Internet-Betrug: Pharming folgt auf Phishing

Panda Software warnt vor neuer Masche

Der spanische Security-Spezialist Panda Software warnt vor einer neuen Bedrohung aus dem Internet. „Pharming“ gleicht einer „Phishing“-Attacke und verwendet zusätzlich Domain-Spoofing-Techniken für einen Angriff. Das neue Instrument der Hacker nutzt dazu laut Panda die Auflösung von Namen zu IP-Adressen. Tippt ein User eine Internetadresse ein, ergibt sich daraus für den Rechner ein Zahlencode: Die IP-Adresse. Diese so genannten „Name Resolutions“ führen DNS-Server (Domain Namen System) durch, die dazu Tabellen von IP-Adressen und Domain-Namen verwalten. Pharming-Attacken können direkt an einen DNS-Server gerichtet werden, so dass jeder User, der diesen Server anspricht, angegriffen wird.

Auf jedem einzelnen Computer mit Windows-Betriebssystem und Internet Explorer gibt es eine Host-Datei, die von Hackern manipuliert werden kann. Erstellt ein Hacker zusätzlich eine falsche Website, kann eine Pharming-Attacke gestartet werden. Die Host-Datei beinhaltet eine Tabelle mit den meist genutzten IP-Adressen, damit es nicht nötig wird einen DNS-Server zu kontaktieren um Internet-Adressen in IP-Adressen umzuwandeln. Wird diese Datei mit einer falschen Bank-Adresse überschrieben, wird dem User automatisch bei jeder Anwahl seiner Seite eine falsche Seite gezeigt. Pharming kann so eine große Zahl von Bankkunden angreifen und im Gegensatz zu Phishing von einem Computer mehrfach ausgelöst werden.

Eine weitere Gefahr, die von Pharming ausgeht sind Proxyserver. Viele User nutzen Proxyserver um ihre eigene IP-Adresse zu verbergen. Im schlimmsten Fall könnte die Adresse eines solchen Proxyservers angegriffen werden und der User sieht eine gefälschte Bankenseite obwohl sein System einwandfrei arbeitet. Laut Panda Software kann Pharming nur mit proaktiven Sicherheits-Systemen aufgehalten werden, die Veränderungen an der IP-Adresse erkennen und verhindern.

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2 Kommentare zu Internet-Betrug: Pharming folgt auf Phishing

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  • Am 24. März 2005 um 17:10 von gefährlich!

    Halbwahrheiten sind genauso
    1) Der Sinn der "Hostdatei" ist ein Anderer.

    Es werden dort normalerweise umgekehrt, dort die IPs und Sites aufgelistet, mit denen man ""keine"" Verbindung haben will, und die nicht geladen werden sollen, wie z.B.
    das liebe "DoubleClick.net" auch bei ZDNet present, bzw. unseriöse Sites, die einen ‚versiffen‘ oder ausspionieren!

    Es gibt aber auch die Möglichkeit, diese Adressen durch eine Erweiterung ‚umzubiegen‘ also beim eintippen von ZDNet….> die Weiterleitung an ComputerBild zu bewerkstelligen.

    Dagegen hilft nur,

    1) man sollte die Hostdatei den ‚Schreibschutz‘ setzen.

    2) man sollte die Hostdatei bei jeder Gelegenheit wieder in den eigenen Urzustand von einer schreibgeschützten Diskette überschreiben.

    3) Solange man Spybot S&D vertrauen kann, kann man die Hostdatei damit löschen lassen und von SpyBot S&D aus neu und sinnvoll laden!

    Ich hatte schon Freeware-Programme, die beim Entfernen mir zu lange rumrödelten.

    Später stellte sich heraus, daß viele Adressen umgebogen waren.

    Die Gefahr ist da, auch draußen denkbar!

    Man kann die Gefahr draußen aber umgehen, indem man die IP seiner Bank kennt und eintippt, dann wird nichts übersetzt bzw. hinzugefügt!

    • Am 25. März 2005 um 9:06 von Frank

      AW: Halbwahrheiten sind genauso
      Der Sinn der Hosts Datei, der im Beitrag genannt wurde ist schon richtig.
      Stimmt natürlich, dass man durch die Hosts Datei Seiten blockieren kann, indem man eine bekannten Werbedomain auf 127.0.0.1 weiterleitet. Das ist aber nicht der Grundgedanke hinter dieser Datei, sondern das Weiterleiten selbst. Wofür man das benutzt, ist dann eine andere Frage.
      Schützen kann man sich im Prinzip, wenn man die Datei ab und zu kontrolliert. Am einfachsten ist es, wenn man gar nichts einträgt, dann ist es leichter überschaubar.

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