebssysteme wie die RTM-Version von Windows 7 oder das Spring Creators Update von Windows 10 (Version 1703). Das trifft auf 15 Prozent der Windows-7-PCs und 9 Prozent der Windows-10-PCs zu. Auch hier ergibt sich unter Umständen ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer eines Malware-Angriffs zu werden.

Die von Avasts Automatic Software Updater gesammelten Daten zeigen auch, dass Google Chrome das im vergangenen Jahr am häufigsten installierte Programm war. Auf den weiteren Plätzen folgen der Adobe Reader, Winrar, Microsoft Office und Mozilla Firefox. Die Produktivitätsanwendungen von Microsoft gehören nicht nur zu den beliebtesten, sondern auch zu veraltetsten Anwendungen. Laut Avast ist auf 15 Prozent der weltweiten PCs noch die Enterprise-Version von Office 2007 installiert, für die Microsoft keine Sicherheitspatches mehr bereitstellt.

Außerdem gibt der Bericht Einblick in die gängigsten Hardwarekonfigurationen. 74 Prozent der Systeme basieren auf Dual-Core-Prozessoren und nur 20 Prozent besitzen CPUs mit vier Kernen. Zudem stecken in den meisten Systemen 4 GByte RAM. Und nur 15 Prozent der Anwender verzichten auf eine herkömmliche Festplatte und setzen stattdessen beim internen Massenspeicher ausschließlich auf eine schnelle SSD.

Ein Grund für die aus heutiger Sicht schwache Hardwareausstattung vieler Systeme ist, dass der durchschnittliche PC laut Avast 6 Jahre alt ist. 2017 lag das Durchschnittsalter noch bei fünfeinhalb Jahren.

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3 Kommentare zu Avast: Anteil veralteter und unsicherer PC-Software nimmt zu

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  • Am 25. Januar 2019 um 0:37 von Ole

    ???
    Wir sind an einem Punkt wo endlich die Programme auch für Einsteiger gut zu bedienen sind.
    Also wieso hier aus User Sicht was ändern.
    Die hier beschriebenen Rechner werden auch in Zukunft nicht ersetzt werden wozu auch, der Updater sollte entfernt werden kostet nur Leistung ;-)

  • Am 24. Januar 2019 um 22:02 von Sebastian Kiel

    Weswegen Altsoftware verwendet wird, hat ganz verschiedene Gründe.
    Ein paar konkrete Beispiele
    – Bomi Video Player wird seit 2015 nicht mehr gewartet. Ist allerdings die einzige MPV-Player-Oberfläche für Windows die meinen Komfort-Ansprüchen genügt. Google Chrome & FireFox habe ich ebenso lange Zeit in einer veralteten Version genutzt, weil die NPAPI-Schnittstelle abgeschaltet wurde und infolgedessen das VLC-Plug-in nicht mehr lief [und bis dato gibt es auch keinen Ersatz, wenn man bspw. .AVI oder .MKV-Dateien im Webbrowser wiedergeben möchte].
    – JDK 8 – auf dieser Version bin ich eingefroren, da JDK8,9,10,11,… (man sieht wie häufig neue Versionen erscheinen) zu wenig Entwicklungsstabilität gewährleisten und ein großer Teil des Toolstacks nicht mehr damit läuft. Bei der Forensoftware phpBB führt das Release-Zyklenmodell ebenfalls systematisch dazu, dass unausgereifte Komponenten veröffentlicht werden. Beim 3.3.x-Release habe ich mich ja gefragt, ob die Software überhaupt noch jemand außer mir verwendet [der BBCode-Parser war zerhauen worden (schimpfte sich „Verbesserung“)]
    – Es gibt auch die „möchtegern“-Update-Engel wie Google Chrome die scheinbar fast alle Nutzer immer mit der neusten Version versorgen. Aber hat jemand schon einmal nachgezählt, wie viele veraltete Chromeium-Engines via Electron-Apps auf dem eigenen System sind? Zwar hat es auch seine Macken, allerdings mit XNA-Framework, DirectX oder auch dem .NET Framework hat Microsoft das mit seinen Bibliotheken besser organisiert. Bei Java gibt es einen mischmaasch aus beiden Welten: Die Java-Apps die die System-JRE nutzen und diejenigen die ihre eigene JRE mitliefern.
    – Stardock Fences, NetDrive & Co. – Man kauft sich eine Lizenz, erhält 1 Jahr lang Updates und danach entfallen diese (außer man zahlt neu). Ergo bleibt es bei der Altversion.
    – OS-Updates: Windows 10 hat gerade einen Pannenserie mit seinen letztem halbjährlichen Update hinter sich. Auf meinem Notebook haben die Treiber bislang noch nie das „In-Place-Upgrade“ das de facto stattfindet überlebt. Ergo habe ich mir endlich die Lizenz besorgt, die Updates aufzuschieben [und fühle mich wie im Himmel]. Auch Spectre & Metldown Updates habe ich wieder bei mir und meinen Verwandten deaktiviert, denn die Lags gehen einfach nur auf den Geist [die scheinbar sonst nur wenige bemerken?].
    – Auto-Updates stören oder funktionieren nicht: Erinnert ihr euch noch an die Update-Hinweise für Windows 10? Als ich diesen auf meinen Rechner damals gefunden habe, dachte ich schon, ich hätte mir irgendwie Scareware eingefangen, bis mich eine Google suche eines bessere belehrte. Update-Notifier stören schon (verlangsamen den Systemstart, erzeugen Notifications die man alle wegklicken muss um Arbeiten zu können). Auto-Updater sind jedoch noch schlimmer: Morgens musste ich eine Präsentation halten, starte hierzu mein Notebook und dann wird erstmal eine viertelstunde noch ein Update fertig installiert.
    Gern gesehen sind auch Auto-Update die Administratorrechte anfragen, allerdings wie Wegelagerer auch so lange bis man diese nicht gegeben hat, den Anwendungsstart verhindern. Beliebt auch die Auto-Updater Marke eigenbau, die sich ihre Updates via HTTP herunterladen. Es nimmt kein Ende.

    Das schlimme mit Updates ist: Nach einem ist es nicht vorbei. Es braucht nicht lange, und dann lässt schon das nächste auf sich warten. Deswegen liebe ich alte Computerspiele: Man hat die Software in der Deluxe-Version auf CD-ROM und weiß, dass schon alle Patches dabei sind und man nach dem installieren keine weiteren Updates mehr braucht, um es verwenden zu können.

    Oder man nutzt einfach Linux (bspw. Arch Linux) – immer die neuste Version und trotzdem läuft das System schnell und stabil.

  • Am 24. Januar 2019 um 16:41 von Marlen Malieni

    Das liegt auch daran,daß die Programme entweder in Abos verkauft werden oder nach einem Neukauf schon nach 1 Jahre keine Sicherheitsupdates mehr bekommen, wenn man das Programm teuer erworben hat. Nicht jeder kann sich das auf die Dauer leisten

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