Jeder dritte Rechner in Unternehmen ist mit Spyware verseucht

Eine neue Studie von Websense offenbart die Diskrepanz zwischen Meinung und Wirklichkeit in Bezug auf die Sicherheit von Firmenrechnern.

Weit mehr Mitarbeiter als bislang angenommen laden unbemerkt Spionagesoftware (Spyware) auf Unternehmens-PCs. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer Umfrage über das Surfverhalten und die IT-Sicherheit in Unternehmen von Websense, die das Unternehmen beim Marktforscher Harris Interactive in Auftrag gegeben hat. Jeweils getrennt wurden im Frühjahr dieses Jahres 500 Mitarbeiter aus Fachabteilungen und 350 IT-Manager in US-Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten befragt.

Wie weit Wahrnehmung und Fakten voneinander abweichten, wenn es um IT-Sicherheit im Unternehmen geht, zeige ein Vergleich zwischen den beiden Gruppen. Lediglich sechs Prozent der befragten Mitarbeiter aus den Fachabteilungen seien der Meinung, Webseiten mit Spyware besucht zu haben. Tatsächlich sind aber 29 Prozent der Computerarbeitsplätze in Unternehmen von Spyware befallen, so die IT-Manager. Spyware-Programme sammeln unbemerkt Informationen zur Internetnutzung und spähen im schlimmsten Fall Passwörter aus, ohne dass Anwender etwas davon merken.

93 Prozent der IT-Manager seien der Überzeugung, ihr Firmennetz sei mit Antiviren-Software vor Angriffen wirkungsvoll geschützt. Auch hier gehen Einschätzung und Fakten weit auseinander, denn zwei Drittel der Unternehmen hätten erst vor kurzem mit einem Virenbefall zu kämpfen. Ein Jahr zuvor seien es nur 45 Prozent gewesen.

Beachtliche Diskrepanzen zwischen Mitarbeitern aus den Fachabteilungen und IT-Managern gebe es auch bei den Angaben zur Zeitdauer des privaten Surfens. Während Mitarbeiter sagten, sie würden durchschnittlich zwei Stunden pro Woche aus persönlichen Interessen im Web surfen, sind IT-Manager der Meinung, es seien eher sechs Stunden. Alarmierend ist nach Meinung von Websense auch die Tatsache, dass ein Drittel der IT-Manager sagte, sie hätten Hacker-Tools in ihrem Firmennetz entdeckt. Dagegen gestanden nur zwei Prozent der befragten Beschäftigten aus den Fachabteilungen, dass sie an ihren PCs Zugang zu solchen Tools hätten.



 

„Erschreckend an der Studie ist, wie weit Überzeugung und Fakten bei der Beurteilung der IT-Sicherheit voneinander abweichen. Dies führt dazu, dass Unternehmen die Risiken des unkontrollierten Internetzugangs am Arbeitsplatz massiv unterschätzen“, sagte Michael Kretschmer, Regional Director Central Europe bei Websense. „Wer hier keine Vorkehrungen durch die Festlegung und Kontrolle klarer Richtlinien am Internet-Gateway, auf Netzwerkebene und an den einzelnen Arbeitsplätzen trifft, handelt grob fahrlässig.“

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