ViM – Ein Editor für Programmierer

In Teil 1 dieser Serie wurden einige der leistungsfähigsten Funktionen von ViM vorgestellt und die Flexibilität aufgezeigt, die dieser Editor Entwicklern auf der UNIX-Plattform bietet. Im zweiten Teil geht es darum, wie man ViM programmiererfreundlicher einrichten kann.

In diesem Artikel wird beschrieben, wie man Code aus Scripts in unterschiedlichen Fenstern kopiert und einfügt, wie nach Wörtern und Mustern gesucht wird sowie persönliche Einstellungen gespeichert werden, so dass sie beim nächsten Öffnen der Dateien automatisch geladen sind.

Arbeiten mit mehreren Fenstern

Beim Code schreiben, wechselt man häufig zwischen mehreren Dateien hin und her, entweder zu Referenzzwecken oder um Codezeilen auszuschneiden und einzufügen. Unter Windows ist das einfach – wie schon der Name sagt, muss man lediglich mehrere Fenster öffnen, und schon kann man gleichzeitig mit ihnen arbeiten.

Aber was macht man bei einer UNIX-Konsole? Wie alle guten Text-Editoren unterstützt auch ViM das Anzeigen und Bearbeiten von Dateien in unterschiedlichen Fenstern.

Um auszuprobieren, wie dies funktioniert, gibt man einfach den folgenden Befehl ein:


:split

Dadurch wird das Fenster horizontal in zwei kleinere Fenster aufgeteilt. Jedes Teilfenster zeigt den Inhalt der jeweiligen Datei an und man kann sich in jedem Fenster unabhängig bewegen. Um von einem Fenster zum anderen zu wechseln, gibt man den folgenden Befehl ein:


-w-w

Zum Öffnen eines neuen leeren Fensters dient der Befehl


:new

Statt in jedem Fenster dieselbe Datei anzeigen zu lassen, kann man ViM anweisen, im neuen Fenster eine andere Datei zu öffnen, indem man den Dateinamen samt Pfad wie folgt an den Befehl split anfügt:


:split /tmp/test.c

Die Befehle zum Ausschneiden, Kopieren und Einfügen (d, y und p) funktionieren wie gewohnt und können verwendet werden um Text von einem Fenster in das andere zu verschieben. Falls die Konsole und die Version von ViM den sog. „Visual Mode“ unterstützen, kann man sogar Textblöcke „markieren“ und per Drag&Drop zwischen den Fenstern verschieben.

Suchen

Falls man im Code nach einem bestimmten Wort oder Muster sucht, kann man den /-Operator, gefolgt vom Suchstring, verwenden:


/zu suchender String

ViM springt zur nächsten Fundstelle des Suchstrings. Um die weiteren Suchtreffer zu finden, gibt man einfach n ein.

Rückwärts suchen kann man mit dem ?-Operator:


?john

Falls der Cursor bereits auf dem zu suchenden Wort steht, kann man sich etwas Tipparbeit sparen, indem man einen weiteren gängigen Shortcut benutzt. Man gibt bei dem schon platzierten Cursor ein Sternchen ein (*). ViM springt dann weiter zum nächsten gleichen Wort.

Man kann die Option


:set ignorecase

verwenden, falls ViM ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung suchen soll. Nützlich ist auch die Option:


:set hlsearch

Damit werden automatisch alle Suchtreffer im Dokument hervorgehoben, was äußerst praktisch ist, wenn man zum Beispiel nach allen Funktionsaufrufen von hamandeggs() sucht, die jetzt in jamandfigs() umbenannt werden soll.

Tipp: Man kann innerhalb der Suchstrings auch reguläre Ausdrücke verwenden.

Themenseiten: Anwendungsentwicklung, Software

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