Radprofi Floyd Landis als Auftraggeber von Hackern verdächtigt

2006 waren Dokumente eines Antidopinglabors entwendet worden. Die Einbrecher hatten einen englischsprachigen Auftraggeber. Die Dokumente verteilt später Landis' Trainer an Medien, um das Labor zu diskreditieren.

Der Radprofi Floyd Landis wird verdächtigt, einen Einbruch in die Computer eines französischen Antidopinglabors in Auftrag gegeben zu haben. Weil er sich nicht fristgerecht der französischen Polizei für eine Vernehmung zur Verfügung stellte, droht ihm jetzt ein Haftbefehl. Das berichtet die französische Tageszeitung Le Monde.

Landis war während der Tour de France im Juli 2006 positiv auf Testosteron getestet worden. Drei Monate später musste die französische Antidopingagentur (AFLD feststellen, dass Dokumente und Ergebnisse des zuständigen Labors Châtenay-Malabry zu dem Fall per Mail an Medien und andere Gutachter weitergeleitet worden waren. AFLD-Präsident Pierre Bordry stellte Strafanzeige.

Aufgrund der IP-Adresse konnte einerseits Landis‘ Trainer Arnie Baker als Versender der Dokumente ermittelt werden. Zum anderen haben Hacker der französischen Organisation Kargus mittlerweile zugegeben, für einen englischsprachigen Auftraggeber in die Computersysteme des Labors eingedrungen zu sein. Kargus wird in einem anderen Fall der Spionage bei der Organisation Greenpeace verdächtigt.

Baker behauptet in einem Antwortschreiben an die französische Polizei, er verstehe nicht, um was es sich handle. Zunächst wolle er erfahren, welche Konsequenzen ein Fernbleiben hätte und wer die Flugtickets nach Frankreich zahle.

Landis hatte nach seinem positiven Dopingtest 2006 seinen überhöhten Testosteronspiegel auf Whiskykonsum zurückgeführt. Nach Ablauf einer zweijährigen Sperre nahm er 2009 erstmals wieder an Radrennen teil. Warum er der französischen Polizei bisher keine Auskünfte erteilt hat, ist nicht bekannt.

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