Handykarten-Tauschbörse ermöglicht anonyme Telefonate

Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung organisiert Tausch von Prepaid-Karten

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bietet ab heute eine Tauschbörse für Prepaid-Handykarten an. Ziel des Angebots ist die Umgehung der Registrierungspflicht für Handykarten, die der Arbeitskreis für verfassungswidrig hält. Die Tauschbörse soll Handy-Nutzern wieder die Möglichkeit bieten, anonym zu telefonieren, etwa um unbesorgt vertrauliche Beratung in Anspruch nehmen zu können.

Um an der Tauschbörse teilzunehmen, sendet man eine mit mindestens zehn Euro aufgeladene, freigeschaltete Prepaid-Handykarte zusammen mit ihrer PIN und einem frankierten Rückumschlag an den Arbeitskreis (Adresse: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Marcus Brauner, Hilgenborn 22, 34593 Knüllwald-Remsfeld). Nach wenigen Tagen kommt eine andere, ebenfalls mit zehn Euro aufgeladene Handykarte mitsamt Rufnummer und PIN-Code zurück. Mit dieser Karte kann man telefonieren, ohne dass die eigenen Personalien bei dem Anbieter gespeichert sind. Auch der Arbeitskreis protokolliert keinerlei Daten der Tauschpartner. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung betont, dass der Tausch von Handykarten legal ist.

Seit dem 1. Januar 2008 lässt der Gesetzgeber neben den Kundendaten auch die Verbindungsdaten der gesamten Bevölkerung sammeln. Rund 30.000 Menschen haben einen Anwalt beauftragt, Verfassungsbeschwerde gegen dieses Gesetz in Karlsruhe zu erheben.

Themenseiten: Big Data, Datenschutz

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Handykarten-Tauschbörse ermöglicht anonyme Telefonate

Kommentar hinzufügen
  • Am 10. Januar 2008 um 16:48 von xxl

    Schwachsinn
    Ich gebe meine (registrierte) Prepaid-Karte also weg und bekomme dafür eine andere (auch registriert). Woher weiss ich nun, dass kein Krimineller meine alte Karte bekommt und sie benutzt ?
    Das Ganze ist doch kompletter Schwachsinn !!!!
    Da werde ich aber lieber selbst überwacht !

    • Am 17. Januar 2008 um 8:30 von Thomas

      AW: Schwachsinn
      Nicht so ganz verstanden wie ?

  • Am 10. Januar 2008 um 17:22 von Loddafnir

    Tolle Aktion!
    denn das führt die Beweiskraft von Datenabfragen ad absurdum. Allein die Möglichkeit, dass im Prinzip jede Karte ja getauscht sein könnte, erschwert die Verwertung. Auf jeden Fall ist es ein Symbol gegen die ausufernde Datensammelwut und Überwachung in diesem Lande.

    Übrigens, für die, die vor Missbrauch Angst haben. Man bekommt eine Bestätigung von der Tauschbörse, die bescheinigt, dass man seine Karte getauscht hat und diese an eine zufällige Person weitergegeben wurde.

    • Am 11. Januar 2008 um 0:17 von Mickey_Mouse

      AW: Tolle Aktion!
      Da möchte ich aber nicht wissen, wie man dann die Schlinge um seinen Hals wieder loswerden soll, wenn mit der Karte dann richtig Mist gemacht wurde. Da gehen einem selbst dann schnell die Beweise aus, dass man die karte "im guten Glauben" getauscht hat, denn eine solche "Bestätigung" dürfte kaum Beweiskraft haben.

      • Am 11. Januar 2008 um 19:43 von Loddafnir

        AW: AW: Tolle Aktion!
        Dann darfst du aber überhaupt kein Gebrauchthandel mehr betreiben. Wenn du dein KFZ verkaufst und jemand macht Müll damit oder du ein KFZ gebraucht kaufst, welche z.B. geklaut war, hast du auch ne Menge Scherereien am Hals. Hier kann man genau so argumentieren, dass der Kaufvertrag keine Beweiskraft hat.
        Anderes Beispiel: Du kaufst ein besonders günstiges Angebot bei einer Online Auktion. Nachher stellt sich raus, es war Hehlerware. Das kann dir auch ne Menge Ärger bescheren. Also alles in allem, ist die Gefahr bei der Karten-Tauschbörse nicht größer, als bei anderen Dingen.

        • Am 12. Januar 2008 um 9:24 von Mickey_Mouse

          AW: Tolle Aktion!
          Es macht schon einen Unterschied, ob Du ein gebrauchtes Auto kaufst (wenn geklaut, ohne Papiere?!) und dafür einen Kaufvertrag mit Unterschrift und später eine behördliche Anmeldung durchführst oder eine Handykarte ins Nirvana schickst und von dort eine Bestätigungsmail bekommst.

          Wenn man bei einer Auktion etwas "supertrupergünstig" kauft, dann lässt das durchaus schon Rückschlüsse auf eine denkbare Illegalität zu und da sind dann schon zu Recht einige mit auf die Schnauze gefallen.

  • Am 18. Januar 2008 um 18:01 von donnerkeil

    Handykarten-Tauschbörse
    So ist es RICHTIG !!!
    Eine gute IDEE , die fast den Nobel-Preis verdient ! Wenn das läuft mache ich auch gleich mit !
    Auf welche dummen und dämlichen Einfälle kommen die Damen und Herren in Berlin , die von unseren Steuergeldern leben und diese nur verprassen , denn noch ???

    Langsam langt es doch wie die sich aufführen !!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *