O2 führt Multicards ein

Bis zu sechs Karten für eine Rufnummer

Viele Mobilfunkkunden nutzen mehrere Geräte und werden vom ständigen Wechsel der Karte zwischen Handy, Autotelefon oder Datenkarte im Notebook genervt. Deshalb bietet O2 ab 1. Oktober mit Multicard seinen Geschäftskunden an, für eine Rufnummer bis zu sechs Karten zu erwerben. Privatkunden erhalten maximal drei. Alle Geräte mit Multicards können gleichzeitig eingeschaltet sein und es ist möglich, zur gleichen Zeit zu telefonieren und mit einem anderen Gerät eine Datenverbindung aufzubauen.

Die Einstellungen für die Multicard lassen sich per Internet konfigurieren. Dort kann man mit wenigen Klicks festlegen, auf welchem Gerät ein Anruf als erstes eingeht, wohin dieser umgeleitet werden soll, wenn das priorisierte Gerät ausgeschaltet ist, wo die SMS- und MMS-Nachrichten auflaufen oder auf welchem Gerät der Kunde E-Mails empfangen möchte. Die Einstellungen lassen sich auch ohne Internet durch Eingabe eines Codes am Handy ändern.

O2 verlangt für jede zusätzliche Karte eine einmalige Gebühr von 24,95 Euro, weitere Kosten fallen nicht an. Norbert Hölzle, verantwortlich für Vertrieb und Marketing für Geschäftskunden bei O2, sieht großes Potenzial im Mehrkartenangebot: Er schätzt, dass etwa 80 Prozent der O2-Geschäftskunden sich mindestens eine zusätzliche Karte zulegen werden.

Außerdem kündigte O2 Neuerungen beim WLAN-Angebot an. Ab 20. Oktober 2003 ist die Abrechnung der Gebühren für die Nutzung eines öffentlich zugänglichen WLAN-Hotspots über die Mobilfunkrechnung möglich. Um sich ins WLAN einzubuchen, gibt ein O2-Vertragskunde auf der Startseite des WLAN-Zugangs seine Mobilfunknummer ein. Nach wenigen Sekunden erhält er per SMS ein sechsstelliges Passwort auf das Handy. „Wir haben uns aus Sicherheitsgründen für das Konzept eines Einmal-Passworts entschieden“, erklärte Hölzle. „So laufen die Kunden nicht Gefahr, dass Dritte den Zugangscode ausspionieren und dann unbefugt auf die Rechnung anderer WLAN-Hotspots nutzen.“ Das Passwort berechtigt zu einer einmaligen, beliebig langen Nutzung des Funkzugangs. Pro angefangene halbe Stunde berechnet O2 3,95 Euro. Das ist somit günstiger als der Voucher-Tarif. Vorausbezahlt kostet eine halbe Stunde immerhin fünf Euro.

Der Mobilfunkbetreiber baut darüber hinaus seine WLAN-Partnerschaften in Deutschland aus. Zusätzlich zu den Hotspots der GlobalAirNet AG können O2-Kunden ab 20. Oktober 2003 die öffentlichen Funkzugänge der Swisscom Eurospot nutzen, die unter anderem 150 Hotels unter Vertrag haben. Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen 30 Hotspots der Netcheckin hinzukommen. Im Frühjahr 2004 erweitern dann die WLAN-Standorte der ISIS das Portfolio. ISIS versorgt unter anderem einige Lounges der Deutschen Bahn AG.

„Da WLAN nicht zu unserem Kerngeschäft gehört, wollen wir in diesem Bereich weiter mit Partnern zusammen arbeiten“, erläutert Hölzle die Strategie von O2. Um Roamingabkommen mit anderen Netzbetreibern werde man sich aber selbst bemühen. Wann die ersten Verträge unterschriftsreif sind, konnte Hölzle aber noch nicht sagen. Ein ZDNet-Schwerpunkt-Artikel beschäftigt sich mit der Frage: Wifi-Hotspots – Geldgrab oder Goldgrube?.

Themenseiten: O2, Telekommunikation

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