Investitionen in Open Source: Deutschland im Abseits

Während in den USA Investoren massiv in quelloffene Lösungen investieren, gerät Deutschland immer mehr aufs Abstellgleis - und das, obwohl es hierzulande durchaus geeignete Unternehmen und Technologien gibt.

Open Source boomt bei den Investoren. Einige Beispiele aus der Liste jüngst abgeschlossener Deals: Linux Networx erhält 37 Millionen Dollar Risikokapital für die Weiterentwicklung seines High- Performance-Computings, Laszlo Systems sechs Millionen Dollar für interaktive Web-Anwendungen, der System-Management-Anbieter Zenoss fünf Millionen. Die VoIP-Company Digium bekommt 13,2 Millionen Dollar für das Open-Source-PBX Asterisk. Enterprise DB, eine preisgünstige Datenbankoption im Vergleich zu Oracle, erhält eine Rückendeckung von 20 Millionen Dollar.

Ebenfalls rund 20 Millionen Dollar neues Wagniskapital kann der PHP-Spezialist Zend verbuchen. Die genannten Abschlüsse sind allesamt Deals der letzten drei bis vier Monate. Dies zeigt, dass Open-Source-Projekte auf breiter Front Zugang zu den Kapitalgebern gefunden haben. Experten sprechen bereits von einer zweiten Welle. Nach Schätzungen der Experton Group sind bereits in den Jahren 2003 bis 2005 insgesamt rund 300 Millionen Dollar in OSS-Projekte geflossen. Nach dem Prinzip der breit angelegten Gießkanne wollen sich die Investoren frühzeitig attraktive Claims sichern. Kaum verwunderlich ist, dass die Kapitalgeber fast ausnahmslos aus den USA stammen.

Einheimische Kapitalgeber gibt es kaum, und das, obwohl es hierzulande genügend innovative Unternehmen und Technologien gäbe. Doch der Zug ist bereits so gut wie abgefahren. „Die einheimische VC-Szene hinkt weit hinter der amerikanischen hinterher“, gibt Carlo Velten, Senior Advisor bei der Experton Group, zu bedenken. Die Volumina seien wesentlich geringer, und das, obwohl Deutschland als Markt für Linux und Open Source über genügend attraktive Produkte verfügt. „Es gibt hierzulande eine gute Basis, jedenfalls mangelt es nicht an einer Gründerlandschaft sowie talentierten Entwicklern und Softwaremanagern“, beklagt Velten.

Nur fehlt es bisher an dem entsprechend professionellen Umfeld, um die Unternehmen nach oben zu katapultieren. Wäre da nicht doch ein deutsches VC-Unternehmen, das kürzlich in einen deutschen Start-up investiert hat. Open-Xchange heißt die glückliche Braut, die eine Mitgift im Bereich serverbasierter Collaborationssoftware einbringt. Nur hüllt sich Bräutigam Baytech Venture Capital Beratungs GmbH derzeit noch in Schweigen, wie viel Geld er tatsächlich in seine neue Beziehung investiert hat.

Der Open-Xchange-Server unterstützt die Teamarbeit im Unternehmensalltag mit Basisfunktionen wie E-Mail, Terminen- und Kontaktverwaltung. Darüber hinaus bietet er integrierte Module zum Austausch von Dokumenten und Wissen, sowie zur Aufgaben- und Projektsteuerung. „Open-Xchange kann auch als Alternative zu Microsoft Exchange fungieren, da die Serverlösung weitaus günstiger ist als Microsoft Exchange“, sagt Christian Egle, Unternehmenssprecher bei Open-Xchange.

Themenseiten: Analysen & Kommentare, IT-Business, Open Source

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