Windows XP mit Antitrust-Änderungen

Microsoft wird in diesem Sommer im Zuge eines Vergleichs zugunsten der Verbraucher und zur Steigerung des Wettbewerbs einige Änderungen an Windows XP vornehmen.

Den Kartellwächtern einiger Bundesstaaten sowie den bedeutendsten Konkurrenten von Microsoft gehen diese Änderungen jedoch nicht weit genug.

Der Software-Hersteller gab bekannt, bereits im kommenden Monat mit dem Testen von Windows XP Service Pack 1 beginnen zu wollen, wobei die Markteinführung im Spätsommer stattfinden soll. Das Update wird dann erstmals eine Unterstützung mobiler Anwendungen von Mira sowie der Freestyle-Schnittstelle für digitale Medien bieten.

Vor allen Dingen wird das Update Verbraucher und PC-Hersteller in die Lage versetzen, den Zugang zu den zahlreichen in Windows XP integrierten Middleware-Technologien von Microsoft zu unterbinden.

Diese neue Option ist Teil des Vergleichs zwischen Microsoft, der US-amerikanischen Justizbehörde und neun der achtzehn Bundesstaaten, die eine Antitrust-Klage gegen den Software-Giganten eingereicht hatten.

Theoretisch ermöglicht diese Veränderung den Anwendungen von AOL Time Warner, RealNetworks und anderen Unternehmen eine gegenüber entsprechenden Microsoft-Technologien exponierte Positionierung in Windows XP, so dass die Verbraucher eine größere Auswahl haben und der Wettbewerb angeregt wird.

Die PC-Hersteller haben vor ungefähr zwei Wochen die ersten Test-Versionen des Service Packs erhalten und evaluieren gegenwärtig dessen Möglichkeiten. Verschiedene Hersteller ließen bereits verlautbaren, dass sie eventuell zugunsten von Konkurrenz-Software auf die Microsoft-Middleware, wie den Windows Media Player oder den Windows Messenger, verzichten werden.

Allerdings wiesen die verbleibenden neun Bundesstaaten sowie der District of Columbia, die den Vergleich abgelehnt haben, darauf hin, dass die Veränderungen nicht ausreichend seinen, um mehr Wettbewerb und dem Verbraucher die Wahl zu garantieren. Sie beantragten die Festsetzung eines strengeren Vergleichs durch einen Bundesrichter, wobei Microsoft unter anderem dazu gezwungen werden soll, eine Windows-Version ohne besagte Middleware anzubieten. Die US-Bezirksrichterin Colleen Kollar-Kotelly hat noch nicht bekannt gegeben, ob diesem Antrag nachgegangen wird.

„Unsere Eingabe gibt unsere Meinung wieder, dass der wirksamste Weg zur Sicherung des Wettbewerbs darin besteht, dass Microsoft eine modulare Version seines Betriebssystems anbietet, welche diese umfangreiche Middleware nicht enthält“, so Tam Ormiston, stellvertretender Generalstaatsanwalt von Iowa, einem der Bundesstaaten, die strengere Maßnahmen fordern.

Neben den Änderungen am Service Pack muss Microsoft außerdem Software-Entwicklern und PC-Herstellern die Programmierschnittstellen (APIs) offen legen, welche die Middleware des Unternehmens zur Zusammenarbeit mit Windows XP verwendet.

„Diese Offenlegung technischer Details wird für andere in der Branche operierende Unternehmen eine Hilfe sein, sowohl für Anbieter von so genannten Middleware-Programmen als auch für Firmen im Bereich von Server-Betriebssystemen“, sagte Microsoft-Sprecher Vivek Varma.

Einer der größten Konkurrenten von Microsoft ist jedoch der Meinung, dass die Änderungen am Service Pack nicht ausreichend seien.

„Diese Version des Service Packs würde scheinbar genau dem von Microsoft im November vor Gericht eingegangenen Verpflichtung entsprechen, und nichts weiter“, meinte der Sprecher von AOL Time Warner John Buckley. „Dies sind jedoch nur oberflächliche Veränderungen. Windows XP ist noch immer das gleiche wettbewerbsfeindliche Betriebssystem, das es am 25. Oktober war.“

Andere Konkurrenten wie RealNetworks und Sun Microsystems äußerten sich ebenfalls unzufrieden mit der in den vergangenen Wochen erfolgten Umsetzung des vor Gericht gegebenen Versprechens.

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