Die Billig-Alternative: Open-Source-CRM mischt den Markt auf

Noch verteidigen Siebel/Oracle, Microsoft und SAP ihre Festungen. Doch es gibt zunehmend Alternativen zu den monolithischen und teuren CRM-Suiten der herkömmlichen Anbieter – aus dem Open-Source-Umfeld.

Die Analysten der Experton Group glauben, dass die Open-Source-Bewegung den Softwaremarkt revolutioniert hat. Die Anwender haben immer mehr „die Wahl zwischen (fast) kostenlosen Optionen und den marktüblichen Produkten“. Und die kommerziellen Anbieter geraten stark unter Zugzwang, wenn sie auf Dauer am Markt bestehen wollen.

Bei Betriebssystemen, Webservern, Internetbrowsern und Datenbanken haben die Anwender schon länger ausgereifte Wahlmöglichkeiten – entscheiden sie sich nun für komplett kostenlose Software oder für Pakete einschließlich Wartung und Service, die ihren Preis haben. Auch in Sachen High-End-Performance ist Open-Source weit nach vorne gerückt, was die vielen im kommerziellen oder wissenschaftlichen Einsatz befindlichen Serverfarmen unter Linux beweisen. Lediglich bei Applikationsservern oder Standardsoftware für Enterprise Resource Planning (ERP) oder für Customer Relationship Management (CRM) liegt Open-Source noch zurück.

Doch das ändert sich gerade. Wer sich im Internet etwas auf die Suche macht, wird schnell auf ein wachsendes Angebot für CRM, Business-Intelligence oder andere geschäftskritische Lösungen stoßen. Die Marktforscher von Gartner haben vor kurzem einen „Hype Cycle“ für Open-Source-Software (OSS) veröffentlicht, der geradezu eine Flut von Applikationen verzeichnet. Gartner konzediert vielen Softwareansätzen eine „Sichtbarkeit“, doch mangele es oft noch an der nötigen „Ausgereiftheit“. Anwender sollten jedoch diesen aufblühenden Markt genau beobachten.

Betrachtet man zum Beispiel allein das CRM-Marktsegment, gibt es zumindest in den USA schon Anbieter wie Open CRX oder Sugar CRM, die konkurrenzfähige Produkte vorweisen können. Sugar CRM versteht sich im Gegensatz zu dem CRM-Hostingangebot von Salesforce.com als komplett „open environment“ und stellt Entwicklern alle gewünschten Tools frei zur Verfügung. Kunden können zwischen zwei kommerziellen Versionen – Sugar Professional und Sugar Enterprise – und dem kostenlosen Download von Sugar-Open-Source wählen. Die Programme laufen unter Linux, Windows, OSX, Unix und Free BSD. Eine Hostinglösung, die anders als bei Salesforce.com später in eine Inhouse-Installation umgewandelt werden kann, ist ebenfalls im Angebot.

Themenseiten: CRM, IT-Business, Open Source, Technologien

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2 Kommentare zu Die Billig-Alternative: Open-Source-CRM mischt den Markt auf

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  • Am 2. Dezember 2005 um 15:04 von Juergen

    Schön….
    Danke für den Bericht :-)

    Übrigens, seit heute nacht gibt es die SugarCRM 4.0 Beta zum Testdownload.

    Neuigkeiten rund um SugarCRM: http://www.sugaraddicts.de

  • Am 2. Dezember 2005 um 16:53 von Ralf Korb, Research Director Hewson Group D

    Open Source CRM – da gibt es eine Studie…und leider sind ein paar pfiffige Offerten vergessen worden
    Gut das der Autor den Experton Vorstoss zum Anlaß genommen hat diverse Aspekte zu reflektieren. Schade ist, das er kurz vor dem Ziel ein paar in Deutschland erfolgreich "gemachte" oder "gehostete" und lokalisierte vergesen hat,
    WICE aus Hamburg, different solutions und CRM Now.

    Insbesondere WICE hat mit der Version 4.0 ein sehr ordentliches Produkt und wurde als erstes OS CRM System auch zertifiziert…..ein WICE Kunde, concept2 hat dafür sogar den CRM Award für Business to Consumer Anfang des Monats gewonnen :-)

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