Forscher entwickeln Protein-DVD mit 50 Terabyte Kapazität

In Kooperation mit NEC werden Prototypen produziert

Ein US-Forscherteam arbeitet derzeit an einem Verfahren, mit dem die Kapazität von DVDs enorm erhöht werden kann. Die Wissenschafter wollen die Speichermedien mit einer hauchdünnen Schicht von Proteinen überziehen, die von genetisch veränderten Bakterien produziert werden, berichtet das australische Nachrichtenportal ABC News.

Diese DVDs könnten eines Tages so viele Informationen speichern, dass Festplatten überflüssig werden, behauptet der Biotechnologe Vencatesan Renugopalakrishnan von der Harvard Medical School auf einer internationalen Konferenz zu Nanotechnologie in Brisbane .

Möglich wird dieser enorme Speicherplatz durch die Lichtempfindlichkeit des Proteins mit dem Namen Bacteriorhodopsin (bR), das auf der Membran eines Bakteriums gefunden wurde. Fällt Licht auf das Protein, so verwandelt es sich in eine Reihe von unterschiedlichen Molekülen, wovon jedes Molekül eine einzigartige Form und Farbe aufweist bevor es wieder in den Ausgangszustand zurückkehrt.

Dieses Zwischenstadium dient der Gewinnung von chemischer Energie und hält in der Natur etwa eine Stunde an. Durch die Modifizierung der DNA des Bakteriums kann dieser Zustand für mehrere Jahre aufrechterhalten werden. „Umgelegt auf das binäre System der Computertechnik bedeutet der Grundzustand eine 0 und der veränderte Zustand eine 1“, erklärt Renugopalakrishnan.

Bei den Protein-DVDs liegen die verwendeten Eiweiße nur wenige Nanometer voneinander entfernt und vereinen alle Vorteile der aktuellen optischen Speichermedien. Renugopalakrishnan geht davon aus, dass mit der Proteintechnologie ungefähr die 20-fache Kapazität von Blu-ray (Blu-ray bietet derzeit 25 GByte) erreicht werden können, hält aber auch 50 Terabytes für machbar. Zur Anwendung sollen die kapazitätsstarken Speichermedien in der Medizin, beim Militär aber auch in der Unterhaltungsbranche kommen. In diesen Industriezweigen müssten giganitsche Datenmengen von Satelliten oder Videomaterial gespeichert werden.

In Zusammenarbeit mit dem japanischen Unternehmen NEC hat das Forscherteam bereits erste Prototypen produziert. Die ersten USB-Disks werden in etwa zwölf Monaten in Produktion gehen. Nach Vorstellungen der Forscher werden die ersten proteinbasierten DVDs in zwei Jahren von den Bändern laufen. Gefördert wurde das Projekt vom US-Militär, der US-Regierung, der Europäischen Union und anderen wissenschaftlichen Institutionen.

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5 Kommentare zu Forscher entwickeln Protein-DVD mit 50 Terabyte Kapazität

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  • Am 11. Juli 2006 um 9:36 von dolf

    protein beschichtete dvd killt blu ray & co … ( eventuell ?? )
    na sowas aber auch ….

    ne neue schicht technologie für die dvd und schon ist eventuell der ofen für den / die nachfolger der dvd schon wieder aus ….

    liegt wohl auch am gerangel der beiden neuen systeme …

    kommt nur noch drauf an welches licht zum schreiben benutzt werden muß …
    wahrscheinlich laserlicht aber welcher farbe …
    isses rot dann ist´s der hammer ….
    zudem ist die schicht n nachwachsender rohstoff und wohl biologisch abbaubar …
    zudem ist die ankündigung das es schon in nächster zeit in produktion gehen kann / soll n lichtblick …

    fehlt nur noch n wiederbeschreibbares medium …
    (löschen mit anderem licht !!?? )

    man erinnere sich nur mal an den flopp mit der tesarom geschichte ….
    viel bla bla und bis heute nix im laden zu kaufen ….
    obwohl ich immer noch glaube dass das mit der tesarom funzen würde ….
    darf halt nicht aufm markt erscheinen weil zu billig und zu viel kapazität vorhanden ist ….
    da kann man sich halt nicht genug bereichern …..

    und nicht von den großkonzernen kam ….

    und der anwender schaut ma wieder in die röhre und wird von den großkonzernen abgezockt und verar…. .

    mfg

    • Am 18. August 2006 um 12:15 von Pflegefall

      AW: protein beschichtete dvd killt blu ray & co … ( eventuell ?? )
      Naja….
      Tesa Rom funktioniert einfach nicht wie anfangs gedacht als "Massenspeicher"…
      Eher wäre diese Technik einsetzbar für "Schnelletikettierung". Beispiel: Strichcodeersatz… Immerhin klebt es von selbst.
      Eine "Verschwörungstheorie" bzgl. zu viel Kapazität für zu wenig Geld ist hier nicht angebracht ;-)

  • Am 11. Juli 2006 um 11:46 von B@uleK

    blöde überschrift
    ..theoretisch bis zu 50 terabyte …

  • Am 11. Juli 2006 um 14:22 von Tommey

    die ferkel
    Die solln aufhörn mit ihren Genmanipulationen. Die Schweine.

  • Am 18. August 2006 um 12:39 von Pflegefall

    50 TB ;-) <- und wie?
    "Renugopalakrishnan geht davon aus, dass mit der Proteintechnologie ungefähr die 20-fache Kapazität von Blu-ray (Blu-ray bietet derzeit 25 GByte) erreicht werden können, hält aber auch 50 Terabytes für machbar."

    Häääää???
    Erklärt wurde hier wie man 5 TB auf die Disk bekommt… (20x25GB)
    "Machbar" wären 50 TB?
    Jetzt wüsste ich noch gern, wie die weitere verzehnfachung nach der anfänglichen verzwanzigfachung der Kapazität gemacht wird…

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