Fujitsus Pläne für die Cloud

Bisher hatte der Konzern eine Reihe ganz unterschiedlicher Angebote. Für die Zukunft setzt er auf eine enge Zusammenarbeit mit Microsoft. Fujitsu-Manager Andre Kiehne erklärt im Interview mit ZDNet, wie die aussehen soll.

Alle großen IT-Infrastrukturanbieter bemühen sich derzeit, ihre Angebote Cloud-tauglich zu machen. Die meisten sind zwar im Marketing schon so weit, technologisch hinken sie aber noch hinterher. Schuld daran ist zum Teil die enorme Komplexität des Cloud Computing. Denn während für den Nutzer der Dienste wirklich vieles einfacher wird, müssen die Anbieter mit vielfältigeren und höheren Anforderungen zurechtkommen.

Die Ansätze zur Bewältigung dieses Problems unterscheiden sich – auch, weil die Anbieter einen unterschiedlichen Hintergrund haben. Amazon und Google, beide im Massengeschäft groß geworden, kommen schlecht mit individuellen Ansprüchen zurecht. Hewlett-Packard und Oracle dagegen verfügen beide über langjährige Erfahrung im Großkundengeschäft. Sie kaufen sich die jeweils noch fehlenden Bausteine für viel Geld zusammen. Der Anspruch, alles aus einer Hand zu liefern, stößt aber nicht bei allen Kunden auf Gegenliebe und wurden in letzter Zeit auch schon von Analysten gerügt.

Fujitsu geht einen anderen Weg. Der Hersteller hat seinen Servicebereich in den vergangenen Jahren ständig ausgebaut und unter dieser Flagge bislang einiges vermarktet, was inzwischen mit dem Cloud-Label verkauft wird. Um die Angebote ohne teure Zukäufe auf eine breite und einheitliche Basis zu stellen, haben sich die Japaner kürzlich entschieden, eng mit Microsoft zusammenzuarbeiten.

Im Rahmen der Partnerschaft läuft einerseits Microsofts Windows-Azure-Plattform künftig in Rechenzentren von Fujitsu. Andererseits bietet Fujitsu neue Cloud-Services auf Basis von Windows Azure an. Das wirkt sich zuerst in den japanischen Rechenzentren aus. Das erste „Azure-Rechenzentrum“ wird Ende 2010 das Fujitsu Tatebayashi System Center sein. Weitere Rechenzentren – auch in Deutschland – sollen folgen. Fujitsu will weltweit eine Reihe von Services anbieten, die auf der Windows Azure Plattform basieren.

Außerdem setzt Fujitsu als einer der ersten auf die von Microsoft bisher nur limitiert freigegebene „Windows Azure Plattform Appliance“. Sie soll sich als Komplettlösung für große Service-Provider und Betreiber von eigenen Rechenzentren etablieren. Im Rahmen der Kooperation arbeiten beide Firmen derzeit an einer Appliance, die unter der Marke Fujitsu auf den Markt kommen wird. Diese sollen Kunden in ihren eigenen Rechenzentren betreiben.

Detaillierte Informationen dazu sind während der Fujitsu-Hausmesse Visit Ende November zu erwarten. ZDNet sprach im Vorfeld mit Andre Kiehne, Vice President Services Technology Solutions, über die Cloud-Strategie von Fujitsu, die Pläne hinsichtlich der Azure Appliance, und wie Fujitsu sich mit seinem Cloud-Angebot vom Wettbewerb abheben will.

Themenseiten: Cloud-Computing, Fujitsu, IT-Business, Microsoft, Mittelstand, Technologien

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