In vier Wochen startet in Barcelona der Mobile World Congress und damit die größte Handymesse der Welt. Dort werden Unternehmen wie HTC, Samsung, LG und Motorola ihre neuen Produkte vorstellen. Auch von Sony Ericsson werden noch entsprechende News erwartet, das Geheimnis um das neue Smartphone-Highlight, das Xperia Arc, hat das Unternehmen aber bereits schon vor einigen Tagen in Las Vegas gelüftet.

ZDNet war vor Ort und konnte sich das Gerät bereits näher ansehen. Laut Hersteller soll das Xperia Arc schon im ersten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen und 599 Euro kosten. Realistisch dürfte eine Markteinführung aber nicht vor Mitte März zu erwarten sein. Dafür kann man aber auf einen spürbaren Preisverfall schon zum Verkaufsstart hoffen.

Design

Das Xperia Arc fällt auf. Der erste Blickfang ist das vergleichsweise große Display. Mit 4,2 Zoll überragt es die iPhone-Anzeige um 0,7 Zoll. Außerdem strahlt es regelrecht, statt zu leuchten. Auch ohne einen direkten Vergleich lässt es sich fast schon auf die Stufe der imposanten Super-AMOLED-Anzeigen von Samsung stellen, deren Nachfolger allerdings zum Mobile World Congress kommen wird. Neben der hohen Leuchtkraft und der beeindruckenden Farben überzeugen im ersten Hands-on-Test auch die Blickwinkel.

Über der Anzeige sitzt eine Scheibe aus Mineralglas. Wie schon beim X10 ist hier allerdings eine Folie fest aufgebracht. Sie soll das Glas vor Kratzern schützen, dürfte aber schneller kleinere Schäden davontragen als die eigentliche Anzeige und ist nicht zum Austauschen gedacht. Warum Sony Ericsson schon zum zweiten Mal auf diesen Trick setzt, ist nicht bekannt – sympathischer ist das „ungeschützte“, aber kratzresistivere Glas. Die Praxis wird zeigen, ob dem Hersteller damit womöglich unrecht getan wird.

Die Scheibe geht seitlich direkt bis zum Rahmen des Smartphones. Der Rahmen links und rechts von der Anzeige ist mit wenigen Millimetern angenehm schmal. Unterhalb des Displays befinden sich die drei Sony-Ericsson-typischen, halbmondförmig angeordneten Tasten für Zurück, Home und Menü. Die Beschriftung der Knöpfe ist unter dem Display, aber immer noch innerhalb der Glasfläche angebracht. Berührungssensitiv ist dieser Bereich aber nicht. Eine Suchen-Taste gibt es ebensowenig wie einen Trackball oder einen optischen Sensor. Unterhalb der Tasten läuft das Handy geschwungen zusammen. Hier trägt es den Xperia-Schriftzug.

Oberhalb der Anzeige, ebenfalls aber noch innerhalb der Glasfläche, ist der Sony-Ericsson-Schriftzug angebracht. Mittig darüber sitzt der Lautsprecher, dessen Form ebenfalls wieder an einen Halbmond erinnert. Links vom Lautsprecher liegen Helligkeits- und Annäherungssensor, rechts gibt es keine weiteren Elemente auf der Vorderseite. Im Rahmen auf der rechten Seite hat auf dieser Höhe die Status-LED ihren Platz gefunden, die über neu eingegangene Nachrichten oder einen leeren Akku informiert. Der Rahmen ist übrigens aus mattschwarzem Kunststoff gefertigt.

Auf der Oberseite sorgt ein silberfarbenes Kunststoffelement für einen schönen Kontrast. Zumindest, wenn das Gerät frisch aus der Verpackung kommt – im harten Alltagseinsatz ist dieser Bereich schnell mit Fingerabdrücken verunstaltet. Wer hier nicht regelmäßig reinigt, hat nicht lange Freude an dem glänzenden Look. Links oben befindet sich der runde Ein-Aus-Lock-Taster, rechts ein Mini-HDMI-Ausgang zum direkten Anschluss des Smartphones an einen Fernseher. Der Grafikanschluss wird mit einer rechteckigen Schutzkappe mit einer abgerundeten Ecke vor Staub und Schmutz geschützt. Die Kappe selbst ist aus dem gleichen Kunststoff wie das silberne Element auf der Oberseite. Sie ist mit einem etwas filigranen Verbinder am Gehäuse befestigt, um nicht verloren zu gehen.

Auch die rechte Seite des Handys wird von einem hier allerdings deutlich dünneren silbernen Streifen verziert, in dem oben die Status-LED ihren Platz gefunden hat. Etwas unterhalb der Status-LED sitzt der Micro-USB-Port, der allerdings viereckig ist. Das sieht merkwürdig aus, laut Hersteller sollen hier aber ganz normale Micro-USB-Kabel ihren Platz finden. Die ungewöhnliche Form ist wohl auf weitergehendes Zubehör zurückzuführen, das auf der CES aber nicht zu sehen war. Darunter befindet sich der obligatorische Wippschalter zur Regelung der Lautstärke. Er lässt sich relativ gut ertasten und hat einen spürbaren Druckpunkt. Ganz unten rechts ist der Auslöser der Kamera angebracht. Er arbeitet zweistufig – drückt man ihn halb durch, stellt der Autofokus auf das gewünschte Motiv scharf. Zum Fotografieren muss man ihn komplett durchdrücken.

Unten ist das Xperia Arc ebenfalls silbern (und mit Fingerabdrücken verschmiert). Das einzige Element ist hier eine Öse zum Befestigen eines Bandes. Außerdem gibt es eine kleine Aussparung, unter die man den Fingernagel schiebt, um den Akkudeckel abzuheben.

Auf der linken Geräteseite hat der 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss ganz oben seinen Platz gefunden. Wie rechts sorgt ein silberner Streifen für Kontrast. Wie das ganze Handy ist er oben und unten etwas dicker und verjüngt sich in der Mitte. Dabei ist – im Gegensatz zum Google Nexus S – die Display-Seite flach, während die Rückseite spürbar gebogen ist. Wenn das Handy auf dem Tisch liegt, kann man unter ihm durchsehen. Das Gehäuse ist an der dünnsten Stelle gerade einmal 8,7 Millimeter dick. Das ist wirklich auffällig schlank. Der Hersteller gibt die tatsächliche Dicke im Datenblatt allerdings nicht ganz ehrlich an, sondern verweist nur auf die 8,7 Millimeter. Auf der Messe gab es keine exakte Messmöglichkeit, die Angaben zur korrekten Aufbauhöhe, wenn es auf dem Tisch liegt, folgen.

Die Rückseite trägt mittig den Xperia-Schriftzug. Unten gibt es eine Öffnung, hinter der sich der Lautsprecher verbirgt, oben sitzen die Linse der 8,1-Megapixel-Kamera samt Foto-LED. Der Akkudeckel ist aus Kunststoff gefertigt. Er wird nicht geschoben, um ihn einzurasten, sondern beim Abeben leicht gebogen. Dennoch fühlt er sich recht stabil an. Das Gerät wird in Schwarz und Silber angeboten.

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