HTC hat sich in Sachen Android-Telefone mittlerweile als einer der aktivsten Hersteller etabliert. Nach den Smartphones G1 und HTC Magic stellte das taiwanische Unternehmen sein drittes Mobiltelefon mit dem von Google initiieren Betriebssystem vor.

Eine Besonderheit des Hero ist sein neues Benutzerführungskonzept HTC Sense, das zukünftig auch in andere HTC-Geräte implementiert werden soll. Sense folgt laut HTC drei Prinzipien: make it mine, stay close und discover the unexpected. Mit ihnen sollen die drei wichtigsten Argumente für die neue Oberfläche dargestellt werden. Erstens die große Individualisierbarkeit des Handys, zweitens die starke Verknüpfung zwischen Telefon- und Messenger-Funktionen sowie sozialen Netzwerken und drittens neue Funktionen wie Multitouch, visuelle Bookmarks oder die automatische Abfrage beziehungsweise Anzeige von Zeit und Wetter per GPS-Ortung.

ZDNet hat das Android-Handy getestet und zeigt, ob Sense verspricht, was sich die Marketing-Abteilung mit den drei Prinzipien ausgedacht hat. Außerdem wird auch die Hardware unter die Lupe genommen. Denn sie verheißt einiges und dürfte sogar iPhone-Nutzer aufhorchen lassen.

Design

Auf den ersten Blick entpuppt sich das Hero nicht als Schönheit, seine Werte liegen im Innern. Der eigenwilligen Formfaktor mit dem Knick im Gehäuse, der schon das G1 und – etwas reduziert – das Magic kennzeichnete, kommt auch beim Hero wieder zum Tragen. Nicht unbedingt zur Freude Design- und Style-Bewusster Menschen, die ihr flaches, elegantes iPhone für nichts in der Welt hergeben würden.

Das Display des HTC-Handys ist in einen hochwertig wirkenden Rahmen aus geschliffenem Aluminium eingefasst, der sich bis in die Seiten des Smartphones zieht. Es gibt zwei Farben für das Gehäuse: Weiß und Braun, wobei die dunkle Ausführung ins schwarz tendiert – der Rahmen aus Alu ist dann braun. T-Mobile hat das Smartphone übrigens unter dem Namen G2 Touch exklusiv im Angebot und das auch in Schwarz.

Was die Haptik angeht, muss sich das Hero in keinster Weise hinter der bewährten Konkurrenz verstecken. Das Gehäuse ist mit Teflon überzogen. Dadurch fühlt sich der Kunststoff hochwertiger an, und Dreck sowie Fingerabdrücke kleben nicht wie Kaugummi an der Oberfläche. Auch das Display ist speziell beschichtet, um es schmierigen Fingerabdrücken nicht zu leicht zu machen – auch das iPhone 3G S hat eine solche Beschichtung auf dem Display. Zwar lassen sich mit ihr die Fingerabdrücke nicht ganz vermeiden, aber immerhin können die Tapper einfacher abgewischt werden.

Das dominierende Element auf der Oberseite ist das 3,2 Zoll große Touchscreen-Display. Es löst mit 320 mal 480 Pixeln so hoch auf, wie die Anzeigen der anderen Android-Smartphones. Allerdings basiert es auf der Flüssigkristalltechnik (LCD) – die moderne OLED-Technik mit brillanter Farbwiedergabe und perfekten Blickwinkeln hat derzeit nur Samsung bei seinem I7500 (Galaxy) zu bieten. Schlecht ist das Display dennoch nicht – aber eben nicht so brillant wie die OLED-Anzeige.

Aus manchen Blickwinkeln fällt auf, dass das eigentliche Display ein gutes Stück unter der Glasscheibe sitzt. Wer von oben auf die Anzeige sieht, bemerkt das nicht, beim Blick von der Seite irritiert das allerdings etwas. Doch das sollte keinen potentiellen Hero-Käufer abhalten. Störender hingegen ist bei starkem Licht die Beschichtung des Displays: Sie spiegelt nicht nur stark, sondern verzerrt auch noch.

Unterhalb der Anzeige befinden sich die sechs üblichen Android-Tasten samt des HTC-typischen Trackballs. Vier der Knöpfe sind in einer Reihe unterhalb des LCDs angeordnet, zwei weitere befinden sich unten rechts. So wirken die Bedienelemente deutlich aufgeräumter als beispielsweise beim HTC Magic. Beim ersten Ausprobieren fällt auf, dass die Suche und die Zurückfunktion getauscht gehört hätten. Denn der Daumen erreicht die innenliegende Taste deutlich besser – die Suche dürfte allerdings weniger häufig zum Einsatz kommen.

Mit seinen Abmessungen von 11,2 mal 5,6 Zentimetern bei einer Bauhöhe von 1,4 Zentimetern ist das Hero ein gutes Stück kleiner als das iPhone 3G S, das allerdings auch einen größeren Bildschirm bietet (3,5 statt 3,2 Zoll). Die optisch umstrittene, abgeknickte Unterseite verjüngt sich unten merklich. Immerhin sorgt sie dafür, dass das Handy wirklich gut in der Hand liegt und sich problemlos mit dem Daumen bedienen lässt. Allerdings ist es nicht möglich, das Smartphone flach mit dem Display nach unten, etwa auf die Quick-Boarding-Barcodescanner am Flughafen, zu legen – das Erfassen der Ticketdaten dauert deutlich länger als beispielsweise beim iPhone. Dafür ist die Form aber ergonomischer, und das Hero fühlt sich beim Telefonieren fast an wie ein klassischer Telefonhörer.

Eine Revolution stellt bei HTC-Handys die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse dar. Somit ist nun kein Adapter mehr nötig, wenn man einen hochwertigen Standard-Kopfhörer anstelle des mitgelieferten Headsets anschließen möchte.

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